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RATGEBER & TERMINE

5 Tipps, um den Friseurbesuch hinauszuzögern

Das richtige Equipment
[Foto:Jacqueline Brinkwirth]

03.06.2020 11:32 - Jacqueline Brinkwirth

Obwohl Friseur*innen ihre Salons wieder öffnen dürfen, sind Haarschnitte und Färben momentan nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen möglich. Die Terminbücher der Salons sind zudem prall gefüllt, lange Wartezeiten unvermeidbar. Wenn ihr erstmal auf einen Friseurbesuch verzichten wollt, haben wir hier einige Tipps vom Profi für euch, um eure Haare zuhause gut zu pflegen.  

„Regelmäßig zum Friseur zu gehen ist wichtig, aber eine Weile kommt man auch sehr gut ohne aus – solange man seine Haare richtig pflegt“, erklärt Sabine Brandner*. Sie ist ausgebildete Friseurin und schneidet seit mehr als 30 Jahren Haare.

Die Ausbildung  dauert insgesamt drei Jahre. In dieser Zeit lernen Friseur*innen nicht nur, wie sie richtig Haare schneiden, auch Typberatung, Tönen und Färben, Haarpflege, Frisieren und Styling gehören zu den Grundlagen. „Jeder Mensch hat eine individuelle Gesichts- und Kopfform und einen speziellen Haartyp. Das alles muss man beachten, um eine passende Frisur und Farbe auszusuchen“, erläutert Brandner.

Eine gute Beratung gehöre dementsprechend zu jedem Friseurbesuch unbedingt dazu. „Viele Kunden kommen mit Fotos von Promis in den Salon und erwarten dann, dass wir genau das umsetzen. So einfach ist das aber meist nicht.“ Unrealistische Wünsche seien zum Beispiel das Umfärben von schwarz auf blond oder Haarschnitte, die aufgrund der Haarstruktur nicht umsetzbar sind. „Ein Mensch mit natürlich gewellten Haaren wird bei einem Pixie-Cut mit einem anderen Ergebnis rechnen müssen als jemand, der von Natur aus glatte Haare hat. Auch die Dichte und Dicke der Haare spielen eine große Rolle“, meint Brandner. Wichtig sei, sich an eine*n Friseur*in zu wenden, dem*der man vertraut. „Ein guter Friseur achtet darauf, welcher Schnitt passend ist und was farblich machbar ist, ohne das Haar stark zu schädigen.“

Die richtige Pflege

Doch was könnt ihr zuhause tun, um euer Haar möglichst gut zu pflegen? „Jeder Haartyp hat ganz eigene Bedürfnisse. Grundsätzlich sollte man immer beachten, schonende Pflegeprodukte zu benutzen, die Haare nicht zu oft zu waschen und vorsichtig mit Hitze zu sein“, führt Brandner aus. Das muss nicht zwingend teuer sein: „Mittlerweile gibt es auch im Drogeriemarkt sehr gute Produkte ohne Schadstoffe und Mineralöl. Feste Shampoos sind eine nachhaltige Alternative.“ Auch mit Hausmitteln oder DIY-Produkten könnt ihr schöne Ergebnisse erzielen. „Kokos- oder Olivenöl kann man zum Beispiel sehr gut in die Haarpflege integrieren“, rät Brandner. Entscheidend sei hier aber die Menge. „Die meisten Menschen überpflegen ihre Haare, indem sie zu viel Shampoo oder täglich eine Pflegekur benutzen. Das muss aber gar nicht sein.“ Eine haselnussgroße Menge Shampoo reiche aus, um die Kopfhaut von Talg und Styling-Rückständen zu befreien. „Das Shampoo einfach am Ansatz gut einmassieren und dann gründlich ausspülen. Längen und Spitzen werden beim Auswaschen ausreichend mitgereinigt.“ Achtung: Bei Schuppen solltet ihr – wenn möglich – auf ein Anti-Schuppenshampoo verzichten. „Diese Shampoos sind oft sehr aggressiv, sodass sie die Kopfhaut reizen und dadurch mehr Schuppen entstehen. Dann lieber ein sensitives Shampoo ohne Silikone verwenden“, meint die Expertin.

Vom Aufhellen mit sogenannten Box-Dye-Sets rät Brandner entschieden ab.

Welche Haarpflege die richtige ist, richtet sich zudem nach der Haarfarbe. Blondierte Haare werden durch den chemischen Prozess beim Färben stark ausgetrocknet und brauchen viel Feuchtigkeit, naturbelassene Haare hingegen kommen meist mit einer milden Pflege aus. „Nach einer Blondierung empfehle ich immer, regelmäßig eine Haarkur oder -maske aufzutragen oder ein Öl in die Haarlängen zu geben. So bleiben die Spitzen geschmeidig und die Haare spalten sich weniger auf.“ Bei Tönungen könnt ihr auch auf Drogerieprodukte zurückgreifen, dabei ist jedoch Vorsicht geboten: „Hier ist es wichtig, nicht zu weit von der eigenen Farbe abzuweichen. Eine rote Tönung auf blonden Haaren kann beispielsweise schnell orange werden.“ Vom Aufhellen mit sogenannten Box-Dye-Sets rät Brandner entschieden ab. „Blondierung muss immer exakt abgewogen und mit dem richtigen Entwickler angemischt werden, um ein schönes Farbergebnis zu bekommen. Dafür sollte man definitiv zum Friseur.“ Auftragen solltet ihr die Farbe immer erst an den Ansätzen und anschließend in den Längen. Um die Haut zu schützen, solltet ihr unbedingt Handschuhe tragen, auch beim Auswaschen. 

Der richtige Schnitt

Und was ist mit dem Schnitt? „Sich selbst die Haare zu schneiden ist schwierig bis unmöglich. Bei sehr kurzen Haaren kann man aber gut mit einer Schneidemaschine und Aufsätzen arbeiten.“ Um beispielsweise Spitzen oder Pony nachzuschneiden, könne man sich eine Haarschere und einen feinen Kamm im Friseurgroßhandel oder in der Drogerie kaufen.

„Dann die Haare nass oder handtuchfeucht durchkämmen, mit dem Kamm auf die gewünschte Länge glattziehen und entlang der Kammzähne abschneiden.“ Bei größeren Schnittvorhaben sei der Gang in den Salon jedoch unvermeidlich. „Das Haar muss beim Schnitt abgeteilt und in Form geschnitten werden. YouTube-Tutorials zeigen das oft nicht und sollten deswegen auch nicht nachgemacht werden“, rät Brandner. Sich regelmäßig die Haare zu schneiden helfe zwar nicht beim Wachstum, könne aber Spliss und das Abbrechen der Haare verhindern. 

Grundsätzlich solltet ihr euch über folgendes klar sein: Haare bestehen aus Keratin, einem Eiweißbaustein, und besitzen keinen Zellkern. Das heißt, sie sind bereits tot, wenn sie aus der Kopfhaut heraustreten. „Zu diesem Zeitpunkt ist ihre Struktur jedoch noch intakt. Umwelteinflüsse, Farbe und Styling können diese Struktur angreifen und zerstören“, erklärt Brandner. „Mit der richtigen Pflege sorgt man dafür, dass das Haar weitgehend intakt bleibt. Wenn es bereits beschädigt wurde, können auch Repair-Produkte nichts mehr daran ändern – egal, was die Shampooflasche einem auch vorgaukeln möchte.“

*Name von der Redaktion geändert

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