Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Schon wieder Studiengebühren?!

<a href="http://akduell.de/wp-content/uploads/2014/11/FotoStud-e1415103599266.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7035" src="http://akduell.de/wp-content/uploads/2014/11/FotoStud-e1415103599266-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Zu Beginn dieses Semesters hat Niedersachsen als letztes Bundesland die allgemeinen Studiengebühren endlich abgeschafft. Nach jahrelangen studentischen Protesten, Streiks und politischen Diskussionen hat sich sogar unter konservativen Politiker*innen die Überzeugung durchgesetzt, dass die Gebühren keine Probleme lösen, sondern für alle Beteiligten zusätzliche schaffen. Trotz alledem grüßt in diesem Herbst das Murmeltier: Wie vor genau zehn Jahren versucht die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) erneut eine Debatte über Studiengebühren vom Zaun zu brechen. Neue Argumente gibt es keine und diejenigen, die jetzt die Gebühren-Vorschläge für diskutabel halten, geben sich bemerkenswert geschichtsvergessen. Ein Plädoyer dafür, den Stand der Debatte zumindest zur Kenntnis zu nehmen, anstatt falsche Behauptungen wiederzukäuen.
 

Frittieren geht über studieren

Es riecht nach Frittenfett! Der Autor und Konzeptkünstler <a href="http://www.der-schamp.de/ampel.html" target="_blank">Matthias Schamp</a> hat einen Teil des Mülheimer Kunstmuseums in eine Pommesbude verwandelt. Dort lädt er zur Veranstaltungsreihe „Reflektieren &amp; Frittieren“. Das Konzept ist so niederschwellig wie eindrucksvoll: Schamp lädt befreundete Künstler*innen in seine Großinstallation „Mythos-Grill“ ein. Und während der Gastgeber an der Fritteuse steht und Pommes verteilt, stellen seine Gäste ihre Projekte vor. Zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe in Mülheim waren am Donnerstag Klaus Urbons und John Waszek zu Gast, die bereits vor 30 Jahren mit ihrem Underground-Projekt „Kunstschutzkeller“ für Furore gesorgt haben.
 

Geschichtsstunde für Studiengebühren-Befürworter*innen

akduell schlägt vor, dass sich alle, die erneut über die Wiedereinführung von Studiengebühren diskutieren wollen, erst einmal die Argumente und Ergebnisse der Debatte aus den Jahren 1997-2010 zur Kenntnis nehmen. So kann verhindert werden, dass alte falsche Argumente eine neue Diskussion prägen. Bitte hier nachlesen:
 

Vorwurf: Folter made in Essen

Eine Essener Firma verdient kräftig mit, wenn Städte und Gemeinden geflüchtete Menschen in Sammelunterkünften einquartieren, sich aber nicht selbst um sie kümmern wollen. Das Unternehmen <a href="www.eu-homecare.com" target="_blank">European Homecare</a> ist einer der Hauptnutznießer der Privatisierung von Flüchtlingsunterkünften in NRW. Bereits seit langem beklagen Flüchtlingsinitiativen untragbare Zustände in den privatisierten Lagern. Jetzt hat das WDR-Magazin Westpol <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/uebergriffe-des-wachpersonals-in-nrw-fluechtlingsheimen-bilder-die-man-sonst-nur-aus-guantanamo-kennt-1.2151041" target="_blank">schwere Misshandlungen von Geflüchteten</a> in Essen und Burbach (Siegerland) dokumentiert. Die Politiker*innen, die für die Privatisierungen verantwortlich sind, geben sich entsetzt. akduell hat sich das Geschäft mit den Flüchtlingen näher angeschaut und erfahren: Vorwürfe dieser Art gegen das Unternehmen sind keineswegs neu. Und es ist kaum denkbar, dass die politisch Verantwortlichen, die die Aufträge in Essen und <strong>Burbach</strong> an European Homecare vergeben haben, davon nichts wussten.<br />
 

Ruhrgebiet: Den Leerstand nutzen!

Im Ruhrgebiet nehmen Leerstände und ungenutzte Flächen unablässig zu, die Städte schrumpfen. Trotzdem gehen Stadtverwaltungen, Politik und Polizei rigoros gegen kulturelle und soziale Initiativen vor, die entstandene Lücken füllen, also leerstehende Gebäude selbstverwaltet nutzen wollen. Mit dieser Politik muss endlich Schluss sein, fordern jetzt Aktivist*innen aus sozialer Arbeit, Kunst, Kultur und Wissenschaft. Unter dem Titel „Von Detroit lernen!“ hat das Netzwerk Recht auf Stadt Ruhr ein Manifest zur Zukunft des Ruhrgebietes veröffentlicht. Auf Veranstaltungen in Dortmund, Duisburg und Bochum wollen die Aktiven ihre Streitschrift vorstellen.
 

Medienmesse: Lesend schreiten sie voran

Aller guten Dinge sind mindestens drei: Zum dritten Mal nach den Jahren 2010 und 2012 hat am vergangenen Wochenende die Libertäre Medienmesse (LiMesse) im Ruhrgebiet stattgefunden. Für drei Tage wurde die Zeche Carl in Essen zu einem Forum für linke Kleinverlage, Zeitungs- und Zeitschriftenkollektive, Video- und Internetaktivist*innen abseits des Mainstreams. Das Rahmenprogramm mit 25 Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen, Filmvorführungen, Projekt- und Buchvorstellungen stand in diesem Jahr unter dem Motto „Frauen.Arbeit.Migration“. Ein Besuch auf einem der größten anarchistischen Events im deutschsprachigen Raum.