Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

Artikel

Schönheit oder Egoismus

 

Vernetzen, Teilen, Protestieren

Im Ruhrgebiet gibt es mittlerweile zahlreiche Projekte, in denen Studierende geflüchtete Menschen unterstützen können. Ob durch Sprachkurse, Spenden oder Buttons, die zur Mitfahrt auf dem Semesterticket einladen: Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber oft unübersichtlich. An der Universität Duisburg-Essen (UDE) arbeitet eine Initiative von Studierenden seit einigen Wochen daran, solche Projekte in Zukunft besser zu koordinieren. Außerdem wird am kommenden Samstag in Essen dafür demonstriert, Geflüchteten mehr Möglichkeiten der Selbstverwaltung zuzugestehen.
 

15 Quadratmeter fassbares Leid

Kunst sollte es ausdrücklich nicht sein: Am vergangenen Mittwoch zeigte das Bochumer Schauspielhaus kein Theaterstück, sondern einen LKW der Spedition Graf, baugleich mit eben jenem Wagen, in dem eine Woche zuvor 71 Menschen auf der Flucht in die Europäische Union gestorben sind. Mehrere hundert Personen, darunter zahlreiche Kinder und Journalist*innen, erlebten eine Mischung aus Jugendgottesdienst, politischer Demonstration und nüchterner Konfrontation mit den Konsequenzen der europäischen Grenzpolitik. Spediteur Gerard Graf hatte die Ausstellung angeregt um nachvollziehbar zu machen, welche Strapazen und Risiken Menschen auf sich nehmen, um in die EU einzureisen.
 

Lernziel Loyalität?

In den vergangenen Wochen berichtete die akduell bereits über die Einflussnahme von <a href="http://akduell.de/2015/07/tarnfarbener-rauch/">Bundeswehr</a> und <a href="http://akduell.de/2015/07/welcome-to-evonik-university/">Privatunternehmen</a> auf den Lehrbetrieb der Universität Duisburg-Essen (UDE). Auch Geheimdienste </strong><strong>nutzen die universitäre Bühne zur Selbstdarstellung und Legitimation. Im laufenden Sommersemester boten die Politikwissenschaften ein Hauptseminar zum Themenfeld Extremismus an, in dem auch Thomas Pfeiffer vom NRW-Verfassungsschutz einen Gastvortrag hielt. Die deutschen Inlandsgeheimdienste und das von ihnen angewandte Extremismuskonzept stehen nicht erst seit dem NSU-Prozess in der Kritik. Wir haben nachgefragt, ob auch kritischen Positionen im Seminar Raum gegeben wurde.
 

Die Mauer muss weg!

Schon seit anderthalb Monaten steht das Wahlergebnis fest, das Studierendenparlament hat längst getagt und Ausschüsse gebildet, aber ein neuer AStA ist noch immer nicht in Sicht. Gut für die Referent*innen der alten Koalition aus Grüner Hochschulgruppe (GHG) und Linker Liste (LiLi), die bis dahin kommissarisch im Amt bleiben. Schlecht für die Handlungsfähigkeit des Parlaments. Dabei sollte man meinen, unter den vier eher linken Listen United Students (US), GHG, LiLi und Jusos, die gemeinsam auf 29 von 37 Sitzen kommen, sei eine Einigung reine Formsache. Auch die parteipolitisch neutralen Unabhängigen Demokraten (UD) stünden zur Verfügung. Was ist da also los hinter den Kulissen?
 

Essentialistische Essenzen?

Als erste Universität weltweit präsentierte die Ruhr-Universität Bochum (RUB) in der vergangenen Woche ihr hauseigenes Unisexparfüm „Knowledge by RUB“. Der Parfümeur Geza Schön entwarf das blaue Wunder auf Basis von Forschungsergebnissen der renommierten Bochumer Duftforscher*innen um Hanns Hatt. Knowledge soll laut <a href="https://www.parfumgefluester.de/100034885-knowledge-eau-de-toilette-spray.html?gclid=CJmk5dzT-MYCFeHMtAodfCQFvw" target="_blank">Produktbeschreibung</a> unter anderem die „Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern“ erhöhen, sowie Kommunikationsfreude und kognitive Leistungsfähigkeit stärken. Was zumindest ein wenig dick aufgetragen klingt, wird vom Autonomen Frauen*Lesbenreferat für seine antiquierten Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität kritisiert. Duftforscher Hatt hingegen warnt vor falschen oder ideologischen Deutungen.