Ekelbaron-294x300Der Bürger verabscheut die Politiker und Funktionäre, die er sich wählt. Politik gilt ihm als unanständige Angelegenheit, die zu nichts führt, außer zu Streit. Dennoch getraut er sich nicht jene, die ihm als Abgrenzungsvorlage innerhalb des eigenen Standes dienen, endlich zum Teufel zu jagen, damit legitime Mächte wieder das Ruder übernehmen könnten. Eine Haßliebe verbindet den Bürger mit seinem Repräsentanten. ">
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Wir sind die fünfundneunzig Prozent!

18.06.2013 22:38 - Friedrich von Einhalt

Der Bürger verabscheut die Politiker und Funktionäre, die er sich wählt. Politik gilt ihm als unanständige Angelegenheit, die zu nichts führt, außer zu Streit. Dennoch getraut er sich nicht jene, die ihm als Abgrenzungsvorlage innerhalb des eigenen Standes dienen, endlich zum Teufel zu jagen, damit legitime Mächte wieder das Ruder übernehmen könnten. Eine Haßliebe verbindet den Bürger mit seinem Repräsentanten. 


An der Universität Duisburg-Essen hat sich in der vergangenen Woche wieder einmal gezeigt, daß mittlerweile nur noch läppische fünf Prozent der Studenten bereit sind, den demokratischen Politzirkus mit ihrer Stimme Anerkennung zu zollen. Fünfundneuzig Prozent hingegen versagen den Nachwuchspolitikern ihre Loyalität, ohne sich dabei ernsthaft um deren Abschaffung zu bemühen. Am Ende will man doch weiter auf die faulen und gierigen Parteikarrieristen schimpfen, vor denen die eigene Faulheit und die eigene Gier verblassen.


Wir wollen jenen fünfundneunzig Prozent eine Stimme geben, die die Nase voll haben von demokratischem Getue. Hinfort mit all diesen überkommenen Ritualen. Auch Rektorat oder Studentenwerk sind in der Lage, den Studentenalltag zu organisieren. Aber Konsequenz war nie eine Stärke des Bildungsbürgertums. So werden sich die fünfundneunzig Prozent wohl auch weiterhin von einer Minderheit ausplündern lassen, anstatt endlich die Notbremse zu ziehen.


Hochachtungsvoll,
Friedrich von Einhalt

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