Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Wahlen sind nicht wichtig, Bier trinken ist wichtig!

16.05.2013 20:32 - Alex Grossert


Ab dem 10. Juni ist es wieder soweit. An beiden Standorten der Universität Duisburg-Essen können die Studierenden eine Woche lang darüber abstimmen welche Kandidat*innen es in Senat, StuPa, Fakultätsräte und weitere Gremien schaffen. Bis kommenden Dienstag ist es noch möglich, selbst zur Wahl anzutreten. Zum Beispiel um eine Campus-Brauerei durchzusetzen, wie es die Liste B.I.E.R. in Bochum vorgemacht hat. Noch sind sie zwar in der Opposition, aber vielleicht sieht es im nächsten Jahr ja schon anders aus.


Solange niemand die Urnen klaut, oder vor Gericht zieht, finden jeden Sommer die Wahlen zum Studierendenparlament statt. Vom Ergebnis dieser Wahl hängt ab, welche Gruppen die Mehrheit erreichen um den AStA zu stellen. Das ist nicht nur für Politik-Nerds interessant, sondern für alle, die mitbestimmen wollen, was mit ihren Semesterbeiträgen in Höhe von ca. einer Million Euro geschieht. Trotzdem liegt die Wahlbeteiligung an deutschen Universitäten seit Jahrzehnten stabil zwischen fünf und fünfzehn Prozent der wahlberechtigten Studierenden. Wer keine Kommiliton*innen kennt, die selber Hochschulpolitik machen, hat es auch schwer, sich auf die Schnelle einen Überblick darüber zu verschaffen welche Listen wofür stehen, und was sie bisher umgesetzt haben.


Listengründung for Dummies


Listen sind jedenfalls nicht immer streng reglementierte Gruppen mit Vorsitzenden und Mitgliedsausweisen, auch wenn sie bei der Wahl wie Parteien behandelt werden. Dennoch ist es lediglich notwendig, eine Liste einzureichen, auf der die Namen der Studierenden stehen, die bereit sind, unter einem gemeinsamen Namen zu kandidieren. Was so einfach klingt, muss natürlich einen bürokratischen Haken haben, und den hat es auch: Neben einem schicken Gruppennamen benötigt ihr nämlich nicht bloß Unterschriften und Matrikelnummern aller Kandidat*innen, sondern auch Unterstützungsunterschriften von weiteren Studierenden. Pro 1000 Studierende der UDE müsst ihr nämlich eine Person finden, die euch ein Formular unterschreibt. Insgesamt müssen derzeit 39 Kommiliton*innen überzeugt werden. Ihre Stimme geben sie damit natürlich noch nicht ab. Das ist eine rein formale Hürde, die keinen Einfluss auf das Wahlergebnis hat.


Zum Beispiel B.I.E.R.


Wenn ihr es also schafft, die Zettelsammlung, die ihr unter Anfang des Jahres vorgemacht hat. Deren zentrale Wahlkampfforderung war eine studentische Brauerei zu bauen, zu der die Studierenden aller Fachrichtungen der Ruhr-Universität Bochum einen Teil beitragen sollten: SoWi-Studierende kümmern sich um das Marketing, Maschinenbaustudis bauen die Maschinen und die Jurist*innen verklagen einfach das halbe Internet wegen Fotocredits, um die Kasse aufzufüllen. Oder so ähnlich.


In einem erklärten sie „die Unterversorgung der Zugänge zu Bier nach 16 Uhr auf dem Campus.“, zum wichtigsten hochschulpolitischen Problem und forderten deshalb Bierautomaten in jedem Gebäude. Doch auch zu anderen politischen Themen hatten sie ihren ganz eigenen Zugang Tierversuche lehnen sie genauso ab, wie Bierversuche: „Für Versuche sind Tiere von der Evolution her nicht gedacht. Genauso wie AnalogBier. Steht Bier drauf, ist aber kein Bier drin.“


Wahlhelfer*innen gesucht


Dennoch war von der lustigen Saufliste nicht bloß satirisches zu hören: Sie kritisierten den Bochumer AStA vor kurzem etwa äußerst nüchtern für einen teuren Vertrag mit der . „Im Wahlkampf wird immer viel heißer Wind um nichts gemacht, um Stimmen zu gewinnen.“, sagt der Listensprecher im bsz-Interview. „Aber die Ente kackt hinten. Am Ende will jede Liste im AStA mitwirken und wird Kompromisse machen müssen.“ Eine eigene Brauerei fordert an unserer Universität bisher noch niemand, aber vielleicht finden sich auch hier noch Studierende, die ähnlich pragmatisch denken wie ihre Kommiliton*innen in Bochum. Alle anderen können sich bis zum 24. Mai auch als Wahlhelfer*innen bewerben: Sinnvolle Arbeit, die auch bezahlt wird (Bewerbungen an: wahlausschuss(ät)stupa-due.de).

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