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VRR bekommt Gegenwind: Studierende starten ihren Protest

02.09.2013 16:33 - Alex Grossert



Ende Juli war bekannt geworden, dass der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine massive Erhöhung der Beiträge für das Semesterticket plant ( „Gefällt mir“ angeklickt. Der Protest soll in einer zentralen Demonstration in Duisburg gipfeln. Dort will der VRR-Verwaltungsrat am 27. September die Erhöhung beschließen.

Die neu gewählten Referent*innen im AStA-Referat für Ökologie und Mobilität haben derzeit alle Hände voll zu tun. Der VRR droht mit satten , die Sarah Malzkorn und Marcus Lamprecht von der Grünen Hochschulgruppe (GHG) zu verhindern versuchen. Die Erhöhung zu verhindern mache derzeit über 90 Prozent der Referatsarbeit aus und habe „absolute Priorität“, so Marcus. Mittlerweile stehen sie zumindest nicht mehr alleine, denn seit gestern läuft die Kampagne „So nicht, VRR!“, die von den Studierendenschaften der betroffenen Universitäten gemeinsam getragen wird.

Die bisherigen Treffen mit VRR-Vertreter*innen haben die beiden als Pseudo-Dialog empfunden. „Die hießen zwar offiziell Verhandlungsrunde, waren vom VRR aber nie als ergebnisoffene Verhandlungen gedacht, sondern im Prinzip als Verkündung dessen, was sie ohnehin wollen. Uns war es wichtig dem VRR keine Zugeständnisse zu machen. Wir halten diese Erhöhung für unsozial und haben das klar so kommuniziert.“ Eine solche Erhöhung ohne vorherige Verhandlung hält Sarah Malzkorn für fatal und nicht vertragsgemäß: „Die Friss-oder-stirb-Taktik des VRR scheint uns für eine öffentliche Institution als vollkommen unangemessen.“

Unterstützung vom Rektor

Dementsprechend habe man sich innerhalb und außerhalb der Universität nach weiteren Verbündeten umgesehen. In kommunalpolitischen Fraktionen, die Vertreter*innen in den Aufsichtsrat des VRR entsenden, habe man dabei bisher allerdings auf Granit gebissen: „Da scheint ein Konsens zu sein, dass man bei Studierenden gut Geld holen kann um den maroden ÖPNV zu sanieren“, glaubt Marcus. Innerhalb der Universität sei es dagegen besser gelaufen. UDE-Rektor Ulrich Radtke habe seine Unterstützung zugesagt und angekündigt, sich diesbezüglich mit den anderen Ruhrgebiets-Universitäten abzusprechen. Auch mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie habe man einen Termin ausgemacht, um wissenschaftliche Unterstützung zu erhalten. „Die Datengrundlage, die der VRR als Rechtfertigung benutzt, ist so dünn, dass sie jeden wissenschaftlichen Anspruch beleidigt“, sagt der Ökologie-Referent. Gerade an der Universität Duisburg-Essen mit ihren zwei Standorten sei ein bezahlbares Semesterticket unentbehrlich.

Ersatzloser Wegfall droht

An der UDE gibt es außerdem eine weitere Besonderheit, die dazu führt, dass nicht nur eine Preiserhöhung droht, sondern sogar der völlige Wegfall des Tickets. Eine derartige Erhöhung muss laut Satzung der Studierendenschaft nämlich zunächst von den Studierenden bestätigt werden, und damit dies passiert, müssten 30 Prozent von ihnen ihre Stimme für das verteuerte Ticket abgeben, was angesichts Wahlbeteiligungen von fünf bis zehn Prozent alles andere als gesichert wäre. Trotzdem bleibt Marcus Lamprecht optimistisch: „Der VRR hat riesige Einnahmen durch uns, auf die er nicht verzichten kann. Vor allem sind diese sicher und ohne Verwaltungsaufwand. Der VRR kann es sich nicht erlauben, keinen Vertrag mehr mit uns zu haben.“

Demo am 27. September

Weil der VRR-Verwaltungsrat Ende September im Duisburger Rathaus über die Erhöhungen entscheiden will, versuchen die Studierendenschaften im VRR-Gebiet trotz Semesterferien und früher Stunde, Präsenz zu zeigen. Bereits um 9 Uhr beginnt die zentrale Demonstration am Duisburger Hauptbahnhof. Zeitgleich wollen auch Studierendenvertreter*innen am öffentlichen Teil der Sitzung teilnehmen. Bis dahin wollen sie ihre Verhandlungsposition stärken und hoffen auf Unterstützung von möglichst vielen Studierenden. Aufgrund der vorlesungsfreien Zeits stehen die sozialen Netzwerke im Zentrum der Öffentlichkeitsarbeit: „Alle, die die Kampagne durch „Gefällt mir“-Klicks unterstützen, stärken unsere Position und üben so Druck auf den VRR aus. Noch wichtiger aber ist, dass die Kommunalpolitik merkt, dass es etwas kurzsichtig ist, dem VRR diese Politik blind durchgehen zu lassen“, sagt Marcus Lamprecht und fügt hinzu: „Ich glaube, so schaffen wir ein Umfeld, das dem VRR von der Außenwirkung her so nicht recht wäre."

Update 04.09.2013: Weitere Infos zum Thema und leider keine Entwarnung hier:

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