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Semesterticket: massive Erhöhung?

30.07.2013 13:53 - Maren Wenzel






Gerade an der Pendler-Uni Duisburg-Essen sind viele Studierende auf das Semesterticket angewiesen. Rund 145 Euro Mobilitätsbeitrag werden dafür jedes Semester fällig. Verglichen mit frei verkäuflichen Monatsfahrkarten ist das ziemlich günstig. Grund dafür ist die geballte Verhandlungsmacht der Studierenden: So verhandelt eine gemeinsame Kommission aller ASten im Bereich des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) mit dem Zusammenschluss der Verkehrsunternehmen. Jetzt möchte der VRR die Preise massiv anheben.

Das Semesterticket besteht aktuell aus zwei Teilen, dem VRR- Ticket und dem NRW-Ticket. Derzeit zahlen Studierende rund 106,62 Euro im Semester für das VRR-Ticket, also 17,77 Euro im Monat. Für das NRW-Ticket werden noch einmal rund 44 Euro pro Semester fällig. Nach den Vorstellungen des VRR soll das Verbundticket demnächst um 43 Prozent teurer werden. Das hat der Konzern den Studierendenvertreter*innen in der ersten Verhandlungsrunde eröffnet. Ab 2014 will der VRR pro Studi also über 45 Euro pro Semester mehr.

Immer mehr Studis fahren immer längere Strecken

Als Grund für die Erhöhung der Beiträge gab der stellvertretende VRR-Verwaltungsratsvorsitzende Norbert Czerwinski an, dass bei den Einnahmen aus dem Semesterticket eine Finanzierungslücke von bis zu 50 Prozent bestehe. Diese sei durch zwei Faktoren ausgelöst, erklärte er in der Rheinischen Post: Mehr Studierende legten immer weitere Strecken mit Bus und Bahn zurück. So seien im Vergleich zur Einführung in den 1990er-Jahren statt einem Drittel heute schon die Hälfte der Studis mit dem Semesterticket unterwegs.

Bislang können Studierende mit dem VRR-Ticket zwischen Dinslaken, Bergkamen, Solingen und Mönchengladbach pendeln, und mit dem NRW-Ticket im ganzen Bundesland. Außerdem können sie im VRR-Bereich auch kostenlos ein Fahrrad und unter der Woche ab 19 Uhr und ganztägig am Wochenende jeweils eine Person auf ihrem Ticket mitfahren lassen. Schon eine Hin- und Rückfahrt der Preisstufe C, beispielsweise von Dinslaken nach Düsseldorf, kostet mit 21 Euro mehr als das Semesterticket pro Monat.


145.000 Studierende an den Vertrags-Universitäten

Von der vom VRR geforderten Preissteigerung wären nicht nur die Studierenden der Uni Duisburg-Essen betroffen, sondern fast alle Student*innen an Rhein und Ruhr. Allein an den fünf Universitäten lernen rund 145.000 Studierende. Lediglich beurlaubte oder behinderte Studierende sowie Zweit- und Gasthörer*innen müssen das Ticket nicht erwerben. Nur durch diese große Anzahl an Tickets kommen die günstigen Preise zustande. Eine Preissteigerung wäre da für den VRR ein großer Coup.

20 Jahre lang keine Kalkulation

Der AStA der UDE, der momentan gemeinsam mit den anderen Studierendenvertretungen mit dem VVR verhandelt, will sich der massiven Forderung nicht einfach so beugen. Auf seiner Facebook-Seite erklärte er als Reaktion auf vorherige Presseberichte: „Man muss sich schon wundern, dass der VRR es 20 Jahre lang verpennt seine Kalkulation anzupassen und wir sollen die Suppe jetzt auslöffeln.“ Und weiter: „Dagegen werden wir uns wehren und wir werden dabei natürlich auch auf die Unterstüt- zung von jedem*jeder Einzelnen angewiesen sein.“


Die Preissteigerung könnte, so Vertreter*innen des VRR, ab 2014 Schritt für Schritt durchgeführt werden. Doch noch steht die Erhöhung nicht fest. „Wir wollen momentan noch keine genauen Angaben machen, weil wir noch Gespräche mit dem VRR führen“, sagt der AStA-Vorsitzende Felix Lütke. „Da ist es besser, direkt zu kommunzieren und nicht über die Presse.“ Tatsächlich haben die Studierendenschaften ein nicht zu unterschätzendes Drohpotential. Denn sollten sie den Vertrag mit dem VRR kündigen, würde dem Verkehrsverbund der größte einzelne Finanzposten verloren gehen, mit dem die Verkehrsunternehmen fest kalkulieren können. Eine Entscheidung soll nach den Verhandlungsgesprächen innerhalb der nächsten Wochen fallen. [mac]




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