Im November 1922 traf das Osmanische Reich ein vergleichbares Schicksal, wie einige Jahre zuvor auch das Deutsche Kaiserreich. Bürgerliche Nationalisten hatten das Volk betört und die legitime Herrschaft durch eine Republik ersetzt. Schon für das Römische Reich war Konstantinopel einst Stolperstein gewesen, wo man fern der Kirche versucht hatte, ein neues Machtzentrum aufzubauen. Was im heutigen Istanbul als kleinbürgerlicher Aufstand begann, könnte sich nun zum Waterloo bürgerlicher Irrlehren entwickeln.">
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Istanbul ist Konstantinopel

05.06.2013 15:56 - Friedrich von Einhalt

EkelbaronIm November 1922 traf das Osmanische Reich ein vergleichbares Schicksal, wie einige Jahre zuvor auch das Deutsche Kaiserreich. Bürgerliche Nationalisten hatten das Volk betört und die legitime Herrschaft durch eine Republik ersetzt. Schon für das Römische Reich war Konstantinopel einst Stolperstein gewesen, wo man fern der Kirche versucht hatte, ein neues Machtzentrum aufzubauen. Was im heutigen Istanbul als kleinbürgerlicher Aufstand begann, könnte sich nun zum Waterloo bürgerlicher Irrlehren entwickeln.


Als Atatürk einst den Türken eingeredet hatte, sie seien das älteste Volk der Welt, das sich bis zu Atilla und Dschingis Khan zurückverfolgen lasse, und sich anschickte, neben der Hutmode auch das Reich seinem Größenwahn anzupassen, begeisterte sein Charisma die Massen. Der heutige Ministerpräsident Erdogan weiß sich mit väterlicher Aura und religionsfreundlicher Gesetzgebung Sympathien zu sichern, droht aber Großstadtbewohnern mit süddeutschen Zuständen: Abholzungen, Alkoholverbote und Autoritätsdemonstrationen.


Noch wutbürgert das Volk ziellos vor sich hin und scheint zu glauben, man müsse bloß eine neue Regierung wählen. Leichtfertig macht es sich so zum Spielball bürgerlicher Kräfte in Armee, Religion und Politik. Erst wenn diese falsche Solidarität aufgekündigt wird, gäbe es wieder Hoffnung, dass das Osmanische Reich den bürgerlich-nationalen Tand endlich abstreifen und wie ein Phoenix aus der Asche steigen könnte.


Hochachtungsvoll,
Friedrich von Einhalt

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