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High5Club-Aus: „Worst Case Scenario“

04.03.2013 17:06 - Martin Niewendick



Duisburgs Kulturlandschaft ist um eine Location ärmer. Völlig überraschend gab der High5Club vergangenen Freitag bekannt, seine Pforten mit sofortiger Wirkung schließen zu müssen: Der Grund sind TÜV-Prüfberichte, die das Duisburger Bauamt als unzureichend bewertete. Das März-Programm wird wohl komplett gestrichen. Die Betreiber sehen sich nun nach neuen Veranstaltungsorten um.

„Wir bedauern, dass wir uns nicht mal verabschieden durften. Danken euch allen für eine gute Zeit“. Fast schon trotzig prangen diese Sätze in großen Lettern über dem Eingang des High5Clubs,  wo sonst die nächsten Konzerte angekündigt werden. Diese Zeiten sind nun vorbei. Für immer.

Insider*innen wussten es schon seit längerem: Ab dem ersten März ist Schluss. Das ehemalige Kino in der Duisburger Fußgängerzone veröffentlichte vergangenen Freitag eine Erklärung, die für viele Kulturfans aus dem Ruhrgebiet nicht leicht zu verdauen ist. „Es war eine wundervolle Reise mit allen Mitarbeitern, Veranstaltern, Künstlern, Partnern und vor allem mit Euch! Wir bedanken uns bei allen, die versucht haben, diesen Supergau abzuwenden“, schrieben die Betreiber des High5Clubs am vergangenen Freitag auf ihrer Website.

Das Duisburger Bauamt hatte Ende 2012 einen Sicherheitsbericht von den Betreibern angefordert. Dieser attestierte zwar Mängel, diese seien aber nicht so schwerwiegend, dass eine Schließung der Location empfohlen werden musste. Tim Wilke und Carsten Butterwegge haben sich nach Rücksprache mit dem Immobilen-Management Duisburg, das den Club vermietet, dazu entschlossen, Geld in die Sanierung zu investieren. Neben den notwendigen Ausbesserungsarbeiten wären dazu noch die Kosten für das Gutachten der TÜV-Prüfstelle hinzugekommen. Nach WAZ-Informationen teilte ein Prüfer mit: „Gegen den Betrieb der Anlage bis zum Ablauf der Mängelbeseitigung bestehen keine sicherheitstechnischen Bedenken.“ Dem Bauamt genügte der Bericht jedoch nicht. Er sei an einigen Stellen fehlerhaft. Dass der Club mit sofortiger Wirkung geschlossen werden müsse, erfuhren Butterwegge und Wilke per Telefon. Sie setzen wenig Hoffnung in juristische Schritte.

„Wir wurden überrumpelt“

„Für Duisburg ist es der worst Case“ sagt Marius Zima vom „Institut für Optionale Partystudien“ auf akduell-Anfrage. Der Student organisiert unter diesem Namen mit einigen Freunden regelmäßig Partys in Duisburg. Am 11. April wollte er im High5Club eigentlich eine Semesterstart-Party schmeißen. „Wir wurden auch relativ überrumpelt.“ Nun muss auch er sich nach einem neuen Veranstaltungsort umsehen.

Wenig Solidarität

Mit dem Ende des High5Clubs verlieren auch über 50 Mitarbeiter*innen ihren Job. Zulieferbetriebe verlieren Aufträge. Und vor allem: Für die regionale Kulturszene ist das Club-Aus ein schwerer Schlag. Für das März-Programm gilt, was auch für die geplante Semesterstart-Party vom „Institut“ gilt: Ersatzlos gestrichen. Der Club war durch seine zentrale Lage bei Leuten aus dem gesamten Ruhrgebiet sehr attraktiv. Die haben nun einen Grund weniger, am Wochenende nach Duisburg zu kommen.

Besonders negativ stößt den Betreibern allerdings auf, dass andere Locations eher verhalten reagieren: „Wir haben gestern noch versucht, zumindest die am Wochenende anstehenden Veranstaltungen in nahegelegene Duisburger Ausweich-Locations zu verlegen, haben da aber leider wenig Solidarität erfahren. Das ist besonders bitter!“

Marius Zima befürchtet mit dem Verlust des Clubs erhebliche Kapazitätsprobleme in der Duisburger Partylandschaft. Vor allem das „Grammatikoff“ würde nun von Veranstaltern wohl verstärkt genutzt werden. Zusammen mit dem High5Club sei das Grammatikoff, das aus dem Club „Hundertmeister“ hervorging, immer ein sicherer Hafen für Kultur- und Partybegeisterte gewesen. Den Behörden allerdings will Zima, der bei der Juso-Hochschulgruppe an der UDE aktiv ist, keinen Vorwurf machen. Sicherheitsaspekte gingen vor: „Die Behörden setzen nur die Regeln um.“ Darauf verweist auch der High5Club. In ihrer Pressemitteilung appellieren die Betreiber an ihre ehemaligen Gäste, „keine negativen Kommentare oder Anfeindungen gegen irgendwelche Ämter oder Institutionen zu verfassen. ALLE machen nur ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen.“ Der Kulturszene in Duisburg nützt dies allerdings wenig.[Mnd]

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