Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Einsatz für SHKs an der Universität Duisburg-Essen

12.04.2016 16:12 - Lorenza Kaib



Studiengänge haben ihre eigenen Fachschaften. Studierende, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter*innen der Universitäten sowie Professor*innen sind in Gremien durch ihre Vertreter*innen repräsentiert. Bislang vergessen: Studierende, die an der Uni auch beschäftigt sind. Doch das soll sich zum kommenden Wintersemester hin ändern.

Seit Januar treffen sich Studierende unter dem Namen „Initiative der studentischen Hilfskräfte an der UDE“ mit dem Ziel, studentische Hilfskräfte (SHK) aus den verschiedenen Arbeitsbereichen zu vernetzen und eine Repräsentation in Form einer Funktionsstelle für sie zu wählen. Laura Dinnebier (SHK an einem Lehrstuhl und einer Professur) von der Initiative sagt, dass sie sich für „jegliche Belange, die SHKs betreffen“, einsetzten werden. Grundlage für die neu geschaffene Stelle ist das Hochschulzukunftsgesetz (HZG), das nun seine Anwendung findet. 28.791 studentische Hilfskräfte arbeiten an nordrhein-westfälischen Universitäten (Stand Juni 2015) – eine ganze Menge bisher nicht repräsentierte*r Arbeitnehmer*innen. Manche Hochschulen wie die Universität Siegen haben schon im vergangenen Wintersemester eine Vertretung gewählt, andere wie die Technische Universität Dortmund besetzten sie erst kürzlich — und stießen dabei auf Probleme.

Verwählt?

Dort wurde nicht von allen Studierenden gewählt, sondern aus dem Senat heraus: „Vier Leute, die für 2.000 Menschen eine Vertretung gewählt haben. Das geht gar nicht“, findet Moritz Kordisch, AStA-Vorsitzender der TU Dortmund. Der AStA der TU setzt sich nun für eine richtige Wahl ein — wahlberechtigt wären ihrer Meinung nach am besten nur die SHKs, doch das ist so nicht im HZG vorgesehen. Kordisch sieht das Problem darin, „dass dort auch Leute sitzen werden, die gar keine SHKs sind und deren Probleme auch nicht kennen.“ Wie und von wem die Stelle auszuschreiben und zu besetzen ist, ist also vorgegeben.

Zurzeit arbeitet die Initiative an der Wahlordnung für die im Herbst geplante Wahl und wartet auf die Reaktion vom Wahlausschuss. „Hauptsächlich geht es bei uns jetzt um die Vorbereitungen für die Besetzung der Funktionsstelle, die gesetzlich vorgeschrieben ist, und das Ganze auf rechtlicher Basis umzusetzen“, erklärt Laura. Wahlberechtigt werden alle Studierenden sein. Um zu kandidieren, benötigt man hingegen eine Arbeitsbescheinigung der Universität Duisburg-Essen, sprich: man muss eine studentische Hilfskraft sein. Eine Bezahlung gibt es für die Stelle nicht, jedoch „kann [die Grundordnung] vorsehen, dass die Mitglieder der Stelle, sofern sie in einem Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis zur Hochschule stehen, in einem angemessenen Umfang von ihrer dienstlichen Tätigkeit freigestellt werden“ (Paragraph 46a Hochschulzukunftsgesetz). Die konkreten Aufgaben für die Funktionsstelle sind noch nicht ganz definiert, da sie erst noch im Entstehen begriffen ist. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW plant kostenlose Fortbildungen für die gewählten Vertreter*innen um sie bei ihrer neuen Tätigkeit zu unterstützen.

Jobsicherheit und Arbeitsbedingungen

Vorher habe es überhaupt gar keine Interessenvertretung für studentische Hilfkskräfte gegeben, stellt Felix Groell (SHK am Akademischen Beratungszentrum) fest. Für ihn ist es wichtig, dass sich die Studierenden erst einmal kennen lernen, da sie aus ganz verschiedenen Bereichen kommen und „sich zum Beispiel darüber austauschen, wie das mit Überstunden geregelt ist — werden die bezahlt oder gibt es dafür dann freie Tage? Das regeln die unterschiedlichen Stellen oft anders.“ Es gibt zwar einen Leitfaden für SHKs, an ihn wird sich jedoch nicht immer gehalten.

Kann ein solcher Austausch nicht erfolgen und ist der Studierende sich seiner eigenen Rechte nicht bewusst, nützt das im Zweifelsfall der Arbeitgeber*innen-Seite. „Es gibt viele Studierende, die gar nicht wissen, dass sie beispielsweise ein Recht auf Lohnvorauszahlung im Krankheitsfall haben oder sich dann nicht trauen, damit auf ihren Arbeitgeber zuzugehen“, erklärt Tim Wübbels (SHK am Lehrstuhl Didaktik der Sozialwissenschaften). Felix weiß auch von Fällen zu berichten, in denen „erkrankten Studierenden gesagt wird, sie müssten die Arbeit nachholen — das ist Schwachsinn, wer krank ist, ist krank! Da muss nichts nachgeholt werden.“

Der akduell liegen Informationen vor, dass in der Bibliothek, am e-Point und im ZIM langfristig SHK-Stellen gestrichen und durch Angestellte ersetzt werden sollen — eine solche Maßnahme würde zwar Stellen schaffen, gleichzeitig vielen Studierenden ihren Nebenjob kosten. Auch im Fall eines geplanten Stellenabbaus könnte sich die Vertretung für die Interessen der studentischen Beschäftigen zukünftig einsetzen.

Nächstes Treffen der Initiative:
Mittwoch, 11.Mai um 18 Uhr
Besprechungsraum des AStA,
Essen (T02 S00 K08)

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