Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Die Versuchung der Freiheit

15.11.2013 08:00 - Friedrich von Einhalt

Der Bürger ist kein freier Mensch, wie auch immer er sich seine selbstverschuldete Unmündigkeyt auch euphemistisch schönzureden vermag. Er glaubt sich als Freigeist, doch bleibt ein Getriebener, der mal dem Sachzwang, mal dem Vorgesetzten und selten nur dem eigenen Vorsatze folgt. Wahre Freiheit ist nur unter Bedingungen von Leibeigenschaft zu erreichen. Die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft hingegen verkauft eine Ware Freiheit, die sich letzten Endes als wirksames Betäubungsmittel herausstellen wird.

Die Freiheit, die wir meinen, macht den Freien zum freiwilligen Freier seiner freiheitlich zum freien Markte getragenen und dort freizügig feilgebotenen Existenz. Der Mensch des Mittelalters mag ein Sisiphos gewesen sein, der manches Mal monoton seinen Stein den Berg hinaufzuschieben hatte. Der Bürger ist hingegen frei, seinen Stein zu bewegen, wohin es ihm beliebt. Als Konsequenz läuft schließlich alles durcheinander und walzt sich gegenseitig nieder.

Will man die Religion nun schon als Opium des Volkes kritisieren, dann sollte man auch den schädlichen Einfluß der Freiheit zur Kenntnis nehmen, die man in der heutigen Zeit wohl als Volkes Ketamin betrachten muß. Was edle Rösser noch in den Schlaf zu wiegen vermag, verwandelt den Menschen in einen rastlos zuckenden Zombie, der über basale Körperfunktionen hinaus kaum zu denken vermag.

Hochachtungsvoll,

Friedrich von Einhalt

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