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(D)eine Stimme für das Semesterticket auf der Chipkarte

18.12.2017 13:03 - Philipp Frohn



Es regt sich weiter Protest gegen die Ticket-Umstellung: Statt auf der Chipkarte, ist das Semesterticket nur noch auf dem Smartphone oder in ausgedruckter Form erhältlich sein. Um das zu verhindern, hat das Autonome Fachschaftenreferatnun eine Petition ins Leben gerufen, mit der Studierende ihre Ablehnung des neuen Konzepts gegenüber Rektorat und Senat zum Ausdruck bringen können.

„Wir wollen das Semesterticket zurück auf dem Studiausweis!“, fordert das Autonome Fachschaftenreferat und hofft, mit der Petition Druck in der Hochschulverwaltung ausüben zu können. Seit Mittwoch, 13. Dezember, ist die Online-Petition nun abrufbar. Seitdem haben schon 1.244 Studierende ihre Stimme gegen die Ticketumstellung erhoben (Stand: 18. Dezember). Vorerst wird die Petition bis zum Ende der Vorlesungszeit andauern. Eine analoge Version liegt zudem allen Fachschaften vor. Studierende dürfen nur einmal unterschreiben – entweder online oder auf der Unterschriftenliste. Wichtig ist, dass die Universitäts-Mailadresse hinterlegt wird, damit das Autonome Fachschaftenreferat prüfen kann, dass keine Unterstift doppelt hinterlegt ist. „Gerne können auch andere Statusgruppen die Petition unterschreiben, um so ihre Unterstützung auszudrücken,“ erklärt Constanze Becker, Sprecherin der Fachschaftenkonferenz, den Prozess und hofft auf Rückhalt, zum Beispiel von Dozierenden.

Nach der konstituierenden Sitzung des Studierendenparlaments am Mittwoch, 20. Dezember, auf der ein neuer Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) gewählt werden könnte, will sich das Autonome Fachschaftenreferat weitere Aktionen gegen die Ticketumstellung überlegen. „Geplant ist aber natürlich, sofern AStA und StuPa das auch möchten, gemeinsam weiter dagegen anzugehen“, so Becker. Dabei ist großer Rückhalt zu erwarten, denn schon im Wahlkampf zur StuPa-Wahl zeigte sich in der Ticket-Frage ein listenübergreifender Konsens ().

Chipkarten-Version für Hochschulverwaltung ausgeschlossen

Viele Studierende beklagen, dass ihnen der QR-Code Probleme bereite oder der Ticketabruf in der MyUDE-App generell nicht funktioniere (). Erst am vergangenen Wochenende beklagten sie, dass die MyUDE-App für das iOS-Betriebssystem beim Öffnen des Semestertickets abstürze. Ludwig Ciesielski, Leiter des Studierendensekretariats, bezeichnet die öffentlich thematisierten Beschwerden indes als „nicht repräsentativ“.

„Bei uns im Studierendensekretariat sind in den letzten Monaten jedenfalls keine Klagen zur Ticketumstellung eingegangen“, sagt er gegenüber der akduell. Eine erstaunliche Aussage hatten sich bei der letzten Fachschaftenkonferenz die Fachschaften-Vertreter*innen doch massiv beschwert, auch über Ciesielskis Haltung. Ebenso wurde das Thema bereits im Senat angesprochen, erklärt Corinna Kalkowsky, Senatorin aus der Gruppe der Studierenden.

Obwohl die Ticket-Umstellung bei Studierenden auf Unzufriedenheit stößt, werde es aus Sicht der Hochschulverwaltung keine Rückkehr zur Chipkarten-Version geben – nicht einmal, sollte die Petition eine beachtliche Zahl an Unterstützer*innen vorweisen. „Schon allein deshalb, weil die Verkehrsbetriebe ab 2020 keine neuen Tickets mehr auf einer Chipkarte akzeptieren wollen“, führt Ciesielski aus. Für ihn besteht dazu auch keine Notwendigkeit. „Die Vorteile des Tickets auf dem Smartphone liegen meines Erachtens auf der Hand“, sagt der Leiter des Studierendensekretariats, ohne diese zu benennen. Er betont zugleich, dass zum Sommersemester das System besser ausgereift sein soll. Künftig kann das Ticket mit der Uni-Kennung heruntergeladen werden. Dadurch soll eine Fehlerquelle behoben werden: Falsch geschriebene Namen konnten bislang nicht nachträglich korrigiert werden.

Zwar gehen beim AStA die Anzahl der Beschwerden zurück. „Bei uns ist das deutlich weniger geworden, was ich eher als Gewöhnung als als Akzeptanz ansehen würde,“ urteilt der kommissarische AStA-Vorsitzende Marcus Lamprecht. Für das autonome Fachschaftenreferat sind die Probleme damit aber noch nicht aus der Welt geschaffen. „Es ist unverständlich und eine Unverschämtheit, darauf zu beharren, obwohl bewusst ist, dass es so viele Probleme gibt. Sie verschließen einfach die Augen und wollen ihr Ding durchsetzen“, sagt Becker über die Haltung von Hochschulverwaltung und Verkehrsbetrieben.

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