Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Das allsehende Auge

26.01.2014 20:00 - Friedrich von Einhalt

Bereits seit seiner Gründung fürchtet der Amerikanische Staat die Rückkehr der Monarchie, wie der Teufel das Weihwasser. Diese spezifisch amerikanische Angst kompensiert die Abwesenheit eines souveränen Herrschers, der fehlt, wo Einjeder souverän sein will. Jene Angst gebahr wohl auch diese wundersame Maschine, die in der Lage sein soll, den gesamten Datenverkehr zu archivieren und nach Schlüsselworten zu durchsuchen. Deren bloße Existenz kränkt bereits die bürgerliche Seele, die ihr eigenes Recht beschnitten sieht, unbeobachtet zu beobachten.

Es gleicht dem Turmbau zu Babel, nur mit Worten anstelle von Steinen. Eine Nation die vorgibt, eine Nation unter Gott zu sein, schlußendlich aber selbst zum allsehenden Auge werden möchte, versinnbildlicht eben jene Dekadenz, die den Untergang einer Kultur ankündigt. Diesen Untergang gilt es nach göttlichen Geboten anstelle von bürgerlicher Gesetzgebung fruchtbar zu machen, ohne sich dabei einem allzu naiven Idealismus hinzugeben.

Spionage und Überwachung sind am Ende schließlich die gewöhnlichsten Dinge der Welt, die einfachen Geistern erst auf technischem Neuland überhaupt ins Auge fallen. Jeder machterfahrene Herrscher ist sich hingegen bewußt, daß kein weltliches Gesetz den Menschen je unsichtbar und gleichsam allsehend machen wird, so sehr er sich auch moralisch dazu berechtigt sieht.

 

Hochachtungsvoll,

Friedrich von Einhalt

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