Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

Von der Turnhalle in die Zelte? Interview mit einem Betroffenen

Kaum hat das Interview mit Amid und einem Übersetzer begonnen, schon scharren sich knapp zwanzig weitere Männer im Halbkreis um uns herum. Teilweise unterbrechen sie das Gespräch. Sie alle wollen reden, das ist spürbar. Die Geflüchteten gehören zu den letzten 53 von ehemals über 208 Bewohner*innen, die noch in der Turnhalle ausharren welche nun <a href="http://akduell.de/2016/06/von-der-turnhalle-in-die-zelte/">geräumt werden soll</a>. akduell sprach mit Amid über seine Befürchtungen zur anstehenden Räumung, die Monate in der Unterkunft und seine Wünsche für die Zukunft.
 

She works hard for the money

Kirche für Huren? Was nach einer paradoxen Vorstellung klingt, wurde vergangenen Sonntag, 5. Juni, in der Pauluskirche in Bochum realisiert. Der <a href="http://www.madonna-ev.de/" target="_blank">Madonna e.V.</a> zur Förderung der beruflichen und kulturellen Bildung von Sexarbeiterinnen organisierte anlässlich des Internationalen Hurentags zum zehnten Mal einen Gottesdienst mit Lesung, Musik und einer Ausstellung.
 

Männlich, wohlhabend, verheiratet

20.000 Menschen sitzen in Nordrhein-Westfalen in den Gemeinde- und Städteräten. Doch wer führt diese Ehrenämter eigentlich aus? Eine repräsentative Erhebung des Instituts für Politikwissenschaften der Universität Duisburg-Essen zeigt jetzt, dass dies soziale Verzerrung nicht nur in der Berufspolitik stark vertreten ist. Britta Rybicki sprach mit dem Leiter der Studie, Achim Goerres, der gemeinsam mit Studierenden zehn der knapp 400 Gemeinde- und Stadträte analysierte. 165 Abgeordnete wurden in Interviews über politische, soziale und ökonomische Hintergründe befragt. Der Politikwissenschaftler spricht zudem über Folgen, die lokalpolitische Eliten haben können.
 

Gespaltene Bilanz nach rechter Großdemo in Dortmund

Die Neonazis, die in Dortmund am Samstag, den 4. Juni, ihren Tag der deutschen Zukunft veranstaltet haben, konnten fast ungestört marschieren. Die Strategie der Polizei ging auf. Sie kesselte viele der Gegendemonstrant*innen ein, sodass rund die Hälfte der 5.000 Teilnehmenden nicht einmal in die Nähe der Naziroute kam. Mit „Nazis raus!“-Rufen und Pfeifkonzerten konnte der Gegenprotest den Naziaufmarsch aber zumindest etwas stören. Samstagnacht gegen 23 Uhr kam es dann noch in Dorstfeld zu einem anderen Vorfall: Neonazis griffen Polizist*innen an.
 

Von der Turnhalle in die Zelte?

Ein Großteil der Stockbetten ist aus der Turnhalle an der Querenburger Straße 35 in Bochum geräumt worden. Nur noch ein paar abgetrennte Nischen sind bewohnt. Die 208 Menschen, die ehemals auf den Aluminiumgestellen schliefen, wurden in eine neue Unterkunft gebracht. Aber nicht alle – 53 Geflüchtete harren weiter in der Halle aus. Nicht etwa, weil sie sich mit dem Leben in der Sportstätte arrangiert hätten. Die Alternative zu dieser Unterbringung wäre nämlich eine weitere Massenunterkunft – Zelte an der Kollegstraße. Weit abgelegen. Die Stadt droht mit gewaltsamer Räumung. Die Protestierenden fordern nach sieben Monaten Turnhallenunterbringung ein menschenwürdiges Leben.
 

Bundestag verabschiedet Armenien-Resolution

Jetzt ist es in Deutschland offiziell: Am Donnerstag, 2. Juni, verabschiedete der Bundestag eine Resolution, die den Völkermord an den Armenier*innen zwischen 1915 und 1919 durch das Osmanische Reich offiziell als einen solchen bezeichnet. Die Türkei, Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches, droht derweil mit Konsequenzen.
 

Was würdest du tun?

2.500 Schweizer Franken (circa 2.260 Euro) sollen alle erwachsenen Bürger*innen einkommensunabhängig nach Forderung der Initiative <em>Für ein bedingungsloses Grundeinkommen</em> erhalten. Dies könnte Realität werden, wenn am 5. Juni über 50 Prozent der Schweizer*innen beim Volksentscheid mit „Ja“ stimmen. Für das Thema bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) engagieren sich auch Bewegungen in anderen europäischen Ländern, vergangenen Sonntag wurde die Aktion Die größte Frage der Welt von Genf nach Berlin geholt. Dort entrollten Aktivist*innen die 400 Meter lange Frage „What would you do if your income were taken care of?“  (Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?) auf der Straße des 17. Juni.
 

Stell dir vor.

Stell dir vor, du müsstest umziehen. In eine Turnhalle. Du lebst mit 58 Menschen zusammen. Ihr schlaft in einem Raum. Ein Freund von dir muss mit über hundert anderen Menschen engsten Raum teilen.
 

Kennste, kennste, kennste?

Die Zeiten, in denen lustige Kostümchen, dicke Brillen und falsche Zähne die Massen zum Jubilieren und Jauchzen brachten, sind vorbei. Heute wird vor allem über Klischees, Rollenbilder und Migrationshintergründe gelacht. Die Seltenheit der durchdachten und klugen Comedy steigt ins beinah Unmessbare. Warum füllt einer der unlustigsten Menschen mit seinem Programm ein ganzes Stadion? Wieso reicht es, sich als übergewichtige Frau im pinken Jogginganzug auszugeben? Ein kleiner Rant auf die deutsche Comedy-Landschaft.