Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Aktivist*innen besetzen Hauptsitz von European Homecare

05.12.2014 12:57 - Maren Wenzel



Am Freitagmorgen haben antirassistische Aktivist*innen den Hauptsitz von European Homecare in Essen-Stadtwald besetzt. Etwa 30 Aktivist*innen waren im Gebäude, vor dem Hauptsitz standen noch mehr Unterstützer*innen.  Die Polizei war vor Ort, eine gewaltsame Räumung fand nicht statt. Die Besetzer*innen haben die Firmenzentrale letztendlich selbständig wieder verlassen. Die Personalien der Teilnehmer*innen wurden aufgenommen. Vor dem Unternehmen wurde eine Demonstration angemeldet. akduell hat während der Besetzung mit den Aktivist*innen gesprochen.


Mit einem Trick, den die Aktivist*innen bislang nicht Preis geben wollen, sind sie in den Hauptsitz von European Homecare gekommen. 30 Aktivist*innen harrten in den Büroräumen des Unternehmens aus, während weitere Aktivist*innen draußen vor der Tür Unterstützung leisteten. „Die Polizei ist wohl mit einer Wanne vor Ort. Aus den Büroräumen ist die Lage aber unübersichtlich“, sagt Aktivist Marcus Kämper auf akduell-Anfrage. Er befindet sich gerade im besetzten Unternehmen. Während unseres Telefongesprächs dröhnt im Hintergrund die Stimme des Hausbesitzers, der die Aktivist*innen auffordert, das Gebäude zu verlassen. „Wir werden aber bleiben“, sagt Kämper.

European Homecare: Schwere Misshandlung von Geflüchteten

Das Unternehmen European Homecare (EHC) bietet Dienstleistungen als „Flüchtlingsbetreuer/in“ an und betreibt als privates Unternehmen im Auftrag von Land und Kommunen Unterkünfte für Geflüchtete. Ende September war die Firma in die Schlagzeilen geraten. Das WDR-Magazin Westpol hatte betreibt die EHC weiter rund 40 Einrichtungen bundesweit, darunter vier Unterkünfte in Nordrhein-Westfalen.

Aktivist*innen fordern Schließung von Flüchtlingslagern

Die Aktivist*innen fordern das Unternehmen auf, komplett zu schließen: „Wir wollen, dass die ihre Firma dicht machen und das Geschäft mit der Lagerverwaltung einstellen“, sagt Aktivist Kämper. „Statt einem Geschäft mit geflüchteten Menschen zu machen, fordern wir Wohnraum für alle und die Schließung der Lager, in dem Geflüchtete derzeit leben müssen“, so Kämper weiter.

Die Aktivist*innen machen darauf aufmerksam, dass derzeit Rassismus statt einer erforderlichen Willkommenskultur die deutsche Flüchtlingspolitik prägt: „Die miese Behandlung und schlechte Unterbringung von Geflüchteten und der damit verbundene Abschreckungseffekt ist politisch gewünscht“, sagt Aktivistin Janine Meyer. „In Medien und Politik wird von „Willkommenskultur“ gesprochen, während gleichzeitig dieselben Institutionen aus allen Geflüchteten, die es hierher schaffen, ein Problem machen wollen“, so Meyer weiter. Die jetzige Besetzung soll ein Zeichen Richtung Köln setzen. Dort soll auf der morgigen Innenministerkonferenz besprochen werden, ob Asylanträge demnächst sogar ins Ausland vorverlagert werden und die Flüchtende damit nicht einmal in Deutschland ankommen. „Wir grüßen die Menschen die morgen in Köln dagegen auf die Straße gehen“, sagt Meyer.

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