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LOKALES

Zoo Duisburg: „Eine herausfordernde Situation“

Giraffenbulle Kiringo [Foto: Zoo Duisburg / J. Tegge]
04.05.2021 12:50 - Lena Janßen

Seit Beginn der Pandemie musste der Duisburger Zoo seine Pforten für Besucher:innen immer wieder schließen. Wie der Zoo mit der Krise bisher umgegangen ist und wie die Tiere auf das fehlende Publikum reagiert haben.

Als Zoo in einen Lockdown zu gehen, fordert die Mitarbeitenden des Duisburger Zoos besonders heraus. „Anders als andere Betriebe können wir die Arbeit in unserem Zoo nicht herunterfahren“, erzählt Pressesprecher Christian Schreiner. „Wir arbeiten bei nahezu gleichbleibenden Kosten weiter, ohne die wichtigen Eintrittsgelder generieren zu können.“ Die Tiere sind weiterhin auf die Verpflegung durch das Personal angewiesen: Futter, medizinische Versorgung und Beschäftigung. „Wir pflegen derzeit 9.000 Tiere aus 400 verschiedenen Tierarten. Wir verbrauchen für Tierfutter jeden Monat rund um die 50.000 Euro“, berichtet Schreiner. Hinzu kommt Aufwendung für Energie, wie zum Beispiel für die Filtertechnik im Aquarium oder die Beheizung des Tropenhauses. Auch die Mitarbeiter:innen müssen weiter bezahlt werden. 

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Zu finanziellen Problemen ist für den Zoo dennoch nicht gekommen. Schreiner freut sich darüber: „Wir genießen als Zoo einen wahnsinnigen Rückhalt von Tierfreunden und haben die Stadt Duisburg als zuverlässigen und wichtigen Partner an unserer Seite. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Auch Firmen und Privatpersonen spenden während der Schließungen Geld und greifen dem zoologischen Garten unter die Arme. Zu Beginn des ersten Lockdowns gab es bereits eine Spendenaktion, bei der Besucher:innen symbolisch zu Futterheld:innen werden konnten: „Es waren über 2000 Menschen aus Duisburg und dem Umland, die sich während des Lockdowns engagiert haben. Ohne Unterstützung geht es nicht.“

Routine für Tiere bleibt gleich

Verglichen mit den Mitarbeitenden hat sich für die Tiere im Zoo wenig geändert. „Es sind zwar keine Besucher mehr gekommen, aber die Tiere haben weiterhin mit ihren Artgenossen, in der Herdenstruktur, im Familienverband oder eben als Einzelgänger gelebt“, so Schreiner. Die Tagesroutine bleibt ebenfalls gleich: Verpflegung durch die Bezugspfleger:innen, tägliches medizinisches Training und Beschäftigungsprogramm. Für die Tiere wären Besucher:innen gar nicht so maßgeblich, erläutert Schreiner. 

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Ein Wombat. [Foto: Zoo Duisburg / I. Sickmann ]
 

Nur wenige Tiere zeigen kleine Auffälligkeiten. Unter anderem der Giraffenbulle Kiringo: „Kiringo war irritiert. Er hat unsere Pfleger und die übrigen Mitarbeitenden ganz genau beobachtet.“ Der Giraffenbulle habe bemerkt, dass etwas anders ist. „Das ist schon menschlich interpretiert und man muss daher vorsichtig mit so etwas umgehen. Als wissenschaftlicher Zoo beobachten wir unsere Tiere genau, das ist maßgeblich“, sagt Schreiner. Wie Tiere reagieren, sei immer eine Charaktersache: „Bei unseren Gorillas gab es keine anderen Verhaltensweisen. Das kann bei einer Gorillagruppe eines anderen Zoos aber wieder ganz anders sein.“

Durch die große Unterstützung vieler Zoofreund:innen kann der Zoo positiv in die Zukunft blicken. Nicht nur die finanzielle Unterstützung sei hervorzuheben, sondern auch die moralische, so Schreiner: „Wir haben liebe Nachrichten über Social Media bekommen und Kinder haben uns tolle Bilder gemalt.“ Schreiner ist begeistert von der großen Hilfsbereitschaft und dem Rückhalt, die der Zoo erfahren hat: „Die Leute denken an uns und stehen an der Seite von unseren Tieren. Das trägt einen durch die schwierige Zeit.“

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