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VRR mahnt Deutsche Bahn ab: Das Drama des deutschen Nahverkehrs

Die Bahn kommt - manchmal aber auch nicht, deswegen wurde die Bahn jetzt vom VRR abgemahnt. [Symbolbild: Jacqueline Brinkwirth]
11.02.2019 12:14 - Jacqueline Brinkwirth

Die Krise der Deutschen Bahn verschärft sich weiter. Im Rahmen eines außerordentlichen Qualitätsgespräches hat der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) der DB Regio eine Abmahnung ausgesprochen. Der Grund: anhaltend schlechter und unzureichender Service auf zahlreichen Regional-und S-Bahn-Strecken. Neben der Bahn ist nun auch der Staat am Zug. 

Ein Kommentar von Jacqueline Brinkwirth

Verspätungen, keine verfügbaren Sitzplätze und Zugausfälle – für Fahrgäste der Deutschen Bahn gehört das zu den alltäglichen Problemen, mit denen sie sich im deutschen Nah- und Fernverkehr rumärgern müssen. Für den VRR war dieser traurige Dauerzustand nun nicht länger zu ertragen. In einer Abmahnung strafte der Verkehrsverbund den Service der Bahn am 5. Februar offiziell ab. In der Pressemitteilung heißt es, die Abmahnung sei „aufgrund der anhaltend schlechten und nicht akzeptablen SPNV-Betriebsleistungen (Anm. d. Red: Schienenpersonennahverkehr) auf den Linien S1, S68, S8 und RE6“ ausgesprochen worden, ferner ziehe sich „dieser Zustand […] bereits über das ganze Jahr 2018 und verschlechterte sich dabei über alle vier Quartale des vergangenen Jahres einschließlich bis heute und ist so nicht weiter akzeptabel.“ 

Auch in Medien und Politik ist diese katastrophale Bilanz der Deutschen Bahn immer wieder Thema. Und obwohl viel gefordert und über Streckenausbau, Ticketpreise und Modernisierung diskutiert wird, verkennt die öffentliche Debatte dabei doch eines: der*die Leidtragenden sind am Ende immer die Fahrgäste. Und das ist im Regelfall nicht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der vor unlängst in drei (!) Krisengesprächen mit Bahn-Vorstand Richard Lutz umfassende Verbesserungen für den Nah- und Fernverkehr forderte.

Geändert hat sich seitdem nichts. Der Kern des Problems sind aber auch nicht schlechte Konzernbilanzen oder Schulden in Milliardenhöhe. Denn: Was es für alte, schwangere, chronisch kranke oder Menschen mit Behinderung für Auswirkungen hat, wenn ihnen auf einer mehrstündigen Zugfahrt kein Sitzplatz zur Verfügung steht oder wie Arbeitnehmer*innen tägliche Verspätungen vor ihren Vorgesetzten rechtfertigen sollen, ist nicht Teil der Bahn-Debatte.

Es ist höchstens lästiges Beiwerk. Wer möchte sich schließlich mit einer Meute wütender Verbraucher*innen auseinandersetzen? Dass nun der VRR als einwohnerstärkster Verkehrsverbund in Deutschland eine Abmahnung ausspricht, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diese Abmahnung, die die Deutsche Bahn in die Pflicht nimmt das „für unsere Fahrgäste […] andauernd schlechte Angebot auf der Schiene mit massiven Zugverspätungen und reduzierten Platzangeboten schnell und nachhaltig […]“ zu verbessern und vor allem auch Entschädigungen fordert, weist nicht nur überdeutlich darauf hin wie schlecht es um den Service der Bahn tatsächlich steht. Darüber hinaus sollte dies auch ein Weckruf für das Verkehrsministerium (ergo die Bundesregierung) sein, seine Pflicht als Alleinaktionär und Eigentümer der Deutschen Bahn endlich ernst zu nehmen und klare Ansagen zu machen, um den Konzern auch in Zukunft für Deutschland tragbar zu machen. 

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/Beyond Borders/

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