Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Vermehrt Diebstähle in der UB Essen – eine Frage des Zugangs?

Langfinger haben oft leichtes Spiel.
[Symbolfoto: Jacqueline Brinkwirth]

27.08.2019 11:02 - Jacqueline Brinkwirth

In letzter Zeit soll es vermehrt zu Diebstählen von Laptops, Handys oder Geldbörsen in der Universitätsbibliothek (UB) gekommen sein. Betroffene beklagen in den sozialen Netzwerken, dass der Zugang zur Bibliothek nicht kontrolliert würde. Doch lässt sich dieses Problem tatsächlich mit strengeren Kontrollen lösen?
 
Diebstähle in öffentlichen Räumen sind nichts Neues. Dabei sind Geldbörsen mitsamt Karten vermutlich noch am leichtesten zu ersetzen. Wirklich ärgerlich wird es für Betroffene jedoch, wenn plötzlich Handy oder Laptop weg sind – mitsamt aller Fotos, Dateien und Backups. So ist

es auch Sebastian ergangen, als er zum Arbeiten in der UB war. „Mir wurde mein MacBook gestohlen, als ich kurz zum Telefonieren draußen war“, erzählt er. Seine Rücksichtnahme auf die anderen Lernenden wird ihm dabei zum Verhängnis.
Der Universitätsbibliothek ist das Problem ebenfalls nicht neu. „Leider haben wir – wie viele öffentliche Einrichtungen – auch immer wieder mit Diebstählen zu kämpfen“, berichtet Andreas Sprick, Vertreter der UB-Direktion. Vor allem die Unachtsamkeit der Lernenden werde häufig ausgenutzt. „Verwaiste Arbeitsplätze mit zurückgelassenen Notebooks, Tablets oder Taschen sind keine Seltenheit. Smartphones liegen unbeachtet am Rand der Tische und Taschen stehen offen neben den Arbeitstischen, während die Lernenden tief in ihre Bücher, Texte, Materialien versunken sind.“ Für Langfinger ein leichtes Spiel. Allzu oft gehen Diebstähle dieser Art schnell und unbemerkt von statten. Das erlebt auch Sebastian: „Ich habe bisher keine Hinweise zum Diebstahl bekommen, und auch die Leute, die dort saßen, haben anscheinend nichts gesehen.“

Zugang zur Bibliothek

Bei Facebook fragt er nach Hinweisen, doch auch hier fallen die Antworten auf seinen Eintrag ernüchternd aus. In den Kommentaren berichten andere Studierende jedoch von ähnlichen Erfahrungen. In vielen Fällen hätte mehr Vorsicht einen Diebstahl möglicherweise verhindern können. So sieht es auch Andreas Sprick. „In vielen dieser Situationen sprechen wir die Benutzer*innen gezielt auf ihr Verhalten an, bei verwaisten Arbeitsplätzen bitten wir über ausgelegte Infozettel, das Eigentum nicht unbeaufsichtigt zu lassen. In akuten Fällen warnen wir auch per Lautsprecherdurchsage vor möglichen Diebstählen“, erklärt er.
Auch Sicherheitspersonal werde seit Juli 2019 am Campus Essen eingesetzt. „Ein primäres Ziel ist es, durch Kontrollgänge eine gute und geschützte Arbeitsatmosphäre zu generieren, das Sicherheitsempfinden

„Bisher gibt es keine Pläne, die freie Zugänglichkeit der Fachbibliotheken zu beschränken.“

der Benutzer*innen und Mitarbeiter*innen zu stärken und, nicht zuletzt, auch potenzielle Diebe abzuschrecken.“ In den sozialen Netzwerken kursiert derweil der Aufruf, den Zugang zur Bibliothek stärker zu kontrollieren, um zu verhindern, dass Diebe überhaupt in die UB gelangen. Für die Leitung der UB keine Option: „Die Benutzer*innen fühlen sich überwiegend sicher und empfinden den Lernort Bibliothek als geschützten Raum. Bisher gibt es keine Pläne, die freie Zugänglichkeit der Fachbibliotheken zu beschränken.“
Denn als öffentlicher Raum stehen Bibliotheken auch Nicht-Studierenden zur Verfügung. „Neben den Angehörigen der UDE steht die Bibliothek allen interessierten Personen offen. Sie wird hierbei gleichermaßen genutzt von Studierenden anderer Hochschulen wie von interessierten Bürger*innen und Schüler*innen der umliegenden Schulen“, argumentiert Sprick. Das Recht auf Bildung ist 1948 von 160 UN-Staaten im Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben worden. Den Zugang zu Bibliotheken einzuschränken würde diesem Recht widersprechen. Für Studierende sollte das Grund genug sein, wachsam und umsichtig mit ihren Habseligkeiten umzugehen, wenn sie sich in öffentlichen Räumen bewegen – dabei bildet die UB keine Ausnahme. 

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