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UDE: Neue Grundschule fürs Essener Nordviertel

Momentan koordiniert die UDE gemeinsam mit der Stadt Essen ein neues Schulprojekt. 

[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

20.11.2020 09:46 - Erik Körner

Momentan arbeitet die Universität Duisburg-Essen (UDE) am Projekt „Universitätsschule“ in Kooperation mit der Stadt Essen und dem zuständigen Schulamt. Ziel ist es, eine neue Ganztagsgrundschule an der Tiegelstraße im Essener Nordviertel nach einem innovativen Lehr- und Raumkonzept zu schaffen.

2019 beschloss die Stadt Essen: Die Grundschule an der Tiegelstraße im Essener Nordviertel nahe dem Essener Uni-Campus wird abgerissen. Seit 2011 stand sie leer, zwischenzeitlich diente sie als Unterkunft für Geflüchtete. Nun soll dort eine neue Schule entstehen, die sogenannte „Universitätsschule“. Ein temporärer Name für ein Projekt, das durch den Lenkungskreis (LK) koordiniert wird – ein Gremium, bestehend aus verschiedenen Vertreter:innen aus den für das Lehramt relevanten Fakultäten sowie zwei Studierenden des Fachs Lehramt Grundschule der UDE und je eine Vertreterin der Stadt Essen und des Schulamts.

Obwohl dieser etwas anderes vermuten lassen könnte: Die „Universitätsschule“ ist kein Projekt für Kinder aus Familien mit akademischem Hintergrund. „Es soll eine Schule für den Stadtteil sein. Eine Schule wie jede andere, mit einem vergleichbaren Auswahlverfahren“, erklärt Dr. Nicola Großebrahm. Sie ist Leiterin des Ressorts Professionsentwicklung des ZLB und Mitglied im LK. Für Essen kommt das Projekt „Universitätsschule“ zur richtigen Zeit. „Momentan ist die Stadt mit steigenden Schüler:innenzahlen konfrontiert und muss neue Plätze schaffen – insbesondere in den Grundschulen“, konstatiert sie. Im Essener Nordviertel sei dieser Mangel seit der Schließung der Tiegelschule besonders schwerwiegend. Ebenso soll die „Universitätsschule“ kein Prestigeprojekt werden, das andere Essener Schulen überstrahlen wird. Eher soll sie ein erster Zugang werden, der, wie es Großebrahm beschreibt, „offen ist, andere Schulen in Essen zu inspirieren und vielleicht die Kooperation zwischen Universität und Schulpraxis über die Schule hinaus auszubauen.“

Abkehr vom Frontalunterricht

Noch steht das Projekt in der Anfangsphase. Es gibt weder ein Kollegium noch eine Schulleitung und auch die Entwicklung des pädagogischen Konzepts steht noch am Anfang. Trotzdem hat der LK bereits genaue Vorstellungen von einem: dem Raumkonzept. „Der normale Klassenraum soll komplett wegfallen. Wir haben stattdessen großzügige Lehr- und Lernbereiche, sogenannte Cluster, die im Kern aus zwei größeren Lernateliers bestehen. Bei Bedarf lassen diese sich zu einer Lernlandschaft zusammenschalten“, so Großebrahm. Außerdem seien weitere Lern- und Aufenthaltsbereiche geplant. Sie sollen etwa als Arbeitsraum für Kleingruppen und dem Lehrpersonal dienen. Dazu Großebrahm: „Dort soll es dezentrale Teamstationen geben, damit die Lehrkräfte clusterbezogen effektiv zusammenarbeiten können und niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten zu den Schüler:innen bestehen.“ 

In einigen Jahren wird im Essener Nordviertel eine neue Grundschule eröffnen. [Symbolfoto: pixabay]
In einigen Jahren wird im Essener Nordviertel eine neue Grundschule eröffnen. [Symbolfoto: pixabay]

 

Außergewöhnliche Anforderungen werden künftige Lehrende voraussichtlich nicht erfüllen müssen. Wichtiger findet Großebrahm die Einstellung der Interessierten: „Ich glaube, es braucht eine grundsätzlich offene Haltung, sich auf neue Konzepte einzulassen und zu überlegen, wie das Arbeiten in diesem neuen Setting funktionieren kann beziehungsweise wie man es weiterentwickeln kann.“ Zudem überlegt der LK zurzeit, welche Teilnahmemöglichkeiten es für Lehramtsstudierende der UDE an der „Universitätsschule“ geben könnte, auch abseits regulären Praxisphasen. „Ich bin froh, dass die Fachschaft Grundschule im LK vertreten ist und wir so den Kontakt zu den Studierenden Stück für Stück aufbauen können“, erklärt Großebrahm und fährt fort: „Damit wir unsere Studierenden auch mitnehmen-  und von ihren kreativen Ideen profitieren können.“

Regelmäßige Updates zur Entwicklung des Projekts bietet das ZLB in einem monatlichen Newsletter an. 
 

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