Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Tarifstreiks in NRW: Positive Verhandlungen für öffentlichen Dienst

Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Foto: ver.di]

27.10.2020 13:10 - Jacqueline Brinkwirth

Nahverkehrsbetriebe, kommunale Krankenhäuser und Beschäftigte im öffentlichen Dienst legten in den vergangenen Wochen landesweit immer wieder die Arbeit nieder, um für faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Am 25. Oktober konnten die Gewerkschaften zumindest für öffentlich Bedienstete einen positiven Abschluss erzielen. Für den Nahverkehr hingegen sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen.

Mehrere Wochen lang kam es nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hamburg und Bremen immer wieder zu Warnstreiks. Beschäftigte im öffentlichen Dienst gingen trotz der andauernden Corona-Pandemie zu Tausenden auf die Straße, um für Lohnerhöhungen und – beispielsweise im Gesundheitswesen – für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Zeitgleich legten auch die Nahverkehrsbetriebe auf Bundesgebiet mehrfach die Arbeit nieder. Für die Bediensteten bei Bund und Kommunen, unter anderem in Krankenhäusern, Kitas, Stadtverwaltungen und Jobcentern, gaben die Gewerkschaften am 25. Oktober bekannt, dass die Tarifverhandlungen einen erfolgreichen Abschluss gefunden haben. 

Mehr Geld für Pflege- und Intensivkräfte

Besonders in Berufen der unteren Entgeltgruppen und in der Pflege können Beschäftigte nun mit teils deutlichen Lohnerhöhungen rechnen: Die Gehälter in Pflegeberufen werden um rund 8 Prozent gesteigert, für Intensivkräfte steigen die Löhne um rund 10 Prozent. Zudem erhalten die Arbeitnehmer:innen noch in diesem Jahr eine Corona-Prämie, die je nach Entgeltgruppe zwischen 200 und 600 Euro liegt. „Das ist unter den derzeitigen Bedingungen ein respektabler Abschluss, der für unterschiedliche Berufsgruppen, die im Fokus der Tarifrunde standen, maßgeschneidert ist“, sagte Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu den Vereinbarungen. Für die unteren Gehaltsgruppen sowie für die Bereiche Gesundheit und Pflege seien die Ergebnisse besonders erfreulich, so Werneke.

„Die Belastungs-grenze der Beschäftigten ist überall erreicht“

In anderen Branchen hingegen ist bislang keine Einigung in Sicht. Die Gewerkschaft ver.di und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) streiten im öffentlichen Nahverkehr immer noch um einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte. „Die Belastungsgrenze der Beschäftigten ist überall erreicht, deshalb benötigt der ÖPNV bundeseinheitliche Regelungen. Das nutzt den Beschäftigten und den Fahrgästen, die von einem gut funktionierenden Nahverkehr ebenfalls profitieren“, argumentierte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Normalerweise wären die Einigungen im öffentlichen Dienst in Bundesländern wie NRW automatisch auf die Verkehrsbetriebe übertragen worden. Durch eine Kündigung der Tarifverträge ist dies jedoch nicht der Fall. Für Nutzer:innen des öffentlichen Nahverkehrs bedeutet das möglicherweise weitere Streiks, bis eine für die Arbeitnehmervertretungen akzeptable Lösung erzielt ist. 

FFF – Aufruf zu weltweitem Klimastreik

Am vergangenen Freitag rief die Bewegung Fridays For Future (FFF) zum globalen Klimastreik auf – zum ersten Mal seit der Corona-Krise.
 

Barrierefreiheit – keine Priorität bei der Bahn?

Im Interview mit der akduell erklärt Kay Macquarrie, wie es mit der Barrierefreiheit bei der deutschen Bahn aussieht.
 

Duisburg am Safe Abortion Day

In Duisburg demonstrierten 30 Menschen für das Recht auf eine sichere Abtreibung.
 
Konversation wird geladen