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LOKALES

Ruhrpott Roller Girls rasen an die Spitze

Eindeutiger Sieg für die Ruhrpott Roller Girls
[Foto: Armin Seng/The Firm]
15.11.2019 16:54 - Julia Segantini

Die Ruhrpott Roller Girls haben am 3. November ihre Rollerderby-Saison mit einem haushohen Sieg gegen die Riot Rollers aus Darmstadt beendet. Barbara und Svenja, die im Essener Team auf der Position der Pivot spielen, ziehen nach einer  erfolgreichen Saison Bilanz und wagen einen Blick auf die kommende. 

Rollerderby ist ein amerikanischer Vollkontaktsport, der auf Rollschuhen ausgetragen wird. Ein Spiel besteht aus zwei 30-minütigen Halbzeiten. In einer Halbzeit werden möglichst viele der 2-minütigen Spielphasen, sogenannte Jams, gespielt. Auf dem Track, der ovalen Bahn, treten zwei gegnerische Teams gegeneinander an. 

Jedes Team besteht aus vier Blockerinnen und einer Jammerin. Die Pivot darf als einzige die Position der Jammerin übernehmen. Letztere holt Punkte für ihr Team, in dem sie durch das gegnerische Team durch fährt und es in der nächsten Runde umrundet. Für jede überholte gegnerische Spielerin erhält sie einen Punkt. Die Blockerinnen versuchen ihre Jammerin dabei zu unterstützen und gleichzeitig die des anderen Teams zu behindern. Dabei kommt es häufiger zu blauen Flecken und kleineren Verletzungen. Jede Spielerin hat einen Derby-Namen, sozusagen einen Künstlernamen.

Von der Vizemeisterin zur deutschen Meisterin

Einen besseren Saisonabschluss hätten sich die Essener Erstligistinnen wohl kaum wünschen können. Schon früh konnten sie sich den Spielerinnen aus Darmstadt gegenüber einen Vorsprung verschaffen und das Spiel schließlich eindeutig gewinnen: 242 zu 38 für Essen lautet das Endergebnis. Nicht nur auf diesen Ausgang können die Ruhrpott Roller Girls stolz sein. 

Die gesamte Saison sei für die Sportlerinnen gut gelaufen, erzählen Svenja, alias Elsa Stark und Barbara, alias Babsi Balboa, nach dem Match begeistert. „Wir haben uns über die Saison unglaublich gut entwickelt und sind zu einem sehr starken Team zusammengewachsen. Das haben wir heute mit einem guten Saisonabschluss gezeigt“, fasst Svenja zusammen. 

Auch Barbara blickt wohlwollend auf die letzten Monate zurück. Das Anfang des Jahres gesetzte Ziel, sich im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu behaupten, hätte das Team erreicht, so die Spielerin. „Letztendlich sind wir Vizemeisterinnen geworden und haben nur das eine Spiel gegen die höchstwahrscheinlich werdenden deutschen Meisterinnen aus München verloren. Das war ganz knapp und darauf sind wir mega stolz“, versichert sie. Das Ziel für die kommende Saison ist damit klar: Deutsche Meisterinnen werden.

Kampf um die Weltrangliste

Aber nicht nur da liegen die Ambitionen des Essener Spitzenteams. „Wenn wir Freundschaftsspiele machen, spielen wir auch um die Weltrangliste unseres Verbandes“, erklärt Barbara. Im letzten Jahr habe sich die Mannschaft rasant verbessert, meint Svenja. „In Europa sind wir gerade so auf Platz 60 von über 500. Letztes Jahr waren wir noch so bei 100, 110.“ Trotzdem wollen sie in den kommenden Monaten weiter an ihren Spielstrategien arbeiten, um es nach ganz oben zu schaffen. 

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Zimperlich darf man beim Rollerderby nicht sein.
[Foto: Armin Seng]

 

Barbara erklärt: „Beim Rollenderby ist das so, dass man auch die Basics am besten bis zum Umfallen trainieren kann, damit alles sitzt.“ Auch wenn das Ergebnis gegen Darmstadt sehr eindeutig ausgefallen ist, habe das Team viel für kommende Spiele lernen können. „Es gibt so etwas, das nennt sich Kollektive Offensive. Wenn alle zusammen der eigenen Jammerin helfen wollen, gibt es verschiedene Formationen und das war gegen Darmstadt noch etwas verbesserungswürdig. Die Taktik haben wir drauf, aber an der Ausführung kann man noch etwas feilen“, kritisiert sie lachend. 

Zur Vorbereitung auf die nächste Saison wollen sie sich deshalb auch etwas von den Höchstplatzierten der Weltrangliste abschauen. „Rollerderby ist, was Taktiken und Spielformationen angeht, immer ziemlich stark im Wandel. Da muss man immer auf dem Laufenden bleiben“, ist sich Barbara sicher. Die Turniersaison startet wieder im Frühling. 
 

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