Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Ruhrorter Tatort – Schimmis Debüt

 Die Horst-Schimanski-Gasse in Duisburg-Ruhrort [Foto: Julika Ude]
19.01.2022 12:45 - Özgün Ozan Karabulut

Vor mehr als 40 Jahren prämierte der Tatort Duisburg-Ruhrort im ARD. Kriminalkommissar Horst Schimanski soll mit seinem Kollegen Thanner einen Mord aufklären. „Schimmi“ und sein Tatort-Debüt sind bis heute Duisburger Kulturgut.

Sonntag, der 28. Juni 1981 um Viertel nach Acht. Das Erste strahlt den Tatort Duisburg-Ruhrort aus. Ein Mann betätigt den Kassettenrekorder. Es ertönt Leader of the Pack von The Shangri-Las. Sein Blick schweift aus dem Fenster, das Krupp-Werk in Rheinhausen ist auf der anderen Rheinseite zu erkennen. Dreckiges Geschirr liegt in der Spüle, dann halt rohe statt Spiegeleier zum Frühstück: Der Tag beginnt für Horst „Schimmi“ Schimanski. Er macht sich auf den Weg zu seiner Stammkneipe. Jemand in der Nachbarschaft steht am Fenster und redet wirr, flucht über das Fernsehen und möchte seine Flimmerkiste aus dem Fenster schmeißen. „Hotte, du Idiot! Hör auf mit der Scheiße!“ sind die ersten Worte von Schimanski. 

So wird den Zuschauer:innen der Duisburger Kriminalhauptkommissar Schimanski, gespielt von Götz George, vorgestellt. Knapp 15 Millionen Zuschauer:innen verfolgen Schimmis ersten Fall im Tatort. Duisburg-Ruhrort ist die 126. Folge der traditionsreichen Tatort-Reihe, mehr als 20 Folgen mit Schimanski als Ermittler wurden veröffentlicht. Schimmi zog mit seiner ehrlichen Art das Publikum in seinen Bann und sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Das damalige Bild über Schimmi war gespalten: Entweder galt er beim Publikum als Rebell oder als Rüpel. Die Bild zählte sogar die Anzahl seiner Kraftausdrücke.

Authentisch, actiongeladen, aufmüpfig

Der Ermittler ist authentisch und hat sein Herz auf der Zunge. Ein echter Ruhrpottler halt. Nicht immer politisch korrekt, aber Gerechtigkeit ist für Schimmi nicht verhandelbar. Er kommt selbst aus der Arbeiterklasse, weshalb sein Vorgesetzter ihn für die Ermittlungen des im Ruhrorter Hafen gefundenen und erstochenen Binnenschiffers Heinz Petschek abstellt. Gemeinsam mit seinem Partner Christian Thanner, gespielt von Eberhard Feik, nimmt Schimanski die Ermittlungen auf. Die beiden ergänzen sich perfekt, wobei Thanner der höfliche Beamte alter Schule ist. 

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Verschiedene Milieus werden im Ruhrorter Tatort gezeigt: Fabrikarbeiter, Punks, Biker, Einheimische, türkische Gewerkschaftler und Nationalisten. Während die Ermittlungen laufen, wird eine weitere Leiche gefunden, die zuerst nicht mit dem ursprünglichen Fall in Verbindung steht. Thanner und Schimanski ordnen die Puzzleteile zusammen und kommen der Wahrheit immer näher. Die behandelten Themen der Folge wie Eifersucht, Rassismus und Gier und sind heute relevanter denn je und bieten Stoff für ein Stück deutscher Filmgeschichte.

Seit der Premiere hat sich einiges getan: Das Kruppwerk in Rheinhausen wurde trotz hartem Arbeitskampf geschlossen, der Hafen ist geblieben. Bei aller Begeisterung für den Ruhrorter Tatort und Schimanski ist Vorsicht geboten, nicht alles zu verklären und abzukulten. Ewiggestrige, für die „früher alles besser” war, wünschen sich nicht weichgespülte Haudegen im TV und die Zeiten zurück, in denen man alles ohne Konsequenzen sagen konnte. Das Männerbild und die Kunstfigur Schimanski passen perfekt in die damalige Zeit, heute würde das wahrscheinlich anders aussehen. Dennoch bleibt der Ruhrorter Tatort ein Klassiker und ein Muss für alle, die sich für Duisburg und Fernsehgeschichte interessieren.

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