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LOKALES

Queerer Theater-Workshop: Über Kunst und Begegnung

Die Theaterpädagogik arbeitet viel mit Körper- und Achtsamkeitsübungen.

[Foto: Lukas Zander]
 

03.02.2020 13:54 - Anna Riemen

Unter dem Titel „Love and Light“ lud die Theaterpädagogik-Theatergruppe „Queerspekten“ zu einem dreitägigen Workshop ein. Er fand auf der Studiobühne Box am Essener Schauspiel statt. Ziel war ein generationsübergreifender queerer Austausch. Marguerite Windblut, Leiter der Gruppe, erläuterte im Gespräch mit akduell die Relevanz eines solchen Angebots.

Jeder definiert den Begriff „queer” für sich anders – zum Beispiel kann queer bedeuten, sich in eine Person zu verlieben, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich identifiziert. Manchmal wird der Begriff auch als Synonym für LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) benutzt – nur, dass versucht wird, mit dem Begriff noch mehr Menschen mit einzubeziehen.

Die Theatergruppe „Queerspekten“ ist ein generationsübergreifendes Ensemble und besteht aus sieben Personen. Gemeinsam mit Theaterpädagoge Marguerite Windblut leiteten sie den Workshop „Love and Light“. Windblut lebt selbst queer. Er gründete das Ensemble im Rahmen des Mitmachangebots des Essener Stadttheaters.

Der Schwerpunkt der Gruppe liegt in einer queerfeministischen Betrachtung verschiedener Themen. Der Workshop ist ihr erstes gemeinsames Projekt. „Die beiden Jüngsten im Ensemble sind 13 und 14 Jahre, die älteste Person um die 60 Jahre alt. Diese unterschiedlichen Perspektiven zu haben ist sehr spannend,“ so Windblut. Der Wunsch, verschiedene Generationen gleichzeitig anzusprechen, habe sich auch bei den 20 Teilnehmer*innen des Workshops erfüllt.

Queerfeministische Beschäftigung mit Kunst

Nach einer halben Stunde des Kennenlernens fanden sich die Teilnehmenden des Workshops zu Kleingruppen zusammen, deren Leitung jeweils eins der Ensemblemitglieder der „Queerspekten“ übernahm. Pro Workshoptag fanden jeweils zwei halbstündige Gruppeneinheiten statt. Damit alle Teilnehmenden alle Gruppen besuchen konnten, war der Workshop auf drei Tage ausgelegt. Themen, mit denen sie sich beschäftigten, waren etwa wie Kleidung eingesetzt werden kann, um sich von der eigenen Geschlechtsidentität zu lösen. Außerdem ging es um queere Musik, oder, wie bekannte Märchen queer erzählt werden könnten.

„Queerspekten“ laden zum Workshop ein

Unter dem Titel „Love and Light“ findet im Januar ein Workshop zum Thema „Queer“ statt.
 

Die Frage, ob es möglich sei, in so kurzen Einheiten intensiv miteinander zu arbeiten, bejaht Windblut. In einem offenen Begegnungsraum teilten sich die Leute sehr schnell mit. Viele der Menschen, die sich dort anmeldeten, hätten ein Anliegen, über das sie gerne sprechen möchten.

Bisher gäbe es nur wenige Angebote wie die „Queerspekten“ und den Workshop. „Theaterpädagogik arbeitet natürlich noch mal ganz anders, als es etwa ein queerer Stammtisch tun würde. Wir machen Spiegelungs-, Begegnungs-, Stimm- und Achtsamkeitsübungen. Diese ganze Beschäftigung mit Körper, sowas öffnet total und sorgt schon nach kurzer Zeit für Tiefe.“

Theaterpädagogik sieht Windblut als eine Schnittstelle zwischen der Beschäftigung mit Kunst, Selbsterfahrung und Begegnung mit anderen. Es werde erlernt, sensibel für eigene und fremde Bedürfnisse zu werden, achtsam mit sich und anderen umzugehen. „Ich glaube, dazu kommt man in so einem regulären Alltag eigentlich wenig. Und da sehe ich die große Wichtigkeit solcher Projekte und solcher Arbeiten,“ schließt er.

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