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LOKALES

Neuer Thor Steinar-Laden in Dortmund

Die alte Filiale im Brüderweg wurde zum Ziel für Farbanschläge.
[Foto: David Peters]
28.07.2020 10:28 - David Peters

In Dortmund wurde am 27. Juli eine neue Filiale der bei Neonazis beliebten Modemarke „Thor Steinar“ eröffnet. 2019 hatte es die Marke schon einmal versucht – mit mäßigem Erfolg. Die Stadt hatte den Laden nach rund zwei Monaten geschlossen.

Das rechte Modelabel „Thor Steinar“ hat eine neue Filiale in der Dortmunder Innenstadt eröffnet. Der Laden in der Straße Alter Burgwall ist die einzige westdeutsche Filiale der Marke und trägt den Namen „Tønsberg“. Unter demselben Namen hatte das Label bereits im vergangenen Jahr eine Filiale im Dortmunder Brüderweg eröffnet (akduell berichtete). Das sorgte für großen Protest in der Dortmunder Bevölkerung: Wöchentlich hielt das Bündnis „BlockaDO“ Kundgebungen vor dem Laden ab, bei einer Demonstration forderten rund 350 Menschen eine Schließung des Ladens.

„Thor Steinar“ ist keine herkömmliche Modemarke. Sie ist nur in speziellen Geschäften erhältlich und in der rechten Szene sehr beliebt. Das Tragen der Marke ist in vielen Fußballstadien und einigen Landtagen verboten. Auch der Vermieter des Ladengeschäfts war wenig begeistert. Er wollte die unliebsamen Mieter schnellstmöglich wieder loswerden, diese hätten ihn darüber im Unklaren gelassen, um welche Modemarke es in ihrem Geschäft ginge. „Es tut mir schlichtweg leid. Ich habe nicht gewusst, um was für eine Marke es sich da handelt“, erklärte er damals.

Das Geschäft im Brüderweg wurde Ziel von mehreren Farbattacken und im November 2019 von der Stadt geschlossen. Die Schließung begründete Norbert Dahmen, Ordnungsdezernent der Stadt Dortmund, mit einer fehlenden Genehmigung für ein Bekleidungsgeschäft. Gegenüber dem WDR führte er aus: „Der Laden hat eine baurechtliche Nutzung als Schreinerei. Das ist etwas anderes als ein Bekleidungsgeschäft. Für diese Nutzungsänderung hätte es einer erneuten Baugenehmigung bedurft. Die gibt es nicht.“

Vermieter erneut getäuscht

Zur neuen Filiale am alten Burgwall äußerte sich die Stadt bereits auf Twitter: „Die Stadt Dortmund hat die angekündigte Eröffnung des Ladens zur Kenntnis genommen und behält dies im Blick.“ Es handle sich allerdings um ein privatrechtliches Verhältnis zwischen zwei Parteien. „Obgleich die Handlungsoptionen der Stadtverwaltung im konkreten Fall begrenzt sind, werden wir alles in unseren Kräften stehende tun, um zu verhindern, dass Thor Steinar in Dortmund Fuß fasst.“

Laut nordstadtblogger hat der aktuelle Vermieter bereits eine Kündigung für das Mietverhältnis ausgesprochen. Im Mietvertrag sei die rechte Modemarke nicht erwähnt worden.

Antifaschistin angegriffen

Bereits am Tag der Eröffnung gab es die erste Auseinandersetzung vor dem rechten Modegeschäft. Eine Antifaschistin wurde von einer Person, die zu dem Laden gehört, attackiert. Sie hätte nur eine Außenaufnahme des Ladens gemacht, berichtet die Sprecherin des Bündnisses „BlockaDO“, Iris Bernert-Leushacke, der akduell. „Der Angreifer kam auf mich zu und hat mich fest am Arm gepackt und gesagt, ich solle das Foto löschen.“ Ein Passant, der die Situation gesehen hatte, schrie darauf den Angreifer an, dass er die Frau loslassen soll. Bernert-Leushacke hat gegen den Angreifer eine Anzeige wegen (versuchter) Körperverletzung erstattet.

Das Bündnis „BlockaDO“ kündigte bereits an, auch gegen die neue Filiale protestieren zu wollen. Den Beginn soll eine Kundgebung am Donnerstag (30. Juli) um 17:30 Uhr am alten Burgwall bilden.

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