Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

VRR stellt auf Winterfahrplan um

Ab 15. Dezember gibt es im VRR-Bereich umfassende Fahrplanänderungen.
[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

11.12.2019 13:01 - Jacqueline Brinkwirth

Zeitgleich zum Bogestra „Netz 2020” stellt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) seine S-Bahn-Taktung um, erhöht zum Jahreswechsel die Ticketpreise und bewirbt sich auf 220 Millionen Euro Öko-Förderung vom Bund. Das müsst ihr jetzt wissen. 

Am 15. Dezember stellt der VRR im gesamten Ruhrgebiet auf den Winterfahrplan um. Mit der größten Fahrplananpassung im Schienennahverkehr seit der Jahrtausendwende legt der VRR künftig etwa 2 Millionen zusätzliche Kilometer pro Jahr zurück. Die größten Änderungen betreffen dabei den S-Bahn-Verkehr. Auf mehreren Linien wird der bisherige 20-Minuten-Takt tagsüber auf einen „nachfrageorientierten 15/30-Minuten-Takt“ umgestellt. Zu Stoßzeiten fahren die Züge dann häufiger, nachts nur noch halbstündlich. Damit wolle man „stärker dem Bedarf der Nahverkehrskunden gerecht werden und dem hohen Fahrgastaufkommen Rechnung tragen“, heißt es dazu seitens des VRR. Aber auch die Abfahrtszeiten einiger RE- und RB-Linien werden sich im Laufe des nächsten Jahres ändern. 

S-Bahnen sollen leichter zugänglich werden

Auf den Linien S3, S6 und S9 sowie zwei RE-Linien kommen demnächst neue Fahrzeuge zum Einsatz, die einen niedrigen Einstieg haben. Bewegungseingeschränkten Personen soll das an den meisten Haltestellen den Zugang zu den Fahrzeugen erleichtern.

Nahverkehr News: Bogestra startet „Netz 2020“

Am 15. Dezember ändern sich im Bogestra-Gebiet die Abfahrtszeiten für Busse und Bahnen. Das müsst ihr jetzt wissen.
 

Außerdem sollen auf diesen Linien mehr Zugbegleiter*innen eingesetzt werden, um beim Einstieg an Bahnsteigen mit Stufe behilflich zu sein. Neue und umgerüstete Fahrzeuge sollen zudem mehr Reisekomfort bieten. Dazu gehören S-Bahnen mit Toiletten, extrabreite Türen und kostenfreies WLAN in mehr Zügen. Für Fahrgäste kann es durch die zeitgleiche Umstellung der Abfahrtszeiten von VRR und Bogestra zu Einschränkungen kommen. Besonders auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Neuss müssen Kund*innen bis April 2020 mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen, da in diesem Streckenabschnitt ein zusätzlicher Bahnsteig gebaut werden soll. Das kann sich auch auf Zugfahrten Richtung Duisburg, Essen und Dortmund auswirken.

Zeitgleich strukturiert der VRR auch den Ticketvertrieb um. Ab 2020 übernimmt Transdev den Verkauf von Fahrkarten. Zuvor hatte der DB Konzern den Ticketvertrieb für den Verkehrsbetrieb übernommen. Für Verbraucher*innen bedeutet neue, grüne (statt rote) Ticketautomaten und höhere Ticketpreise. Betroffen sind neben Monatskarten und Abos auch das Studiticket und das Sozialticket: Für Studierende erhöht sich der Ticketpreis um 1,8 Prozent auf 151,97 Euro zum Sommersemester 2020. Sozial bedürftige Menschen müssen im neuen Jahr 70 Cent mehr zahlen, um mobil zu sein. Gerade die Erhöhung des Sozialtickets auf fast 40 Euro pro Monat wurde landespolitisch scharf kritisiert. 

Bewerbung für Klimaschutzprogramm

Obwohl der VRR hier auf stetig steigende Löhne und Betriebskosten verweist, plant der Verbund mit seiner Bewerbung als Modellregion des Klimaschutzprogramms 2030 schon die nächste Umstrukturierung. Im Falle einer Zusage durch die Bundesregierung winken dem VRR Zuschüsse in Höhe von 220 Millionen Euro jährlich, mit denen das Leistungsangebot bis 2030 klimafreundlich gestaltet werden könnte.

Ein weiterer Kernpunkt des Konzepts ist die Reduzierung auf zwei Tarifzonen (Stadt/Kreis und Verbund). Einzelfahrten würden dann nur noch 2 bzw. 4 Euro kosten, eine Monatskarte entweder 50 oder 80 Euro. Dies solle eine „einfache, transparente und verbundweite, nachhaltige Lösung“ für den Nahverkehr sein, so der VRR – sofern der Bund das Projekt im Zuge des Klimaschutzprogramms finanziell unterstützt. Rückhalt bekommt der Verbund von Vertreter*innen der CDU, SPD und den Grünen im VRR-Parlament. „Der Klimaschutzplan korrespondiert mit den Maßnahmen des VRR, den ÖPNV über Verbesserungen bei der Qualität, der Leistung und des Tarifs attraktiver zu machen – auch im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr“, erklärte CDU-Politiker Erik O. Schulz, Verbandsvorsteher des VRR, nach Bekanntgabe der Pläne. 

Ob und wann sich Verbraucher*innen auf die skizzierte finanzielle Entlastung freuen können, ist allerdings noch unklar. Eckpunkte des VRR-Konzepts sollen zwar schon bis Ende dieses Jahres vorliegen. Das federführende Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) will die Rahmenbedingungen für förderbare Modellregionen allerdings erst Anfang 2020 festlegen. 

Bogestra Begleitservice soll Menschen im Alltag mobiler machen

In Bochum soll ein Begleitservice den öffentlichen Nahverkehr zugänglicher machen.
 

Wie grün ist die Deutsche Bahn wirklich?

„Das ist grün“ meint die Deutsche Bahn zu ihrem Umweltprogramm mit über 150 Maßnahmen. Doch wie grün ist das Programm wirklich?
 

Öffentlicher Nahverkehr in NRW: Die Deutsche Bahn muss nachbessern

Wegen anhaltend schlechtem Service hat der VRR die Bahn abgemahnt. Welche Änderungen nun geplant sind.
 
Konversation wird geladen