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LOKALES

Loveparade-Prozess endet für sieben Angeklagte

[Foto: flickr. com, Rundschau Duisburg, CC BY-SA 2.0]
11.02.2019 11:38 - Dennis Pesch

Für sechs Angeklagte der Stadtverwaltung Duisburg und einer der Agentur Lopavent endet der Loveparade-Prozess mit einer Einstellung ohne Auflagen. Das Gericht hatte Mitte Januar vorgeschlagen, den Prozess gegen alle zehn Angeklagten, drei davon mit Auflagen, einzustellen wegen geringer oder mittelschwerer Schuld. Die drei übrigen Mitarbeiter der Lopavent lehnen eine Einstellung ab, damit geht das Verfahren gegen sie weiter.

Nur mit Zustimmung der Angeklagten und Staatsanwaltschaft wäre eine Einstellung gegen Auflagen überhaupt möglich gewesen. Letzte Woche entschied sich die Duisburger Staatsanwaltschaft und sieben Angeklagte dem Vorschlag des Gerichts zu folgen. Eine Begründung ist, dass der Fall weitestgehend aufgeklärt sei: „Die entscheidenden Ursachen des Unglücks liegen […] in der fehlerhaften Einschätzung der Eignung des Veranstaltungsraumes für eine Veranstaltung dieser Größenordnung, der fehlenden Eignung des Veranstaltungskonzeptes für die erwarteten und eingetretenen Besucherzahlen sowie in einer fehlerhaften Steuerung der Besucherströme am Veranstaltungstag, nicht zuletzt aufgrund mangelnder Kommunikation“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Für die übrigen drei Angeklagten wäre wohl eine Zahlung nötig gewesen, um das Verfahren gegen sie einzustellen. „Diese sollte nach hiesiger Auffassung in der Größenordnung von jeweils etwa 10.000 Euro liegen und zu Gunsten einer gemeinnützigen Einrichtung geleistet werden“, so die Staatsanwaltschaft. Das lehnten die drei übrigen Angeklagten ab, die zumindest nach Angaben ihrer Anwält*innen auf einen Freispruch hoffen. Wahrscheinlicher ist, das die Katastrophe vom Juli 2010 verjährt ist, bevor überhaupt ein Urteil gefällt werden kann.

Zahlreiche Beweismittel sind noch nicht erhoben worden: „So setzt etwa eine Verwertung des Sachverständigengutachtens von Prof. Dr. Gerlach voraus, dass zuvor alle wesentlichen Anknüpfungs- und Befundtatsachen des Gutachtens im Rahmen der Hauptverhandlung prozessordnungsgemäß festgestellt worden sind“, sagt die Staatsanwaltschaft. Die Vernehmung des überwiegenden Teils der in dem Sachverständigengutachten genannten 575 weiteren Zeugen sei dazu erforderlich. Begonnen hat der Prozess im Dezember 2017. Seitdem gab es 100 Verhandlungstage mit 59 Zeugen.

Mehr zum Prozess und der Aufklärung der Katastrophe, lest ihr hier.

Bei Hinterbliebenen und Angehörigen der 21 Toten und damit auch einigen Nebenkläger*innen gibt es zur Einstellung der sieben Angeklagten sehr unterschiedliche Auffassungen. Teilweise sind sie zu dem Gerichtsprozess extra aus Spanien angereist. Bei den einen herrscht Enttäuschung, dass wohl niemand verurteilt werden wird, also auch niemand gerichtsfest verantwortlich ist für den Tod von 21 Menschen und das Trauma vieler Verletzter, Angehöriger und Hinterbliebener. Andere sehen das Verfahren als enorme psychische Belastung an und empfinden die Einstellung als Entlastung.

|Theorieklatsche|

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