Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Glück auf: Petition zum Gedenken an den Bergbau im Ruhrgebiet

(Symbolbild: dap)

​24.12.2018 10:53 - David Peters

 

Am 21. Dezember wurde der deutsche Steinkohle-Bergbau mit einem Festakt in der Zeche Prosper Haniel in Bottrop endgültig beendet. Der prägendste Wirtschaftszweig des Ruhrgebiets findet seine letzte Ruhe. Zwei Schülerinnen haben nun eine Petition ins Leben gerufen, um einen Feiertag zum Gedenken an den Bergbau im Ruhrgebiet einzuführen.

Mara Gosdzick und Lea Romanowski haben zwar nie unter Tage gearbeitet, doch die Kumpel liegen ihnen am Herzen. Ein Nordrhein-Westfalen ohne Zechen wirkt für sie unvorstellbar. Die Steinkohle habe das Ruhrgebiet Jahrzehnte lang geprägt. Das sollte nun alles vorbei sein? Nein, die beiden Schülerinnen richteten im Internet eine Petition ein. Der 4. Dezember, der Barbaratag soll ein Feiertag werden, an dem man den Bergleuten, die in den Zechen im ganzen Ruhrgebiet schafften, würdig gedenken kann. Die Namensgeberin des Barbaratags. Barbara von Nikomedien ist die Schutzheilige der Bergleute.

Warum setzt sich Mara so dafür ein? Ihr Opa und Uropa seien Bergleute gewesen, sagt sie und führt aus: „Die Liebe zur Heimat, die alten Kamellen von Oma und Opa und diese Faszination von Fremden, dem Pott gegenüber haben mich dieses Jahr dann dazu gebracht mal näher zu erforschen, wer ich und meine Familie eigentlich sind. Wir haben uns zusammengesetzt und recherchiert, wer unsere Vorfahren waren und wo sie herkamen und haben erfahren, dass so ziemlich alle männlichen Vorfahren unter Tage tätig waren.“ Auch Leas Familie war unter Tage tätig. Für beide ist es ein emotionales Projekt: Viele Männer ließen bei dieser Arbeit ihr Leben „und jedes Jahr sterben in anderen Ländern tausende“.

Petition erntet viel Zuspruch

Zu ihrer Petition haben die beiden auch Feedback erhalten. „Die meisten sind sehr positiv und auch oft sehr emotional. Viele ehemalige Bergmänner wollen diesen Feiertag um verstorbenen Angehörigen und Freunden zu gedenken und auch um ihre Tradition weiterzugeben“, erzählt Mara. Auch aus der Politik haben sie schon Zuspruch erhalten. In den Kommentaren ist ebenfalls viel positives Feedback zu lesen: „Der Bergbau hat dem Ruhrgebiet so viel gegeben. Es ist Kultur und Tradition. Es gibt Feiertage, die für den Kommerz eingeführt wurden, wieso sollte man keinen einführen, der einen tatsächlichen Wert in der Gesellschaft hat?“, schreibt ein*e anonyme*r Unterstützer*in.

Auch für die Gestaltung des Feiertags haben die beiden schon Ideen: „Man könnte Projekttage nach oder vor dem Feiertag in Schulen einrichten, um die Geschichte des Bergbaus und des Ruhrpotts weiterzugeben und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Inzwischen haben über 9.000 Menschen die Petition unterzeichnet. Weniger als 20.000 Stimmen fehlen den beiden noch, aber es sind ja auch noch fünf Monate Zeit. Wer die Petition unterstützen möchte, der kann das hier tun.
 

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