Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Essener Rat beschließt: Umweltspur und Protected Bike Lane kommen

Blick Richtung Rathaus-Galerie. Die rechte Spur wird zur Umweltspur.

[Foto: Alexander Weilkes]

05.06.2020 11:35 - Alexander Weilkes

Der Rat der Stadt Essen hat in der Sitzung am 27. Mai das Einrichten einer Umweltspur auf der Schützenbahn und einer Protected Bike Lane auf der Bernestraße beschlossen. Die Ratsfraktion der FDP und das Essener Bürger-Bündnis (EBB) sprachen sich gegen den Beschluss aus.

Die „erste ordentliche Ratssitzung nach dreimonatiger Sitzungspause”, wie der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, in einer Videobotschaft äußerte, tagte in dieser Woche Corona-bedingt in der Messe Essen. Beschlossen wurde dort unter anderem die Einrichtung einer Umweltspur, die nur von Radfahrenden und Bussen des ÖPNV genutzt werden darf. 

Die Spur wird nach Fertigstellung am Varnhorstkreisel beginnen und Richtung Norden auf der dortigen Schützenbahn, mit kurzer Unterbrechung, bis kurz vor die Gladbecker Straße führen. Zusätzlich wird eine Protected Bike Lane auf der Bernestraße durch den Tunnel unter den Gleisen des Hauptbahnhofs gebaut. Damit gemeint ist eine Umwidmung einer Straßenspur für die alleinige Nutzung des Radverkehrs. Durch eine bauliche Begrenzung, zum Beispiel durch Poller oder Blumenkübel, wird ein Zuparken und Befahren durch Kraftfahrzeuge vermieden. Eine derart geschützte Fahrradspur im Bereich des Tunnels stellt einen merklichen Sicherheitsgewinn für Radfahrende dar. Bisher gab es dort keinen Radweg. 

Die Protected Bike Lane und die Umweltspur Richtung Süden ermöglichen in Verbindung mit den bereits vorhandenen Radwegen auch eine bessere Verbindung ins Universitätsviertel. Eine wesentliche Verbesserung ist zudem der neue Abschnitt zwischen der Schützenbahn in Richtung Viehofer Platz. Bisher müssen Radfahrende den baulich holprigen Radweg nutzen und mehrere Fußgängerüberwege, Fußwege und Ampeln überwinden, wenn sie in Richtung der Universität fahren wollen. Alternativ und wesentlich gefährlicher ist der Weg über den Linksabbieger. Zukünftig wird es einen Aufstellstreifen für Radfahrende vor dem Haltepunkt des KFZ-Verkehrs an der Ampel auf Höhe der Gerlingstraße (hinter dem Welcome Hotel) geben. Von dort geht es geradeaus und ohne Spurwechsel auf die Umweltspur, die von dort links Richtung Viehofer Platz abknickt. Ab Höhe der Altenessener Straße wird die Umweltspur enden. Danach geht es für Radfahrende auf einem neu geplanten Radfahrstreifen wenige Meter bis zur Gladbecker Straße weiter. 

In der Gegenrichtung, also vom Universitätsviertel Richtung Süden, wird es zuerst einen Radfahrstreifen geben, der sich ab der Bushaltestelle Rheinischer Platz zu einer Umweltspur aufweiten wird. Den kompletten Plan könnt ihr hier nachlesen. 

Der hier dargestellte Ratsbeschluss ist Teil des Vergleichs zur Umsetzung des Luftreinhalteplans Essen, der zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Essen und der Deutschen Umwelthilfe am 5. Dezember 2019 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster geschlossen wurde. Mit dieser Einigung konnte die Stadt Fahrverbote aufgrund von Überschreitungen von NO2-Grenzwerten vermeiden.
 

RadEntscheid Essen startet Unterschriftensammlung

Seit dem 15. Mai können Essener*innen kontaktlos ihre Unterschrift für eine bessere Fahrradinfrastruktur abgeben.
 

Essen soll fahrradfreundlicher werden

So setzt sich die Initiative RadEntscheid Essen mit einem Bürgerbegehren für mehr Radverkehr ein.
 

Mobiles Umdenken

akduell spricht mit Prof. Dr. Dirk Wittowsky über nachhaltige Mobilität an und um die UDE.
 
Konversation wird geladen