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Essen: Stadtbäumen geht es schlecht

Die Bäume in Essen haben harte Jahre hinter sich. [Foto: Mona Belinskiy]

11.05.2021 16:07 - Mona Belinskiy

Bäume spielen eine zentrale Rolle bei der Sicherung unserer Lebensqualität. Doch den Stadtbäumen in Essen geht es zunehmend schlechter. Krankheiten und Trockenheit machen ihnen zu schaffen. Was die Stadt jetzt daran ändern möchte. 

Ein gesunder Baum hat wichtige Funktionen bei der Regulierung und Minderung von Klimafolgen. Er trägt zur spürbaren Verbesserung des Stadtklimas bei, indem er Schadstoffe und Feinstaub aus der Luft filtert. Er bietet Lebensraum,Schutz für Tiere und kann unsere Lärmwahrnehmung reduzieren. Bäume verbinden Natur und Stadtleben und machen Straßen schöner und lebendiger. Doch sie sind sensible Pflanzen und möchten ein Leben lang wachsen. Dafür müssen sie regelmäßig gepflegt und geprüft werden.

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Klimatische und meteorologische Einwirkungen wie starker Wind oder Trockenperioden können Bäume schwächen. Das macht sie anfälliger für Schädlinge und Pilzbefall. Auch der Alterungsprozess schreitet dann schneller voran. Besonders städtische Bäume leben unter erschwerten Bedingungen: Autoabgase, Tausalz, Hundekot oder äußere Einwirkung am Stamm des Baumes kommen zu den Naturgewalten hinzu. 

Jedem vierten Baum in Essen geht es schlecht

Die Essener Bäume hatten es die letzten Jahre besonders schwer. Durch den Sturm Ela 2014 haben sie starken Schaden erlitten. In dieser Zeit verlor die Stadt knapp 20.000 ihrer Bäume. Die darauffolgenden Sommer waren von Trockenheit geplagt und führten dazu, dass in Essen innerhalb von sechs Jahren ein Viertel des Baumbestandes verloren ging. Noch bis heute weist ein großer Anteil massive Trockenschäden auf. Rund 50.000 Straßenbäume in Essen sind in einem schlechten Zustand. Laut Grün und Gruga Baumexperte Norbert Bösken ist der Boden unter einem Meter Tiefe nach wie vor sehr trocken. Deswegen leiden die Essener Bäume vermehrt unter Krankheiten und Befall. Allein im März mussten 30 gefährdete Bäume gefällt werden. Zwar führt die Stadt für jeden entfernten Baum mit eigenem Baumbeet eine Ersatzpflanzung durch, doch haben es vor allem die Jungbäume bei den aktuellen Bedingungen nicht leicht. 

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Ein Jungbaum mit eigenem Baumbeet in Essen. [Foto: Mona Belinskiy] 

Was wir tun können 

Für jede Gattung, Altersstufe und Baumart gelten verschiedene Pflegemaßnahmen. Aber schon kleine Dinge können die Lebensbedingungen aller Bäume verbessern. Dazu gehört zum Beispiel der Schutz der Baumbeete, indem man Hundekot auf ihnen vermeidet oder das Auto nicht auf den Beeten parkt. Stellt man Beschädigungen an der Rinde oder äußere Einwirkungen fest, kann man sie direkt bei Grün und Gruga melden.

Die wichtigste Aufgabe der Stadtbewohner:innen ist, Bäume ab dem zehnten Tag einer Trockenheitsperiode zu wässern. Besonders bei Jungbäumen ist das in ersten Jahren essentiell - und davon gibt es in Essen einige. Die Stadt stellt sogar eine Liste aller neu gepflanzten Bäume zur Verfügung. Ist der Jungbaum besonders trocken und hitzebelastet, werden Bewässerungssäcke am Stamm angebracht. Sie versorgen den Baum über einen längeren Zeitraum regelmäßig mit Wasser. 

Baumpat:in werden

Seit dem Frühjahr vergibt Essen Patenschaften für Stadtbäume, mit der man sich dazu bereit erklärt, regelmäßig die Bäume vor der eigenen Haustür zu gießen. Unter dem Slogan „Gießkannenheld:innen werden“ hat sich die Ehrenamt Agentur mit der Stadt zusammengetan. Gemeinsam suchen sie 200 Hauseigentümer:innen, die kostenfrei einen Wassertank aufstellen möchten. Der Tank umfasst rund 1000 Liter, fängt das Regenwasser auf, das dann zum Bäume gießen benutzt werden kann. Erste Tanks stehen bereits im Südviertel, in Steele und auf der Margarethenhöhe. Interessierte können sich direkt an die Stadt wenden.

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