Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Eine neue Vision für Altenessen: FUTURE CITY

Das kreative Bau-Projekt erweckt die Zeche Carl zum Leben. [Foto: Annette Pfisterer]

26.07.2021 19:16 - Saskia Ziemacki

Das Gelände um das Maschinenhaus an der Zeche Carl in Essen-Altenessen liegt normalerweise brach. Durch das erstmalige Bau-Projekt FUTURE CITY blühte dort vom 7. bis zum 17. Juli eine lebendige Kreativwerkstatt mit rund 50 Teilnehmer:innen auf. Ein professionelles Team aus den Bereichen Urban Arts, Tanz, Musik und Theater lud 10- bis 16-Jährige zu verschiedenen Workshops ein, in denen sie gemeinsam bauen, pflanzen, singen und tanzen konnten.

Der Essener Norden leidet unter seinem schlechten Ruf: Viele schreiben den Vierteln, unter anderem Altenessen, eine hohe Kriminalität und wirtschaftliche Benachteiligung zu. Das stillgelegte Bergwerk Zeche Carl soll mit seinem Kulturprogramm den Stadtteil bereichern. Doch es locke mit Kabarett und Comedy eher ein älteres Publikum aus dem Essener Süden an, so Sandra Sanchez Herrero. Sie ist Teil des Leitungsteam des neuen Projektes FUTURE CITY.

Das kreative Bau-Projekt sei genau das, was Altenessen braucht: Menschen aus allen Stadtteilen Essens zusammenzubringen, ist sich Sanchez Herrero sicher. „Der Essener Norden hat einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte“, erklärt sie. Sie ist Lehrerin am Maria-Wächtler-Gymnasium in Rüttenscheid und hat selbst spanische Wurzeln. Mit solchen Projekten setzt sie sich dafür ein, dass Jugendliche ihren Träumen und Visionen nachgehen, egal woher sie kommen.

Auf dem sonst ungenutzten Gelände stehen nun bunte Zelte, eine Radiostation und ein Baumhaus. Überall sieht man Kunst. „So weit bin ich noch nie hinter das Maschinenhaus gegangen. Das ist etwas Einzigartiges“, erzählt Michael Zier, der mit dem Armada Theater regelmäßig an der Zeche Carl spielt und Teil des Workshop-Teams ist. Für das Projekt entwickelt er Klanginstallationen mit den Jugendlichen und verschönert die Fläche mit Blumen. Nach dem festlichen Abschluss des Projekts müssen Zelte, Holzbauten und alle kreativen Erzeugnisse wieder abgerissen werden. Umso mehr hoffen die Veranstalter:innen, dass das Camp auch nächstes Jahr wieder stattfinden und der Platz wieder aufleben kann.

Unsere Fotostrecke zur FUTURE CITY:

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