Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Ein Jahr Kampf für Klimagerechtigkeit in Dortmund

Seit einem Jahr demonstrieren die jungen Klimaaktivist*innen auf Dortmunds Straßen. [Foto: David Peters]
21.01.2020 12:35 - David Peters

Die Dortmunder Ortsgruppe der Klimabewegung Fridays for Future (FFF) feierte ihr einjähriges Bestehen mit einer Demonstration durch die Dortmunder Innenstadt. Die Aktivist*innen berichten von der Entwicklung, die sie in ihrem ersten Jahr durchgemacht haben.

Die von der Schwedin Greta Thunberg initiierte Fridays for Future-Bewegung ist aus den Medien und dem gesellschaftlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass sie oder ihre Kritiker*innen für Schlagzeilen sorgen. Zuletzt hatte Siemens-Chef Joe Kaeser der 23-jährigen Luisa Neubauer, nach Protesten von FFF gegen eine Beteiligung von Siemens an einem australischen Steinkohlebergwerk, einen Posten im Aufsichtsrat der Firma angeboten. Die Hamburgerin, die in den Medien häufig als deutsches Gesicht der Bewegung gesehen wird, lehnte ab. Auch die Dortmunder Ortsgruppe der FFF-Bewegung beteiligte sich an den Protesten gegen die Pläne von Siemens. Sie hielt eine Mahnwache vor dem Dortmunder Siemens-Gebäude ab. 

Wir wussten, dass wir gegen die Klimakrise sind und wir die Bundes-
regierung aufforderten, zu handeln.

Am vergangenen Freitag gingen die Dortmunder Klimaaktivist*innen wieder ganz klassisch auf die Straße. In einer Rede auf dem Friedensplatz, vor dem Rathaus zog Sarah, die zum Organisationsteam der Dortmunder Ortsgruppe gehört, anlässlich des einjährigen Bestehens Bilanz: „Vor einem Jahr haben wir hier mit 150 Leuten angefangen. Nach drei Standkundgebungen waren wir verdammt stolz, als wir das erste Mal richtig durch die Straßen demonstrierten, trotzdem waren wir zu Beginn recht unpolitisch. Wir wussten, dass wir gegen die Klimakrise sind und dass wir die Bundesregierung aufforderten, zu handeln. Aber was das genau hieß, wussten wir nicht.“ Man habe in diesem Jahr eine riesige inhaltliche, politische und strukturelle Entwicklung durchgemacht und erkannt, dass zur Klimagerechtigkeit, für die man auf die Straße geht, viel mehr gehöre, als nur das Thema Klima an sich.

Für’s Klima, Feminismus und Antifaschismus

„Zum Kampf der Klimagerechtigkeit gehört auch der Kampf der Arbeit. Die Lösung der Klimakrise kann nur eine sozial gerechte Lösung sein. Natürlich wollen wir den sofortigen Kohleausstieg, dieser darf aber nicht auf Kosten der dort arbeitenden Menschen geschehen“, erklärt die Rednerin. Des Weiteren distanziere man sich von jeglichem Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, jeder Gewalt, sowie der Homophobie. „Klar ist Klima für uns immer Thema Nummer Eins, aber ich denke, dass auch Feminismus und Antifaschismus Hand in Hand mit der Klimagerechtigkeitsbewegung gehen“, unterstreicht Merle, die sich ebenfalls bei FFF Dortmund engagiert. Wegen dieser klaren Haltung sind die Aktivist*innen aktuell in den sozialen Netzwerken einem rechten Shitstorm ausgesetzt.

Nur rund 100, vorwiegend junge, Menschen haben sich zur „Geburtstagsfeier“ eingefunden. Dazu erklärt Merle: „Das liegt auch daran, dass wir jetzt ein Jahr jeden Freitag hier auf die Straße gegangen sind, das macht die Leute auch müde.“ Die Dortmunder Ortsgruppe hatte deshalb vor kurzem beschlossen, nicht mehr jede Woche, sondern nur noch einmal im Monat auf die Straße zu gehen. Dennoch ist Merle mit der Entwicklung zufrieden: „Wir haben es geschafft uns von einer kleinen Schüler*innengruppe zu einer großen Bewegung zu entwickeln und haben bis zu 12.000 Leute auf die Straße bekommen.“ Zudem wolle man statt klassischer Demonstrationen auch andere Aktionsformen, wie beispielsweise Mahnwachen ausprobieren.
 

Fanhilfe Dortmund kritisiert Polizeieinsatz nach Derby

Der Polizeieinsatz im Dortmunder Hauptbahnhof nach dem Derby sorgt für Aufregung. Die Fanhilfe fordert Aufklärung.
 

#NeustartKlima: Fridays for Future-Großdemos am 29. November

FFF fordert einen Neustart der Klimapolitik der Bundesregierung. Im Ruhrgebiet sind zahlreiche Demonstrationen geplant.
 

Der DGB und „die Grenzen des Sagbaren“

An die 100 Menschen demonstrierten gegen die Veranstaltung in der Dortmunder Pauluskirche.
 
Konversation wird geladen