Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Duisburg am Safe Abortion Day

Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung
stand im Fokus der Veranstaltung.
[Fotos: Sophie Schädel]

11.10.2020 15:24 - Sophie Schädel

Am internationalen Safe Abortion Day vergangenen Montag, den 28. September, demonstrierten in vielen Städten Menschen für das Recht auf sichere Abtreibungen. In Duisburg kamen 30 Menschen zur Kundgebung der lokalen Gruppe Femtopie. Hier ging es um die Abschaffung der deutschen Abtreibungsparagrafen 218 und 219a, aber auch um internationale Probleme und um die Selbstbestimmung über den eigenen Körper für die Schwangeren, die nicht abtreiben.

„Kein Mensch darf dazu gezwungen werden, schwanger zu sein und ein Kind zu gebären“, sagt Isabel Sophie Schneider.

Sie ist Pressesprecherin der Duisburger Gruppe Femtopie, die sich für Feminismus einsetzt und die Kundgebung organisiert hat. Was viele nicht wissen: Eine Abtreibung ist in Deutschland eine Straftat, die nur nicht bestraft wird, wenn man sich an gesetzlich festgelegte Regeln hält. Man muss innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen eine Beratung wahrnehmen, danach ein paar Tage abwarten und dann erst darf man den Abbruch durchführen lassen. Ärzt:innen dürfen nicht offen sagen, welche Praktiken für Abtreibung sie anbieten. Für Femtopie ist das kein Zustand. Darum hat die Gruppe zur Kundgebung aufgerufen.

„Ich finde, das große Problem dabei ist, dass Abtreibung nach wie vor sehr stigmatisiert wird, und dazu tragen die Paragraphen einen großen Teil bei. Schwangere, die sich für eine Abtreibung entscheiden, werden wie Kriminelle dargestellt und auch so behandelt. Abtreibung ist dadurch etwas Kriminelles, kein normaler operativer Eingriff.“ Auch dass Ärzt*innen nicht öffentlich sagen dürfen, welche Abtreibungsarten sie anbieten, kritisiert Isabel Sophie. Darum fordert sie, die Abtreibungsparagraphen 218 und 219a abzuschaffen. „Dann hätten die, die Abtreibende angreifen, keine gesetzliche Grundlage mehr.“

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    Monika Lamby: „Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, war ich noch nicht mal 18. Ich hatte Glück, der Vater wollte mich heiraten. Aber da war trotzdem erstmal der Konflikt: Will ich das Kind jetzt wirklich?“

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    Paul Richardt: „Ich bin als Cis-Mann mit meinem Körper selbst nicht vom Thema betroffen. Aber man kommt um das Thema auch nicht herum, wenn man für Gleichheit und Freiheit von Menschen eintritt.“

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    In vielen Ländern ist Abtreibung illegal. Dort treibt man allein ab, mit Hilfsmitteln wie Stricknadeln oder Kleiderbügeln. Sie sind sie ein Symbol des Protests geworden.

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    Charlotte: „Meine Beziehung mit meinem Ex-Partner war vorbei, der hatte die Schwangerschaft zu verantworten und das war nicht einvernehmlich. Im Krankenhaus sagte man mir, man sei dort eigentlich „lebenserhaltend“. Ich wurde also für meine Entscheidung bewertet. Das darf nicht sein.”

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    Nicht alle fanden die Kundgebung gut. Ein älterer Mann rief im Vorbeigehen „Stoppt den Baby-Mord!“, eine Frau störte eine Rednerin und rief, man solle an die Kinder denken und was hier erzählt wurde, sei falsch. Die Kundgebung ließ sich davon nicht beirren.

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    Auch die Schwangeren, die Kinder bekommen statt abzutreiben, waren Thema. Durch den Hebammenmangel in Deutschland sieht Femtopie auch ihr Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen, in Gefahr.

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    Nicht nur Frauen geht das Thema Abtreibung etwas an, findet Pressesprecherin Isabel Sophie. Unter anderem, weil nicht nur sie schwanger werden können.

Der Gruppe geht es nicht nur um die Zustände in Deutschland. Jährlich werden weltweit im Durchschnitt 55,7 Millionen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, davon schätzungsweise 25,5 Millionen - also fast die Hälfte - unter unsicheren medizinischen Bedingungen, so die Weltgesundheitsorganisation WHO. „Eine Abtreibung ist ein komplizierter Eingriff, der professionell durchgeführt werden sollte“, erklärt Isabel Sophie. „Die Gefahr bei einem unsachgemäßen Schwangerschaftsabbruch ist sehr hoch, daran sterben im Jahr ungefähr 23.000 Frauen.“

Femtopie denkt das Thema weiter: Die Kundgebung schlägt einen Bogen vom Recht auf Abtreibung über eine Kritik am deutschen Hebammenmangel, der die einschränkt, die ihre Schwangerschaft austragen wollen, bis hin zum Hinweis, dass nicht nur Frauen von dem Thema betroffen sind. Das verbindende Element zwischen all diesen Themen ist aus Sicht von Isabel Sophies Gruppe das Grundrecht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper für alle.

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