Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Dortmunder*innen gedenken Mehmet Kubaşık

Am Gedenkstein legten einzelne Personen Blumen nieder. Fotos: David Peters

12.04.2019 22:42 - David Peters

Zum siebten Mal gedachte vergangene Woche in Dortmund ein Bündnis aus rund 30 Organisationen Mehmet Kubaşık, der von Neonazis ermordet wurde sowie weiteren Opfern rassistischen Terrors. Mit einem Schweigemarsch zog das Bündnis durch die Dortmunder Nordstadt.

Über 13 Jahre ist es her, dass Mehmet Kubaşık in seinem Kiosk an der Dortmunder Mallinckrodtstraße von der Neonazi-Terrororganisation NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ermordet wurde. Er war eines von zehn Opfern des sogenannten NSU. Vor Kubaşıks ehemaligem Kiosk erinnert heute ein Gedenkstein an das Geschehene. Hier startete vergangene Woche auch der Schweigemarsch am „Tag der Solidarität“. Über 30 Organisationen, darunter beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt, Bündnis 90/Die Grünen und das Straßenmagazin Bodo, hatten sich zusammengeschlossen, um zum siebten Mal der Opfer des NSU zu gedenken. In ihrem Aufruf heißt es: „Nach dem Ende des ersten NSU-Prozesses im vergangenen Sommer sind unzählige Fragen offen. Das Versprechen auf Aufklärung wurde gebrochen. Wir gedenken, erinnern und fordern politisches Handeln!“ 

Am Gedenkstein legten immer wieder einzelne Personen Blumen nieder und hielten einen Moment inne, ehe sie sich nach der Begrüßung und einer Schweigeminute für die Demonstration aufstellten. Die vorderste Reihe hielt ein schwarzes Transparent mit der Aufschrift „Tag der Solidarität – Gedenken an die Opfer des NSU-Terrors“. Dahinter wurden gemalte Portraits der Opfer des Terrornetzwerkes hochgehalten. Die Familie Kubaşık war nicht selbst vor Ort. Sie besuchte das Grab von Mehmet Kubaşık in der Türkei.

„Nach dem Urteil bleiben viele Fragen offen.”

Mehrere hundert Menschen zogen dann schweigend über die Mallinckrodtstraße zum Mahnmal für die Opfer des NSU an der Dortmunder Steinwache. Sowohl Ekincan Genç vom Bündnis „Tag der Solidarität“ als auch die Anwältin der Familie Kubaşık, Antonia von der Behrens kritisierten am Mahnmal, dass trotz des fünf Jahre langen Gerichtsprozesses gegen Unterstützer und Täter*innen des NSU viele Fragen ungeklärt seien. Genç berichte: „Die Angehörigen haben viel Hoffnung in den Münchener NSU Prozess gesteckt und wurden enttäuscht. Die Versprechen nach lückenloser Aufklärung sind gebrochen worden. Nach dem Urteil bleiben viele Fragen offen.”

Von der Behrens bezeichnete den Tag der Urteilsverkündung vergangenes Jahr als einen Tag, an dem die Hoffnung der Familie auf Aufklärung zunichte gemacht worden sei. „Dieses Urteil war für die Familie unerträglich, sie sind nach der Hälfte der Urteilsverkündung aus dem Saal gegangen“, berichtet von der Behrens. Das Gericht hätte rein technokratisch die Morde des NSU beschrieben und nicht mehr. Manche der angeklagten Neonazis hätten nach der Urteilsverkündung unter Jubel ihrer Kamerad*innen den Gerichtssaal verlassen. Ihre Strafen lagen in manchen Fällen noch unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Lediglich Beate Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Redner*innen fordern weitere Aufklärung

„Der NSU wurde als eine abgeschottete Zelle aus drei Personen dargestellt“, so von der Behrens (akduell berichtete). Auch Genç kritisierte die Theorie bei dem NSU habe es sich um ein Trio gehandelt: „Wenn eins in den Untersuchungsausschüssen und dem Prozess deutlich geworden ist, dann dass der NSU kein Trio ist, sondern ein Netzwerk.” Außerdem forderte er: „Wir wollen wissen, wer den NSU in Dortmund unterstützt hat und wir werden keinen Schlussstrich ziehen, solange lokale Strukturen und Unterstützer*Innen nicht aufgedeckt sind.” Unmittelbar in der Nähe des Tatorts lag die als Neonazi-Treffpunkt bekannte Kneipe „Deutscher Hof”. Außerdem unterhielt der, in der Dortmunder Neonaziszene aktive, Robin S. eine Brieffreundschaft zu der zu dem Zeitpunkt in Untersuchungshaft sitzenden Beate Zschäpe.

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