Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Die (kurze) Geschichte des Ruhrgebiets

Der Landschaftspark Duisburg. [Foto: Lena Janßen]

13.12.2021 11:19 - Lena Janßen

Im Ruhrgebiet leben rund 5,1 Millionen Menschen auf einer Fläche von etwa 4.435 Quadratkilometern. Wie die dicht besiedelte Region in Nordrhein-Westfalen zu ihrem Namen kam und welche Geschichte sich hinter Deutschlands größtem Ballungsraum verbirgt, haben wir uns einmal genauer angeschaut.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts lässt sich von dichter Besiedlung im Ruhrgebiet nichts erahnen. Die Gegend ist spärlich bewohnt: Die größeren Städte, Duisburg und Dortmund, haben gerade einmal 5000 Einwohner:innen. Die Menschen leben von Landwirtschaft und dem Handel mit der Ernte, doch die Straßen- und Schiffsverbindungen sind schlecht. 

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Von Saskia Ziemacki in Lokales
 

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert kommt der Aufschwung. Die Ruhr und die Lippe wurden schifffahrtstauglich gemacht. Zu dieser Zeit ist Kohle einer der elementarsten Energieträger und im Ruhrgebiet gibt es davon eine ganze Menge. Am Ende des 19. Jahrhunderts haben Bergleute an die 60 Millionen Tonnen Steinkohle zutage gefördert. 

Die Region beginnt zu boomen: Immer mehr Menschen zieht es in den Ruhrpott. Innerhalb von 55 Jahren (1850 bis 1905) verzehnfacht sich die Bevölkerung - von 360.000 auf beinah drei Millionen. Um die Zechen herum entstehen dutzende Arbeitersiedlungen. Kleine Dörfer wie Essen, Bochum und Gelsenkirchen entwickeln sich in rasantem Tempo zu Großstädten. 

Sonsbeck, Hamm, Haltern und Breckerfeld

Die Grenzen zwischen den einzelnen Städten verschwimmen immer mehr und existieren meist nur noch in den Verwaltungen oder auf dem Papier. Im Jahr 1920 werden vom Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk zum ersten Mal die Außengrenzen des Wirtschaftsgebiets festgelegt: Diese gehen von Sonsbeck im Westen bis Hamm im Osten und von Haltern im Norden bis Breckerfeld im Süden. 

Das Industriegebiet wird von West nach Ost von drei Flüssen durchquert: Von der Lippe im Norden, der Emscher im Zentrum und von der Ruhr im Süden. Die Ruhr war in der Geschichte der Kohleschifffahrt der meistbefahrenste Fluss Deutschlands und gab der Region somit ihren Namen: das Ruhrgebiet. Mit der Zeit kamen weitere Namen hinzu: Revier, Ruhrpott, Pott oder Metropole Ruhr. 

Durch die steigende Bevölkerungszahl entstehen aber auch Probleme. Es gibt zu wenig Wohnfläche und die Infrastruktur kann nicht mithalten. In den Siedlungen sind die sanitären Zustände und die Arbeitsbedingungen schlecht. Krankheiten breiten sich aus und die Kriminalitätsrate steigt. Schon bald bilden die Arbeitskräfte den größten Teil der Bevölkerungsschicht. Der sogenannte frühe Kapitalismus der Industrialisierung gerät ins Wanken, als die Arbeiter beginnen für faire Arbeitsbedingungen einzustehen: Sie wollen nicht ausgebeutet und als Produktionsmittel gesehen werden. Es folgen Gründungen von Gewerkschaften, Vereinen und Parteien.

Ab den 1950er Jahren sinkt die Kohle-Fördermenge. Auf dem Markt wird Kohle von Erdöl verdrängt. Immer mehr Zechen müssen schließen. Das letzte Kohlebergwerk im Ruhrgebiet schließt im Dezember 2018: Prosper-Haniel in Bottrop. 

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