Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Das neue Ladenlokal „47” in Duisburg

Foto: Privat

17.12.2018 16:41 - Britta Rybicki

Ein neuer Raum in der Duisburger Innenstadt: In der vergangenen Woche eröffnete das interkulturelle Ladenprojekt „47” an der Münzstraße. Wir haben uns dort für euch umgeschaut:

Die Stuhlreihen ragen bis ans Ende des Raumes. Kerzen und Lichtreflexionen, Discokugeln flimmern über die bordeauxrote Wand. Ein Kühlschrank zum Selbstbedienen und ein Billardtisch im Nebenraum. Den gerade aber keine*r bemerkt, denn die Gäst*innen richten ihre volle Aufmerksamkeit einer Gesprächsrunde mit Vertreter*innen des Zeitungsprojektes Neu in Deutschland. Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben, der selbstorganisierten akademischen Plattform The Silent University sowie auch den HeRoes Duisburg. Sie erzählen ihre Geschichten.

Ein schöner und vor allem bezeichnender Auftakt für das interkulturelle Ladenlokal „47”. Deren Gründer*innen haben sich vor gerade einmal sieben Wochen zusammengefunden und einen Freiraum geschaffen. „Für so ziemlich alles. Tanzkurse, Hausaufgabenhilfe, Sprachcafé, Arbeitsgruppentreffen, Nachbarschaftsfrühstück, Bildungsprojekte, Vorträge, Filmabende, Lesungen und kleine Konzerte. Solange der Austausch zwischen Menschen aller Kulturen, Generationen und sozialen Schichten dabei im Vordergrund steht”, sagt Danica.

Vereine müssen sich vernetzen

Über einen Facebookeintrag ist sie darauf aufmerksam geworden. „Daran überzeugt hat mich, dass wir nicht nur als Gastgeber*in  wirken, sondern Interessierten einen Raum anbieten, in dem sie ihre Ideen verwirklichen können”, sagt sie. Das Kollektiv setzt sich aus Menschen aus vier Kontinenten zusammen und will eine  „جسر | Brücke" schaffen. Vor allem Geflüchtete sollen hier einen Ort finden, an dem sie Veranstaltungen umsetzen können. Danica hat selbstverständlich auch schon Ideen. Beruflich beschäftigt sie sich vor allem mit Menschenrechten: „Da muss noch sehr viel Wissen verbreitet werden, wie zum Beispiel, was eigentlich die Vereinten Nationen sind und welchen Einfluss sie auf unsere Leben haben.” Weshalb sie sich einen Vortrag über die Verbindung von internationaler zu lokaler Ebene gut vorstellen könnte.

„Ebenso wichtig ist uns auch die Vernetzung zwischen Vereinen, womit wir heute ja schon angefangen haben”, sagt Rahim, der dem Refugees Support der Universität Duisburg-Essen angehört und ebenfalls Teil des Kollektivs ist. Schließlich passiert es oft, dass eine gute Organisation neben der anderen arbeitet. Sie ringen um Ressourcen und landen in einem Konkurrenzkampf. „Obwohl sie alle die gleiche Vision haben”, so Rahim. Vielleicht würde so auch die Stadt darauf aufmerksam, dass es viele engagierte Menschen mit kreativen Ideen gibt, die wirklich was verändern wollen, meint er. “Unterstützung brauchen, aber auch selbst Dinge wie dieses Lokal auf die Beine stellen können.” Nach seiner Flucht aus Syrien musste er seine Leidenschaft das Filmemachen vorerst auf Eis legen. Für das „47” möchte er sich den bewegten Bildern bald wieder annehmen.

Für den Start hat der Verein Startmittel von Interkultur Ruhr erhalten. „Wodurch wir bis April 2019 die Miete zahlen können”, so Rahim. Die ganze Organisation -die Menschen vor Ort, die Stühle aufstellen, Getränke bereitstellen und Veranstaltungen planen - basiert ausschließlich auf ehrenamtlicher Arbeit. Wie es dann im Frühjahr des nächsten Jahres weitergeht, hängt von Spenden und durstigen Besucher*innen ab. Für die, die Ideen haben: Das 47 erreicht ihr auf Facebook, Instagram, Twitter oder via E-Mail unter projekt43@riseup.de. Das Kollektiv freut sich auf euch. Dort erhaltet ihr außerdem Programminformationen.

 



 

10 Dinge, die man in der vorlesungsfreien Zeit machen kann

Wenn ihr noch nicht wisst, wie ihr eure vorlesungsfreie Zeit verbringen sollt, ist hier eine Liste mit 10 Empfehlungen.
 

?Studifrage!

Wann wird der Duisburger Hauptbahnhof endlich erneuert?

Wie lange dauert es noch, bis der Hauptbahnhof in Duisburg endlich saniert wird? Wir haben für euch nachgefragt.
 

Fachschaft versus KoWis - Runde 2

Die Mitglieder der Fachschaft 1a und FSK-Referent Robin Pannhausen trafen sich auf ein klärendes Gespräch mit Camille Etienne.
 
Konversation wird geladen