Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Campus Ruhrcomer – Abriss beim studentischen Bandcontest

Cloud Trips entführen das Publikum in ihre Welt. [Foto: Selome Abdulaziz]
12.07.2022 14:27 - Selome Abdulaziz

Wenn ihr frische Bands aus dem Ruhrgebiet entdecken wollt, ist der Bandcontest Campus Ruhrcomer das Richtige für Euch. Seit 2008 treten hier studentische Bands aus dem Pott gegeneinander an. ak[due]ll war beim Finale 2022 live dabei.

Während bei dem Festival Bochum Total bekannte Bands auf den Straßen Bochums spielen, bietet der Club Die Trompete im Bochumer Bermudadreieck abwechslungsreiches Alternativprogramm: hier fand am 07. Juli das Finale des studentischen Bandwettbewerbs Campus Ruhrcomer statt. Newcomer aus dem Ruhrgebiet haben die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und Preise zu gewinnen. Organisiert wird der Wettbewerb vom Kulturbüro des AKAFÖ (Akademisches Förderungswerk), dem Studierendenwerk der Bochumer Hochschulen und der Westfälischen Hochschule. „Normalerweise gibt es vier Vorrunden, jetzt hatten wir wegen Corona nicht ausreichend Bewerbungen und Spielstätten“, erklärt Anna Beckmann, die stellvertretende Leiterin des Kulturbüros, die für Campus Ruhrcomer verantwortlich ist. Aus diesem Grund gab es diesmal nur zwei Vorrunden. Dabei haben sich vier Bands für das Finale qualifiziert. 

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Den Wettbewerb eröffnen Cloud Trips, zwei Musiker aus Bochum. Die Reihenfolge wurde ausgelost. Die Moderatorinnen Fabi und Johanna vom Bochumer Hochschulradio CT – das radio beschreiben die Musik der Band als elektronisch angehauchten Alternative Pop. Bewaffnet mit einem Drumset, einer Menge Sounds, E-Bass, Keys und Gesang liefern die beiden Musiker eine tanzbare und emotionale Show, die nach mehr als zwei Personen klingt. Der energetische Sänger bezieht das Publikum immer wieder ein, indem er zum Mitsingen animiert.

Nach den eher zarten Tönen der Alternative Popband schlägt Youngest Member härtere Töne an. Die Alternative Rock Band mit Hard Rock Einflüssen erzeugt mit verzerrten Gitarren, Bass, Schlagzeug und der gewaltigen Stimme der Frontfrau einen Sound, der zum Headbangen einlädt. Das Besondere: an diesem Abend ist erst der zweite Auftritt der Band, die sich kurz vor der Pandemie gründete. Den ersten Gig hatten sie während der Vorrunde, wo sie sich gegen erfahrenere Bands durchsetzen konnten.

Zwischen Indie Pop und Rock n Roll

Die Band Ocean Boulevard bringt Sommerfeeling in die Trompete. Ein Kontrast zu der klebrig-stickigen Clubatmosphäre. Mit geschlossenen Augen entführt die Indie Pop Band aus dem Ruhrgebiet das Publikum zu einem Spaziergang am Strand. Die Musiker auf der Bühne tanzen dabei genauso ausgelassen wie die Zuschauer:innen. Zwischendurch begibt sich der charismatische Sänger mitten ins Publikum, um von dort zu singen.

Die Düsseldorfer Alternative Rocker James‘ Mum fesseln direkt mit dem ersten, energiegeladenen Song Who The Fuck Is James. Mit Kopfnick-Parts und catchy Refrains begeistern die Musiker:innen die Crowd. Vor allem die Performance der Sängerin, die mühelos zwischen gefühlvollem und wütendem Gesang wechselt, ist beeindruckend. Das Publikum springt, pogt und singt ausgelassen mit. Am Ende bleibt kein T-Shirt trocken. Wie es bei einem Rockkonzert sein sollte.

Während das Publikum in den Vorrunden über Stimmzettel mitentscheiden durfte, wählt heute die Jury allein die Siegerband. Wer Teil der Jury ist, wird nicht verraten, aber laut Beckmann sind es Personen aus der Musikbranche. Die Jurymitglieder entscheiden aber nicht willkürlich, sondern haben Kriterien, auf die sie achten. „Die Bühnenperformance ist ein großer Punkt. Wie verkauft sich die Band?“, erzählt Beckmann. Weitere Kriterien sind die künstlerische Leistung, technisches Können, Kreativität und Innovation. „Das wird zum Ende immer noch diskutiert, dann legt sich die Jury auf eine Band fest.“ Während die Jury sich berät, heizen die Gewinner des letzten Contests 2019 The Honeyclub dem Publikum mit Rock n Roll ein.

Glückliche Gewinner:innen

Die diesjährigen Gewinner:innen können sich auf einen Auftritt im Rahmen von Bochum Total im nächsten Jahr freuen. Dazu gibt es ein Merchandise-Paket im Wert von 250 Euro. „Das erfolgt in Rücksprache mit der Band, je nachdem was sie produzieren wollen“, so Beckmann. Außerdem bekommen sie entweder ein Bandfotoshooting oder eine:n Fotograf:in, der:die während eines Auftritts fotografiert. Die Gewinner:innen des diesjährigen Campus Ruhrcomer Wettbewerbs sind James’ Mum aus Düsseldorf.

Campus Ruhrcomer im Text.JPGDie Gewinnerband James’ Mum nach der Sieger:innenehrung. [Foto: AKAFÖ]

Für die Zweitplatzierten, Ocean Boulevard, gibt es einen Gutschein von Thomann, einem Geschäft für Musikinstrumente und Zubehör. „Wir haben noch Sonderpreise, für die auch Bands aus den Vorrunden nominiert werden können. Die einzige Bedingung ist, dass die Band beim Finale anwesend sein muss“, erklärt Beckmann. Die Sonderpreise beinhalten verschiedene Auftrittsmöglichkeiten, zum Beispiel beim Westparkfest in Dortmund. „Für uns, das Studiwerk, ist es schön, dass wir studentischen Bands Möglichkeiten für Konzerte bieten können.“ An diesem Abend geht sicherlich nicht nur die Gewinnerband glücklich und zufrieden nach Hause.

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