Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

The Art side of the moon

[symbolbild: Lup]
24.10.2018 14:14 - Lucienne Ruppert

Am vergangenen Freitag und Samstagabend,  19. bis 20.10, fand ein Kunstfestival im Autonomen Zentrum (AZ) in Mülheim statt . “The Art side of the moon”  zeigte dunkle und bunte Malereien, Collagen, Fotografien, Illustrationen und viele andere Kunstformate. Dazu konnte man sich an einem Konzert, einer Disco, und einem Handpoke-Tattoo-Atelier erfreuen. Ein Rundgang durch die Ausstellung.

Lust auf unanstrengende Kunst? Dann ist das Mülheimer Autonome Zentrum die richtige Adresse. Der Raum der Ausstellung selbst wirkte riesig, die Wände und Türen waren mit einer ganzen Menge antidiskriminatorischen Politischen Sprüchen und Postern, die sich zum Beispiel gegen Faschismus und für Bodypositivity äußern, vollgekleistert. Es war kühl und roch metallisch. 

Das schummrige Licht schmeichelte jedoch den Ausstellungstücken wie den Gemälden von Hiroshima Boschs. Sie stellten Tiere, oft anthropomorphisiert, as heißt, vermenschlicht, dar – mich erinnerten sie an die Fabeln von La Fontaine. Leuchtfarbe umrahmte die sonst eher dunklen Tierfiguren. Es wirkte surreal. 

Von Moni*ROUT konnte man daneben sowohl Zeichnungen als auch Leinwände bewundern, die entfernt Skizzen des Expressionisten Egon Schiele ähnelten. Es waren vor allem Portraits und Insekten, bei denen die Textur besonders ins Auge stich. 

Einen Blick weiter entdecke ich Johnny Essen West’s Illustrationen, die Gesichter zeigen, und Sean*Siobhan, deren Collage mir durch ihren 1920er Dada-Style sehr gefielen.  Ellen Meister stellte überwiegend Portraits in Aquarellfarben aus, besonders ins Auge fielen mir jedoch ihre Black-Out-Poetry Stücke, ein Kunststil bei dem man bei einem existierenden Text den Großteil der Worte überdeckt, so dass die Überbleibsel ihr eigenes Gedicht formen.

Traumhaft verträumte Installationen

Mein persönlicher Favorit des Festivals, auch wenn man das bei so viel toller Kunst schwer entscheiden kann, war die Installation mit den drei Fernsehern. Dieses Werk von Cole Tendandes stellte einen verwüsteten Raum, wohl ein Wohnzimmer dar, dessen Boden mit Zeitungspapier bedeckt war. Der “Raum” selbst war mit Red-Tape abgesperrt. In der Chipsschüssel lagen Scherben. Auf den Fernsehern liefen Filme, die man nur schwer erkennen konnte, da die Bildschirme zum grössten Teil mit schwarzer Farbe bemalt waren.

Dieses Stück gefiel mir vor allem , weil ich  mich über die vergangenen zwei Jahre zum großen Installationen-Liebhaber entwickelt habe. Das heißt, Kunststücke, die einen ganzen Raum einnehmen und dreidimensional sind. In Installationen werden verschiedenste Materialien gemischt, aber auch Zeit, Licht, Klang und Bewegung. Das K21, das grosse Museum für zeitgenössische Kunst in Düsseldorf, hat viele solcher Stücke.

Ich konnte mich dann doch losreißen und fand das große “Zirkuszelt”, am Ende des Raums, das bunt beleuchtet wurde und mit Sand gefüllt war. Durch die Schuhabdrücke erahnte ich, dass man es auch betreten durfte und sollte. Meine unpraktischen Schuhe hielten mich jedoch davon ab. 

Auch das Fotograf*innenherz wurde nicht enttäuscht . Petunia Evil, Mohamed Altoum und Tim Panse waren am Start. Und auch von Cole Tendandes waren ein Paar Bilder zu finden. Zwar waren alle Werke sehr verschieden, so hatten sie doch die Gemeinsamkeit der Farbpalette, die entweder schwarz-weiß, manchmal eher monochrom war.

Am Freitagabend fiel das Konzert von Yacht Communism leider aus, wurde aber durch Rasputin Douglas vertreten. Beide sind auf Bandcamp zu finden. Static Means und Dernière schlossen sich an.

Beim Hand-Poke-Tattoo Atelier war ich leider nicht dabei, unter “@crysanteeee” könnt ihr den*die Künstler*in jedoch auf Instagram finden.

Falls ihr mehr über die vielen Künstler*innen erfahren wollt: Die Blogs und Links zu den hier genannten Künstler*innen könnt ihr im Programm der Ausstellung auf der Webseite des Autonomen Zentrums Mülheim finden. 

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