Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

LOKALES

Antifas demonstrieren gegen Bürgerwehren in Steele

Nazis patroullieren seit über zwei Jahren
durch Essen-Steele und geben sich gewaltfrei.
[Alle Fotos: David Peters]

24.09.2019 11:46 - Dennis Pesch

Über 500 Antifaschist*innen aus der Radikalen Linken haben am Donnerstag erstmals seit die extrem rechten „Steeler Jungs" vor über zwei Jahren begannen, durch den Stadtteil Steele zu marschieren, gegen die Gruppe demonstriert. Martialisch wurden sie von der Polizei durch den Stadtteil geführt, während die Neonazis, rechte Hooligans und andere extrem rechte Gruppen Narren- und Bewegungsfreiheit genossen.

„Die Rechten stellen sich überregionaler auf und karren hier auch zunehmend rechte Prominenz an. Sie besetzten den Stadtteil und das ist dann kein reines Steeler Problem mehr", sagt Anna-Lisa Rotthaus.

Sie ist Pressesprecherin von „Steele dich ein", einem Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen im Ruhrgebiet. Unter dem Motto „Gegen Nazimacker und Bürgerwehren" demonstrierten die Gruppen am Donnerstag zeitgleich zum sogenannten „Spaziergang" der „Steeler Jungs" durch Steele.

Weil die Proteste der bürgerlichen Initiative „Steele bleibt bunt" und der antifaschistischen Gruppen nahestehenden Initiative „Aufstehen gegen Rassismus" bisher nicht das erreicht hätten, was sie sollen, haben sich die Antifaschist*innen aus den umliegenden Städten organisiert. Bei der Essener Polizei traf die antifaschistische Demonstration auf Widerstand. Bereits im Vorfeld lasen sowohl die Polizei als auch die WAZ aus dem Aufruf der Gruppen eine Gewaltbereitschaft raus, die es nicht gegeben hat: „Das Feindbild ist ordentlich aufgebaut worden", sagt Rotthaus.

Ein erstes Zeichen

Die Gruppen sehen sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass die Polizei ein Narrativ der Gewaltlosigkeit der extremen Rechten schützt: „Sie suggerieren, dass von den Rechten keine Gewalt ausgehe, sodass man da keine repressiven Maßnahmen durchführt", kritisiert Rotthaus.

Das Narrativ haben sich die „Steeler Jungs" mühsam aufgebaut. Weil sie keine Parolen skandieren und keine Banner zeigen, ging die Essener Polizei anfangs nicht einmal von einem politischen Anliegen aus. Die Polizei wirft den „Steeler Jungs" mittlerweile Körperverletzungsdelikte vor, ein Mitglied wurde wegen Zeigen des Hitlergrußes verurteilt. Die Polizei führt unter „wechselseitigen Straftaten" in einem Bescheid auch Schüsse auf das Kulturzentrum „Grend" in Steele auf, das den „Steeler Jungs" ein Dorn im Auge ist.

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Sie pflegen zudem Kontakte zu Neonazis in den umliegenden Städten, wie Dortmund, Herne, Duisburg, Düsseldorf, Mönchengladbach und Köln. Dort organisieren sich derzeit Bürgerwehr-Strukturen aus Rechten, Hooligans und Kampfsportlern, die früher bei HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten) waren. Der Fokus hat sich jedoch verändert. Die Strukturen setzen sich verstärkt in gewissen Stadtteilen fest. Diese Einschätzung bestätigt Rotthaus: „Die haben sich in Gastronomien fest verankert", sagt sie. Einige betreiben sie selbst, wie das „300", eine Bar, die einem der führenden Köpfe der „Steeler Jungs" gehört: Christian „Bifi" Willing. Er ist Mitglied der „Alten Garde Essen", einer rechten Hooligan- und Kampfsportgruppe, und Chef der Rockergruppe Bandidos in Bottrop.

Gegen die Organisierung der Rechten setzten die 500 Antifaschist*innen am Donnerstag zumindest ein erstes Zeichen. „Wir sind heute hier, um sichtbar zu sein", sagt Rotthaus. Die Polizei kritisiert Rotthaus für ihr martialisches Auftreten: „Hier wird überwiegend jungen Menschen ein Gewaltpotenzial angedichtet. Dem gegenüber steht, wie freundschaftlich und mit ganz geringem Polizeiaufkommen die Rechten begleitet werden," kritisiert Rotthaus.

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