Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Ankunft Baustelle: Umbau Duisburger Hbf

Der Duisburger Hbf kann sich über ein neues Dach freuen. [Foto: Magdalena Kensy]

29.09.2022 17:00 - Magdalena Kensy

Der Duisburger Hauptbahnhof ist für viele Pendler:innen zum Campus Duisburg der UDE der Hauptankunftspunkt in Duisburg. Fünf Jahre verspätet starten jetzt die Umbau- und Modernisierungsarbeiten am Hauptbahnhof. Wir haben die Hintergründe zusammengefasst und gefragt, ob es im Zugverkehr zu Änderungen und Einschränkungen kommen wird. 

„Für mich und mein Team ist dies ein großer Moment“, erklärte Duisburgs Bahnhofsmanager Klaus Oberheim. „In wenigen Jahren werden wir hier den schönsten Bahnhof Deutschlands haben.“ Nach drei Anläufen in den letzten fünf Jahren startete der Umbau des Hauptbahnhofs in diesem Jahr. Grund für die Verspätung: Die Ausschreibungen für die komplizierten Abriss- und Sanierungsarbeiten scheiterten, denn zum vorgegebenen Preis ließ sich kein Unternehmen finden.

Die Verkehrsinfrastruktur an einer der am dichtesten befahrenen Bahnstrecken würde jetzt zukunftsfähig aufgestellt, um die Menschen von der Schiene zu überzeugen und die Verkehrswende voranzutreiben, so Werner J. Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW. Dieser Meinung schließt sich auch Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), an: „Der Duisburger Hauptbahnhof entspricht in seiner wichtigen Funktion als großer Knotenbahnhof in NRW nicht mehr den modernen verkehrlichen, baulichen und gesellschaftlichen Anforderungen.“

„Der schönste Bahnhof Deutschlands“

Die Bauarbeiten an der 90 Jahre alten Gleishalle laufen bereits, was zu einer Sperrung des Osteingangs führt. Laut Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, kümmert sich die Stadt aktuell um die passende Neugestaltung. Vom Bahnsteig aus hat man einen guten Blick auf die Baustelle, die jedoch momentan wegen einer insolventen Baufirma stillsteht. Mit einer Fertigstellung der Umbaumaßnahmen ist erst 2028 zu rechnen. Die Erwartungen sind groß, laut Link: In Duisburg entstehe „der schönste Bahnhof Deutschlands“.

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Von Magdalena Kensy in Campus
 

Die Kosten für den Umbau belaufen sich aktuell auf 260 Millionen Euro und damit etwa doppelt so viel wie ursprünglich angedacht. Verplant ist das Geld für die Modernisierung der Gleishalle, neue Bahnsteige und ein Dach aus Stahlträgern, die im Gesamtbild eine Welle darstellen sollen. Die verwendeten Baumaterialien sollen an die industrielle Geschichte des Ruhrgebiets erinnern. Durch die neue Dachkonstruktion aus gewellten Stahlträgern und Glas soll zukünftig ausreichend Tageslicht in die Halle gelangen. „Dadurch ist tagsüber keine künstliche Beleuchtung mehr notwendig", so die Bahn. Zusätzlich soll die Seite des Bahnhofs mit einer großen Glasfront einen Blick in den Bahnhof ermöglichen. Neben dem neuen Dach werden die Bahnsteige grunderneuert. Dazu zählen neben Bänken und Wartebereichen auch die Erneuerung der Rolltreppen.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Frage, die sich für viele Pendler:innen im Ruhrgebiet stellt: Wird es durch die Umbauarbeiten zu Zugausfällen oder Verspätungen kommen? Bereits jetzt sind die Zugänge zu den Gleisen 12 und 13 am Osteingang mit rot-weißen Baustellen-Baken abgesperrt. Hier wird bis in den Sommer 2023 niemand mehr ein- oder aussteigen können. In diesem Jahr wird der mehr als 400 Meter lange Bahnsteig abgetragen und neu errichtet. Ebenfalls werden die über diesem Bereich liegenden Dächer verschwinden. 

Doch es gibt Entwarnung: „Der regionale Zugverkehr wird nicht eingeschränkt“, sagt ein Sprecher der Bahn. „Die Züge fahren, sie werden nur auf andere Gleise umgeleitet.“ Auf den Gleisen 12 und 13 machte in Duisburg vor allem der Fernverkehr halt. Vereinzelt könne es im Laufe der Sperrung bei einigen Fernzügen zu geänderten Abfahrtszeiten kommen, einzelne werden nicht in Duisburg halten können, so der Sprecher. Die Pendler:innen im Regionalverkehr sollen nicht betroffen sein.

Der Umbau soll in mehreren Abschnitten erfolgen. Abriss und Neubau von Bahnsteigen und Dachteilen sollen während des laufenden Verkehrs etappenweise erfolgen – in Duisburg von Ost nach West, vom Bahnsteig 12/13 bis 1/2. Jeder Abschnitt soll etwa ein Jahr dauern. So will die Bahn sicherstellen, dass der Betrieb während der Bauphase ohne große Einschränkungen weiterlaufen kann. „Das Prinzip hat sich bei der Modernisierung des Dortmunder Hauptbahnhofs bewährt“, heißt es von der Bahn. In Dortmund wurden 2018 die Abriss- und Neubauarbeiten ebenfalls während des laufenden Verkehrs durchgeführt. Dass jeweils nur ein Bahnsteig aus dem Verkehr gezogen wird, soll die Auswirkungen auf den Fahrplan reduzieren.

Das Alte Gesicht von Duisburg 

Trotz der Verzögerung wird der Duisburger Hauptbahnhof bereits seit 2009 schrittweise erneuert. Die Umgestaltungsarbeiten fokussierten sich damals auf die neue Empfangshalle, die seit 2011 ein freundliches und modernes Ambiente bietet.
Dennoch bleibt vom Duisburger Hauptbahnhof eines in Erinnerung: das splitternde Glas, das von Klebeband zusammengehalten wird, die bröckelnden Stützpfeiler und Fangnetze unter einem Dach, das für seine Durchlässigkeit bekannt ist. Der marode Hauptbahnhof der Stadt, Baujahr 1933, wird auf Social Media regelmäßig als Schandfleck bezeichnet. 

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