Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Altenessen: Zerstörungswut in der Silvesternacht

In Altenessen wurden Mülleimer angezündet und Bushaltestellen zerstört.[Symbolfoto: David Peters]
25.01.2021 13:04 - Helena Wagner

Die Silvesternacht von 2020 auf 2021 war durch die Corona-Pandemie so still wie lange keine mehr.  Doch auch in der letzten Silvesternacht gingen Meldungen über Randale bei der Polizei ein, trotz Böllerverkaufsverbot und Ausgangssperre – diesmal unter anderem auf dem Altenessener Markt in Essen. 

Um 0.40 Uhr meldeten laut der Essener Polizei Anwohner:innen eine Gruppe von zuerst rund 50 Menschen, die auf dem Platz wüteten. Diese Zahl wurde jedoch nach dem Überprüfen von Handyvideos auf 25 korrigiert. Werbetafeln und eine Haltestelle wurden zerstört, Mülleimer wurden abgetreten und angezündet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte flüchteten die Randalierenden, vier Personen konnten jedoch vor Ort gefasst werden. Sie durften nach Aufnahme ihrer Personalien wieder gehen.  Zurück blieb ein Bild der Verwüstung und die Frage, ob dieses Ausmaß an Zerstörung hätte verhindert werden können.

Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) äußerte sich bestürzt über diese Meldung und beriet sich vier Tage später mit Ordnungsdezernent Christian Kromberg sowie Vertreter:innen der Bezirkspolitik, der Altenessenkonferenz und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu den Vorkommnissen. Als Lösungsansatz wurde die Präsenz von Ordnungsamt und Doppelstreifen im Stadtteil erhöht. Zudem wurde ein Team der City Service Teams, die sich neben dem Ordnungsamt um Sauberkeit und Hilfestellung für Anwohner, zum Beispiel Erste Hilfe, kümmern, von der Innenstadt nach Altenessen verlegt. Man beabsichtige außerdem, nach dem Fassen der Täter:innen ihren familiären und beruflichen Hintergrund zu untersuchen, um Hilfe anzubieten.

Scharfe Kritik kommt seitens der SPD-Fraktion des Rats Essen, die die fehlende Initiative des Oberbürgermeisters zwei Wochen vor dem Silvesterabend zu Böllerverbotszonen bemängelt. Ingo Vogel, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion und des Ordnungsausschusses, sieht die Verantwortung zu den Vorkommnissen klar bei Oberbürgermeister Thomas Kufen: „Aus den Erfahrungen der Vorjahre hätte ein entsprechendes Verbot von Feuerwerk die Lage dort von vornherein anders aussehen lassen. Dann hätten Polizei und Ordnungskräfte viel früher eine Grundlage gehabt, einzugreifen“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD. Weiter kritisiert er: „Die Schutzverantwortung gegenüber den Essener Bürgern hat man so von Anfang an abgewiegelt. Das war unverantwortlich. Sich dann im Nachhinein hinzustellen und nach mehr Ordnungskräften zu rufen, ist leider einfach zu billig.“ 

Luca Ducree, ordnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, antwortete nach einer weiteren Sondersitzung der CDU und der Grünen-Fraktion am 15. Januar auf die Vorwürfe folgendes: „Das kriminelle Verhalten in der Silvesternacht ist in keinem Zusammenhang mit einem Böllerverbot zu sehen“ und lobte das Handeln des Oberbürgermeisters und der Polizei nach den Vorkommnissen. „Der Vorwurf der SPD-Fraktion, die Taten hätten durch Böller-Verbotszonen verhindert werden können, ist platt. Warum hat die SPD dann keinen Antrag auf Einrichtung solcher Zonen gestellt? Außerdem wäre kriminelles Handeln dadurch auch nicht zu verhindern gewesen.“ fügt Elke Zeeb, ordnungspolitische Sprecherin der Ratsfraktion der Grünen, hinzu. 

Inzwischen sind fünf Täter durch Videos im Netz, die sie selbst gepostet haben, identifiziert worden. Die Polizei Essen bittet die Bevölkerung um weitere Hinweise zu den Tatverdächtigen.  

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