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LOKALES

1.200 Euro für den Winterspielplatz

Andi präsentiert seinen Check. [Foto: BRIT]

​​​​​​​30.10.2018 15:21 - Britta Rybicki

 

Wer kennt ihn nicht: Den Mann, der die Pfandflaschen am Campus sammelt. Und zwar nicht eigennützig, sondern um den Erlös an den Winterspielplatz in der Christuskirche in Essen-Schonnebeck zu spenden. Am Sonntag, 28. Oktober, hat akduell Andre Brieux (kurz: Andi) am Zahltag mal wieder begleitet. 

„Ich freue mich, heute wieder einen ganz besonderen Gast zu begrüßen”, schallt es durch die Lautsprecher. Die Stimme, die durch das Mikro klingt, gehört dem Leiter des Winterspielplatzes David. Es ist rummelig auf dem Indoor-Vernügungsort, fast wie auf einem Jahrmarkt. Vor der Bühne in dem großen Kirchensaal bildet sich eine Traube von Kindern, die ihre Aufmerksamkeit manchmal David widmen und im nächsten Moment wieder dem Trampolin, Bobbycars oder Spielzeugküchen. Einzelne Eltern rennen hektisch ihrem Nachwuchs hinterher, während der Großteil auf den Stühlen am Rand platz nimmt. 

Auf diesen Moment hat der Rentner das ganzes Jahr gewartet. „Ich mach das ja nun schon so lange, trotzdem hab ich jedes Mal Lampenfieber”, so Andi. Weshalb er schon auf dem Weg zur Kirche kurz befürchtet hatte, das Geld zuhause vergessen zu haben. Auch auf der Veranstaltung wirkt er nervös, verlegt sein Handy. Als David dann endlich seinen Namen ausspricht, bekommt er Applaus. Wie nach einem Wettkampf tritt er auf die Bühne. Seine Körperhaltung ist gestreckt, er blickt durch den ganzen Raum, wirkt stolz. Auf sein diesjähriges Vermächtnis, darauf, dass er wieder sein Versprechen einhalten konnte. 

Als er im vergangenen Jahr 1.100 Euro übergibt, setzt er sich das

„Ich habe
mich intensiver mit dem Winterspielplatz beschäftigt und gemerkt, dass sie wirklich auf jeden Cent angewiesen sind.“ 

nächste Ziel: 2018 schaffe ich wieder 100 Euro mehr. Der Scheck beweist: Andi bricht sein Versprechen nicht. 1.200 übergibt er in diesem Jahr an den Winterspielplatz. Obwohl seine Suche nach Leergut am Campus nicht einfacher wird. „Dadurch, dass das Fotolabor der Universität Duisburg-Essen umgezogen ist, fehlen mir ein paar hundert Euro”, so Andi. Weshalb er 190 Euro aus eigener Tasche dazu steuern muss. 

Die erste Spende: 86 Euro 

Wieder mit dabei sind Freunde vom Fußball Fanclub Rot-Weiß-Essen und Constantin von der Fachschaft Wirtschaftswissenschaften. „Ich will Andi dabei einfach unterstützen”, sagt der Betriebswirtschaftswissenschaftler. 

Mit der Übergabe des Schecks verschwindet dann auch die Aufregung des Campussammlers. David erinnert sich immer noch an Andis erste Spende als wäre es gestern gewesen. „Das war im Jahr 2012, als du uns 86 Euro gespendet hast”, schwelgt der Leiter in Erinnerung. Durch eine Bekannte setzt die Tradition zufällig ein. „Nach der einmaligen Spende habe ich mich intensiver mit dem Winterspielplatz beschäftigt und gemerkt, dass sie wirklich auf jeden Cent angewiesen sind”, so Andi. Deswegen überreicht er dem Team ein Jahr später 250 Euro. 

Ein neues Versprechen für das nächste Jahr macht er nicht. Er wolle sich nicht unter Druck setzen lassen, da er schon jetzt gemerkt habe, dass er Konkurrenz am Campus habe. „Aufhören werde ich aber auf keinen Fall. Mich motivieren die strahlenden Kinderaugen jedes Jahr aufs Neue”, erklärt Andi. Am späten Nachmittag verlässt er dann die Kirche mit einer Colaflasche: „Die ersten 25 Cent. Jetzt fängt wieder alles von vorne an.” 
 

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