Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

KULTUR

Wo Milch und schwarzer Honig fließen

03.12.2018 13:34 - Erik Körner

Die britische Band Black Honey begeistert seit 2014 mit ihrem unkonventionellen Indie-Sound. Dieses Jahr starteten sie ihre erste Headline-Tour durch Deutschland mit Konzerten in Berlin, Hamburg und Köln.

Im Idealfall hat eine Vorband ein paar gute Songs, heizt die Stimmung an und versüßt einem die Wartezeit auf die Hauptband. In der Vergangenheit fand ich die meisten Vorbands, mit Ausnahme von Anti Flag, eher durchschnittlich. Als ich vor einem Jahr mit meiner besten Freundin bei einem Royal Blood Konzert in Köln war, hat sie mir kurz vorher gesagt, dass eine Band namens Black Honey vor Royal Blood spielen wird. Ich erwartete nicht, an diesem Abend eine neue Lieblingsband zu finden.

Nach dem Konzert haben wir die Bandmitglieder vor dem Merchandise-Stand getroffen. Wir gratulierten ihnen zum gelungenen Auftritt und erzählten mit fast kindlicher Begeisterung, wie hervorragend wir ihre Musik fanden. An ihrer Reaktion erkannten wir, dass sie nicht mit so einem überaus positiven Feedback gerechnet haben. Sie schenkten uns zum Dank sogar ein paar Sticker und Pins. Nach einem gemeinsamen Foto gaben wir ihnen unser Wort, eines ihrer Konzerte zu besuchen, sobald sie wieder in Deutschland spielen. Mit dem Versprechen im Hinterkopf bestellten wir direkt beim Verkaufsstart zwei Tickets für ein Konzert im November in Köln.

Die Tradition aufrechterhalten

Kompromissloser Indie-Rock mit Ecken und Kanten, trotz seines düsteren Klanges eingängig war.

Trotz einer eigenen Tour sind Black Honey noch weit davon entfernt, eine große, populäre Band zu sein. Deswegen, und gemessen am niedrigen Ticketpreis, ging ich nicht davon aus, sie würden eine Vorband im Schlepptau haben. Der Support Act für diesen Abend waren PINS. Bereits nach den ersten drei Liedern war uns klar, dass wir auch sie schnellstmöglich wiedersehen müssen. Kompromissloser, simpler Indie-Rock mit Ecken und Kanten, der trotz seines leicht düsteren Klanges eingängig war. Gegen Ende ihres Auftrittes kamen die Bassistin sowie die Sängerin runter ins Publikum und haben dort weitergespielt. Für sowas gibt’s bei mir immer Sympathiepunkte.

Corrine, come back to me

Nach dem sehr gelungenen Gig von PINS war es endlich an der Zeit, Black Honey wiederzusehen. Sie haben die Show mit I Only Hurt The Ones I Love, dem ersten Track ihres im September veröffentlichten, selbstbetitelten Debütalbum, eröffnet und hatten die passionierte, wenn auch überschaubare, Menge direkt auf ihrer Seite. Selbstverständlich wurden zum großen Gefallen des Publikums auch einige ältere Songs aufgeführt. Neben Titeln wie All My Pride und Spinning Wheel war als vorletztes Lied das melancholische und doch herzerwärmende Corrine dabei, was die Menge in Köln in Extase versetzte. Die Mischung aus älteren und neueren Liedern zeigte deutlich, wie sehr sich Black Honey im Verlauf der Jahre musikalisch weiterentwickelt haben. Bisher schien es, als wollte die Band experimentieren und sehen, was für sie am besten funktioniert. Das neue Album hat hingegen eine klare Vision mit einen einheitlichen Sound.

Glücklicherweise gab es kaum Ansprachen, sodass mehr Zeit für Lieder blieb und der Flow des Konzertes nicht unterbrochen wurde. Die einzige längere Ansprache beinhaltete Worte der Fassungslosigkeit sowie der Dankbarkeit. Sängerin und Gitarristin Izzy B. Phillips meinte: „Das ist so surreal. So etwas wie hier passiert Leuten wie uns normalerweise nicht. Wir wissen nicht, wo wir ohne euch wären“. Diesen Worten folgte Jubel und tosender Applaus, was für ein breites Lächeln in den Gesichtern der Bandmitglieder sorgte.

Wie bereits letztes Jahr haben wir Black Honey nach dem Konzert am Merchandise-Stand getroffen. Auch dieses Mal haben wir kurz mit ihnen geredet, ihnen gesagt, wie gut die Show war und, dass wir sie hoffentlich bald wiedersehen werden. Wieder waren sie überaus glücklich sowie fasziniert davon, wie leidenschaftlich ihre kleine Fanbase, die sie sich bereits aufgebaut haben, ist. Meine Begleitung war so gut, das Foto von letztem Jahr auszudrucken und mitzubringen. Zu unserer Überraschung erinnerten sie sich an uns und waren so lieb, es – sogar mit Widmung - zu unterschreiben. Alles in allem ein guter Abend. Wer Black Honey noch nicht kennt, hat spätestens jetzt keinen Grund mehr, ihnen nicht zumindest eine Chance zu geben.

 

#unteilbar-Demonstration zieht mit 240.000 Menschen durch Berlin

Wir waren bei der Unteilbar-Demo und haben ein paar Impressionen gesammelt.
 

Transplantationsskandal: Senatsvorsitzender verteidigt Kollegen

Auf der Senatssitzung in Essen äußerte sich Vorsitzender Ulf Dittmer, der selbst am Uniklinikum tätig ist, zum Transplantationsskandal.
 
 

Was, es finden Wahlen statt?

Wir waren auf dem Campus und haben mit euch über die anstehende Wahl zum Studierendenparlament gesprochen.
 
Konversation wird geladen