Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

KULTUR

Wo auf der Welt isset am Schönsten? In Essen.

18.06.2018 14:57 - Britta Rybicki

Ein Kommentar

Mit Titeln wie Weltkulturerbe und grüne Hauptstadt schmückt Essen sich landesweit. Was die Stadt für ihre Bewohner*innen so besonders macht, zeigt der Film „meinEssen”. Von Sommer bis zum Spätherbst im vergangenen Jahr konnten Essener*innen Clips an das Projektteam des Netzwerk Film senden. Am Sonntag, 17. Juni, wurde das 50-minütige Werk erstmalig in der Lichtburg vorgeführt.

Wasser, Wiesen und Industriegebäude – Essen ist die schönste Stadt der Welt. Könnte man beim Betrachten der vielen aneinander geschnittenen Filmschnipsel meinen. Denn Grugapark, Baldeneysee, Zeche Zollverein und Rüttenscheider Straße sind nämlich die Orte, an denen Essner*innen scheinbar ihre besondere Momente erleben. Mehr als 104 Einreichungen, in denen Anwohner*innen ihre Perspektive auf ihr Zuhause richten, sind zusammengekommen. Aufgenommen werden konnte nur ein kleiner Teil.

Mal handeln die Filme von einem Gänsereiter-Verein bei dem der Großteil im Publikum zusammenschreckt und angewidert wegschaut. Mal von einem Kioskbesitzer, der eigentlich eine Schlagerkarriere geplant hatte und seine Zuhörer*innen zumindest heute zum Schmunzeln bringt.  „Was heißt hier Konkurrenz, es gibt Sänger, die besser und schlechter sind als ich”, gelassen und doch ziemlich zufrieden – wie Kioskbesitzer*innen im Ruhrpott halt so sind – nimmt Andy Focks das Schicksal seinen Traum als Hobby auszuleben, entgegen. Der Saal scheint begeistert und applaudiert. Die Sitzplätze in Parkett, Loge und auf den prachtvollen Balkons sind beinahe alle besetzt. „Es ist erstaunlich, dass heute genauso viele Zuschauer da sind wie bei der Premiere von Franziskus wenige Tage zuvor”, sagt die Geschäftsführerin der Lichtburg Marianne Menzel in ihrer Einführungsrede.

Hinter der vorgespielten Authentizität und Pottromantik versteckt sich doch ein Imagefilm  – nur ohne Hochglanz. Viele Szenen sind grau und staubig, die Protagonist*innen sind lässig gekleidet, essen Currywurst mit Pommes, stehen auf Gartenzwerge und wirken ziemlich unsympathisch  – der Film bedient viele längst abgegriffene Klischees über das Ruhrgebiet.

Spannende Momente gibt es trotzdem: Eine Tierschützerin, die sich einen Taubenschlag zur Lebensaufgabe gemacht hat. Direkt an den Bahngleisen in Essen-Steele pflegt sie mittlerweile fast 200 dieser Greifvögel.  „Da sie eigentlich nicht in die Stadt gehören, brauchen sie menschliche Unterstützung”, sagt sie im Film. Ebenso spannend sind die Geschichten junger Frauen, die parallel erzählt werden. Welche Rückzugsorte sie sich nach anderthalb Jahren hier leben suchen:  „Ich sitze oft am Steg am Kanal. Meine Ruhe ist mir wichtig. Nur so konnte Essen zu meiner Wohnstadt werden.” Oder wie es ist, in dem Viertel aufgewachsen zu sein, in dem man heute fast 30 Jahre später immer noch lebt.  „Man steht auf dem Spielplatz und erinnert sich an Ausflüge und frühere Freunde.”

Zugegeben: Die gesellschaftliche Heimatliebe ist für eine Nicht-Essenerin wie mich etwas befremdlich. Dass Menschen sich an einem Ort sicher und wohl fühlen hingegen ziemlich in Ordnung. Und dass sie vermutlich viel dazu beitragen, dass es allen gut geht, natürlich auch. Wenn Essen jetzt noch das Mobilitätsnetz und Kulturangebote für den kleinen Geldbeutel in den Griff bekommt, läuft doch alles wie geschmiert.

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