Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

KULTUR

Wie ich Sony für Nintendo verließ

(Foto: ekn)

10.12.2018 11:17 - Erik Körner

 

In der Videospiel-Szene tobt seit Jahrzehnten ein Krieg zwischen den Anhänger*innen der verschiedenen Konsolenhersteller. Ab und an kommt es jedoch vor, dass eine der Seiten ein so verlockendes Manöver vollführt, dass man nicht anders kann, als zu ihr überzulaufen.

Es spielt keine Rolle, mit welchen Personen ich mich über Videospiele unterhalte: irgendwie scheint es, als sei jede*r mit einer Nintendo-Konsole aufgewachsen. Jede*r schwärmt von Meilensteinen wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time oder Super Mario 64. Ich war leider nicht in der Lage, die Titel in meiner Kindheit zu genießen, denn ich war immer ein Sony-Kind. Ich hatte recht früh eine Playstation 1 sowie 2. Danach unternahm ich in meinen Teenager-Jahren einen Ausflug zu Microsoft mit einer Xbox 360, die zeitnah gegen eine Playstation 3 getauscht wurde. Während des Studiums kaufte ich mir dann eine Playstation 4. Da ich nicht mit Nintendo groß geworden bin, hatte ich auch nie sonderlich Interesse an ihnen. Als ich versucht habe, ein paar der Klassiker nachzuholen, musste ich mich regelrecht dazu zwingen, Spaß zu haben. Ich schätze, manche Dinge sind später nur genießbar, verbindet man Kindheitserinnerungen mit ihnen. Die einzige Ausnahme stellen die Pokémon-Spiele dar. Einen Gameboy beziehungsweise einen Nintendo DS hatte ich dann doch. Ich liebte und liebe die Taschenmonster noch heute.

Nachdem Nintendo letztes Jahr die Switch herausbrachte, war ich skeptisch, wenn auch neugierig. Ihr Vorgänger, die Wii U, floppte schrecklich. Kaum ein Entwickler hatte Interesse, für die experimentelle Konsole zu entwickeln, weshalb die Auswahl an Titeln am Ende ihres Lebenszyklus gering ausfiel. Die Switch hingegen war ein absoluter Geniestreich – eine hybride Konsole, mit der entweder zu Hause vor dem Fernseher oder unterwegs gespielt werden kann. Nach einer schier endlosen Welle an Lobpreisungen wurde auch ich irgendwann schwach und habe mir eine Switch zugelegt. Nach über 18 Jahren loyaler Treue zu Sony muss ich sagen, dass Nintendo es endlich geschafft hat, mich auf ihre Seite zu ziehen.

Meine Begeisterung für die Switch hat ihren Ursprung schon in kleinen Dingen wie dem effizient programmierten Betriebssystem. Vom Hochfahren der Konsole bis zum Start eines Spiels vergehen im Handheld-Modus keine fünf Sekunden. Selbst, wenn ich sie gedockt mit dem Controller hochfahre, dauert es kaum länger. Im Vergleich fühlt es sich fast so an, als könne ich mir in der Zeit, die meine Playstation 4 zum Start benötigt, einen Kaffee kochen und den Müll rausbringen, bevor ich irgendwas Unterhaltsames mit ihr anstellen kann. Zwischen den Dateigrößen der Betriebssysteme beider Konsolen liegen Welten – 93 GB auf der Playstation 4 und gerade mal 6,1 GB auf der Switch. Es ist kein Wunder, dass Nintendos Plattform so viel flotter agiert, müssen bei jedem Systemstart weniger Daten geladen werden. Das Beste ist, dass ich ein Spiel jederzeit pausieren und meine Switch in den Schlafmodus versetzen, drei Stunden später wiederkommen und trotzdem innerhalb weniger Sekunden dort fortsetzen kann, wo ich aufgehört habe.

Vor der Switch war ich immer dazu gezwungen, vor dem Bildschirm zu verweilen, an dem meine Konsole angeschlossen war. Auch mit ihr habe ich die Option, auf der Couch beziehungsweise vor dem Fernseher zu sitzen. Sollte mir nicht danach sein, kann ich sie aus dem Dock nehmen und gemütlich im Bett weiterspielen. Besuche ich meine Freunde in Düsseldorf, kann ich mir außerdem die Zugfahrt mit ein paar Rätselspielen versüßen. Ich möchte nie wieder auf die Freiheit, wo und wann immer ich möchte auf einen riesigen, hochqualitativen Spielekatalog zugreifen zu können, verzichten.

Die Switch war ein absoluter Geniestreich

Nachdem Sony 2017 mit Persona 5, NieR: Automata und Yakuza: Zero ein wahres Feuerwerk an Spielen für jemanden wie mich, der von unkonventionellen japanischen Spielen nie genug bekommen kann, abgefeuert hat, ließen mich die meisten anderen Veröffentlichungen kalt. Währenddessen komme ich bei der Switch gar nicht mehr hinterher. Ich habe erst neulich Hollow Knight und Octopath Traveler beendet. Allein beide Bayonetta-Teile, The World Ends With You oder Katamari Damacy Reroll warten immer noch darauf, von mir durchgespielt zu werden.

Ich könnte noch ewig von vielen anderen Dingen, wie der wunderschönen Benutzeroberfläche oder der Akkulaufzeit des Pro-Controllers schwärmen, aber ich denke, ich habe mich bereits deutlich genug ausgedrückt. Hut ab, Nintendo.

Lernen, Schlange stehen, Verklagen

Zwei Studierende und das Akademische Auslandsamt zu den menschenunwürdigen Verhältnissen vor Ausländerbehörden:
 

10 Gründe, warum der Winter schrecklich ist...

Kälte, Dunkelheit, Tristesse: Der Winter ist für unseren Redakteur mit weitem Abstand die schlimmste der vier Jahreszeiten.
 

Was für eine verfickte Bachelorarbeit

Giada* untersucht in der Serie Skins, welche Effekte Schimpfworte in Serien haben können:
 
Konversation wird geladen