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KULTUR

Was kann das neue Game of Thrones Spin-Off?

„Fire and Blood” ist das Motto der Targaryens. [Foto: Selome Abdulaziz]

03.09.2022 14:30 - Selome Abdulaziz

Drachen, Gewalt, Intrigen. Das und mehr verspricht House of the Dragon, das erste Prequel zur beliebten Fantasy-Serie Game of Thrones. Lohnt sich das Einschalten?

Achtung, Spoiler!

Drei Jahre nachdem die finale achte Staffel von Game of Thrones viele Fans enttäuschte, veröffentlichte der Sender HBO am 21. August die erste Folge der neuen Serie über Westeros: House of the Dragon. Wie Game of Thrones basiert das Prequel auf einem Buch von George R. R. Martin, dem 2018 veröffentlichten Werk Feuer und Blut. Im Mittelpunkt steht das Herrscherhaus Targaryen, das mithilfe seiner Drachen fast drei Jahrhunderte lang über die Sieben Königslande herrschte. Daenerys aus dem Hause Targaryen ist treuen Zuschauer:innen bereits bekannt, in Game of Thrones spielt sie eine zentrale Rolle. Das Spin-Off beginnt allerdings 186 Jahre vor der ersten Thrones-Folge, während der Herrschaft von König Viserys I.

Die Serie bleibt aber nicht lange in einer Zeit, noch in der ersten Staffel soll es mehrere Zeitsprünge geben, in der Mitte der Staffel sollen etwa zehn Jahre geskippt werden. Hauptkonfliktpunkt in House of the Dragon sind nicht die verfeindeten Häuser, sondern ein Erbstreit innerhalb des Hauses Targaryen. Kandidat:innen für die Nachfolge von König Viserys sind zunächst seine Tochter Rhaenyra und sein jüngerer Bruder Daemon. Später kommen weitere Personen ins Spiel und ein erbitterter Erbfolgekrieg bricht aus, der „Tanz der Drachen“.

Der erste Eindruck

Eine erste Folge ist enorm wichtig. Sie bestimmt, ob Zuschauer:innen wieder einschalten und legt den Grundstein für den Rest der Staffel. Ähnlich wie in der ersten Folge von Game of Thrones lernen wir in der Pilotfolge von House of the Dragon die wichtigsten Charaktere und ihre Motivationen kennen und der bevorstehende Konflikt bahnt sich an. Das Spin-Off, von dem bei Erfolg der ersten Staffel drei bis vier Staffeln geplant sind, hat eine deutlich weniger komplexe Geschichte und weniger Schauplätze als der Vorgänger, geht dafür aber detaillierter und langsamer vor.

Der Auftakt mit dem Titel The Heirs of the Dragon macht vieles richtig. Neben Action und einigen bekannten Schauplätzen sehen wir die intriganten Machenschaften derer, die den König beeinflussen wollen. Das eigentlich Spannende an Game of Thrones war das Ringen um Macht im Hintergrund, das von Charakteren wie Littlefinger und Lord Varys ausging, nicht die Kämpfe auf dem Schlachtfeld. Davon gab es bei House of the Dragon ebenfalls Anzeichen. Die Serie lässt sich Zeit, um die Beziehungen der Charaktere untereinander und ihre inneren Konflikte zu beleuchten und macht so Lust auf mehr.

Sex sells

Game of Thrones wurde für die häufige Darstellung von Nacktheit und sexueller Gewalt kritisiert. Frauen wurden als Zuschauer:innenmagneten genutzt. Laut Showrunner Miguel Sapochnik soll House of the Dragon weniger Sexszenen beinhalten. Trotzdem betont er, dass die Fantasywelt dem europäischen Mittelalter entspricht und die Gewalt, die damals von Männern gegenüber Frauen ausging, nicht ignoriert werden sollte. In der ersten Folge sieht es noch nicht danach aus, als gäbe es weniger Sex und Nacktheit im Spin-Off. Besonders Daemon Targaryen hält sich gerne im Bordell auf und vergnügt sich mit seiner Vertrauten Mysaria. Schauspieler Matt Smith, der den ungestümen Daemon verkörpert, stört sich an den vielen Sexszenen seines Charakters. “You do find yourself asking, ‘Do we need another sex scene?’”, beklagt er in einem Interview mit dem Rolling Stone.

Auch vor Gewalt scheut sich der Thrones-Ableger nicht. Die Stadtwache metzelt zur Strafe Verbrecher:innen der Hauptstadt Königsmund ab und Ritter kämpfen bei einem Turnier bis auf den Tod. Die grausamste Szene spielt sich jedoch ab, als die Königin bei vollem Bewusstsein einem Kaiserschnitt unterzogen wird. Diese potentiell tödliche Entscheidung trifft sie nicht selbst, sondern ihr Mann König Viserys bestimmt über ihren Körper. Die Showrunner Sapochnik und Ryan Condal wollen in der Serie zeigen, wie brutal Geburten in mittelalterlichen Zeiten waren. Das ist ihnen definitiv gelungen. Ob die Serie tatsächlich mehr auf Inhalt als auf Nacktszenen setzt, wird sich noch zeigen. Erfolgreich ist die Serie schon jetzt: fast zehn Millionen Zuschauer:innen sahen allein in den USA die erste Folge und House of the Dragon wurde direkt um eine zweite Staffel verlängert. Streamen könnt ihr beide Serien auf Sky und WOW.

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