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KULTUR

Vier Artists, die ihr 2022 nicht verpassen solltet

Edwin Rosen hatte bereits zwei ausverkaufte Tourneen durch Deutschland.
[Foto: Landstreicher Booking]

15.02.2022 15:25 - Nikita Marcus Verbitskiy

In den letzten Jahren ist in der Musiklandschaft einiges passiert. Seit der Pandemie geraten immer mehr Hobbymusiker:innen ans Tageslicht und zeigen uns, dass sie viel mehr als das sind. Diese vier haben unserer Meinung nach besondere Aufmerksamkeit verdient oder könnten dieses Jahr einen Durchbruch der guten Art erleben.

Edwin Rosen

Bereits 2020 hat der Stuttgarter Sänger einen gewaltigen Sprung erlebt. Seine erste veröffentlichte Single leichter//kälter war unmittelbar ein voller Erfolg. Rosen brachte den melancholisch-nostalgischen Sound von Bands wie Molchat Doma und Motorama nach Deutschland, um eine neue Neue Deutsche Welle anzustoßen. 2021 waren Fans einige Singles wie auch die 5 Track EP mitleerenhänden vergönnt, ein Album ließ bisher auf sich warten. Rosen kündigt fast nichts an, hüllt sich in mysteriöses Schweigen und Fans tappen im Dunkeln. Sein Debüt veröffentlichte er inmitten seiner Klausurphase, praktisch ohne Promo und Marketing. Strukturen und Hilfen eines Labels waren fehl am Platz. Ganz wie es sich für eine Indie-Sensation gehört, war sein Wachstum organisch und sein Ansatz DIY.  Dieses Jahr halten Fans und Kritiker:innen Ausschau, ob sich das Schweigen lüftet und uns ein Debütalbum vergönnt sein könnte.

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PinkPantheress

Die britische Sensation PinkPantheress (bürg.: Victoria Walker) war 2021 in vermutlich jeder sorgfältig kuratierten Playlist zu finden. Tastemaker, Musiker:innen und TikTok-Persönlichkeiten waren zugleich begeistert. Mit einem Homemade-Sound, der UK-Garage, Drum’n’Bass, Glitch-Pop und 2000er Pop-Punk verbindet, schafft PinkPantheress eine perfekte Brücke, um Zuhörer:innen der Generationen X bis Z für sich zu gewinnen. Walker meistert es, die zeitgenössischen Eigenschaften der Musiklandschaft für sich zu nutzen. Mit kurzen, eingängigen Tracks, von denen sie zunächst nur Schnipsel bei TikTok veröffentlichte, machte sie sich schnell einen Namen. Die Schnipsel eigneten sich ideal für Wiederverwendung und ihr individueller Sound machte User:innen neugierig. 

So ging ein Track nach dem Anderen viral. Bereits 2020 machte ein Snippet von Just a Waste die Runde, 2021 schaffte sie dieses Kunststück gleich drei mal mit Pain, Just for Me und Break It Off. Doch nicht nur TikTok konnte Walker für sich gewinnen. Ihr Mixtape To Hell with It erreichte Platz 20 der UK Album Charts und brachte ihr Aufmerksamkeit von Künstler:innen und Kritiker:innen weltweit ein. Diesen Frühling soll sie mit Halsey auf Tour gehen. BBC verlieh ihr den Titel Sound Of 2022 und prophezeit ihr damit ein erfolgreiches Jahr. Wir glauben, sie sollen damit recht behalten.

Flavio

Flavio, ehemals der Oktopus, ist bereits seit einiger Zeit auf dem Radar vieler Underground-Deutschrap-Fans. Während ihm die letzten Jahre der so oft prophezeite Durchbruch verwehrt blieb, könnte 2022 zu seinem Jahr werden. Voll ausgestattet mit Emporio Armani und Lacoste, verkörpert der italienischstämmige Rapper den Kitsch von 2000er-Gangstern gekonnt wie kaum ein Anderer. Er ist kompromisslos er selbst und verbiegt sich weder in seinen Texten noch in seinem Sound. Mag man seine Stimme oder seinen Flow nicht, erzwingen seine geradlinige Art und sein einzigartiges Charisma das Gegenteil. 
Mit seinem Album Jungle Product konnte er sich einen etwas größeren Namen machen. Darauffolgende Singles wie Wim Hof oder Muskel konnten noch einen draufsetzen. Knüpft er daran an und bleibt seiner Linie treu, sollte 2022 das letzte Jahr werden, in dem bloß Undergroundfans von der Horster Straße hören.

Stromae

Der belgische Maestro wartet zwar schon lange nicht mehr auf einen Durchbruch. Der war ihm bereits 2009 dank des weltweiten Hits Alors on Danse vergönnt. Doch seit er 2013 mit seinem Sensationsalbum Racine Careé an sein Debüt Cheese anknüpfen konnte, herrschte um den Multiinstrumentalisten Funkstille. 2015 war der Künstler gezwungen, seine Tour in Afrika abzubrechen, da das Malariamedikament Mefloquin bei ihm für Angstzustände und Panikattacken sorgte. Daraufhin zog sich Stromae weitestgehend aus dem öffentlichen Leben zurück und bezweifelte in einem Interview 2017, jemals wieder Musik machen zu können. Mit Ausnahme der 2018 veröffentlichten Single Défiler sollte er Recht behalten. 
Bis am 15. Oktober 2021 die erste Singleauskopplung seines noch unbenannten Albums erschien. Santé wurde von den Fans unter tosendem Applaus aufgesogen. Sein Interview bei dem Sender TF1, in dem er die Reporterin mit einer überraschenden Live-Performance seiner zweiten Single L’enfer überrumpelte, heizte die Masse weiter an. Ein Marketing-Schachzug, der uns zeigt, warum wir Stromae nicht vergessen und 2022 die Augen nach ihm offen halten sollten.

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