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KULTUR

One Piece ist der erfolgreichste Manga und ziemlich sexistisch

Mit dem One-Piece-Universum lässt sich gut Kasse machen.(Symbolbild: Pixabay)

18.02.2019 13:32 - Dennis Pesch

Seit 1997 zeichnet Eiichir Oda den Manga One Piece. Die Serie gilt als erfolgreichster Manga überhaupt, 440 Millionen Exemplare wurden verkauft (Stand: Mai 2018). Ich schaue selbst One Piece. Leider macht mir die Geschichte der Strohhutpiraten immer weniger Spaß, trieft die Serie nur so vor sexistischen Geschlechterrollen. Über Frauen als laufende Sexobjekte und ‚lustig‘ übergriffige Männer, die Frauen nach ihren Unterhosen fragen.

Die Helden von One Piece, die Strohhutpiraten-Bande, befinden sich im Manga derzeit auf der Insel Wano Kuni. Einst wurde sie vom dort sehr beliebten Oden Kouzuki regiert, der später jedoch von einem der vier Kaiser, Kaido, ermordet wurde. Kouzuki hat einen Sohn, Momonosuke, und eine Tochter, Hiyori, hinterlassen. Sein Sohn ist sein Nachfahre auf den Thron in Wano Kuni, besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten, die nur wenige andere Charaktere im Manga haben: Zum Beispiel kann er die „Stimme aller Dinge“ hören, also jedes Lebewesens. Über Hiyori ist bislang nur wenig bekannt im Manga.

Sexistische Running Gags

Momonosuke zeichnet sich nicht nur durch seine etwas eigenwillige Art aus, Konflikte mit dem Hauptcharakter und Kapitän der Strohhutpiraten, Ruffy, auszutragen, er ist auch erst acht Jahre alt. Warum spielt das eine Rolle?

Nun, Momonosuke hat für einen 8-Jährigen nicht nur außergewöhnliche Fähigkeiten, sondern fühlt sich in seinem Alter zu zwei weiteren Hauptcharakteren sexuell hingezogen: Zu Nami, der Navigatorin und Nico Robin, der Archäologin der Strohhutpiraten. Die beiden Frauen haben jeweils Körbchengröße I, tragen permanent einen großen Ausschnitt, natürlich auch in jedem Kampf und sollen eine Taille von 55 und 59 Zentimeter haben, was offensichtlich eine krasse Lüge ist.

Die Taille der beiden ist nämlich deutlich dünner. So dünn, dass ihr Körper oberhalb das Gewicht eigentlich kaum tragen kann. Schon bei der Zeichnung der beiden beginnt der Sexismus. Was den Leser*innen vermittelt wird: Frauen müssen bestimmte Körpermaße erfüllen, um dem heteronormativen Bild zu entsprechen. Große Brüste, dünne Taille, ein wandelndes und ständig verfügbares Sexobjekt für Männer. Wer nach den Körpermaßen der männlichen Hauptcharaktere sucht, wird überraschenderweise keine finden. An Bord der Strohhüte sitzen außerdem zwei besonders sexuell übergriffige Männer, Sanji, der Koch und Brook, der Musiker, der nur noch ein Skelett ist.

Sanji ist sofort in jede Frau verliebt, die dem normativen Bild einer attraktiven Frau entspricht. Das wird zum Running Gag, denn Nami wird nicht nur von Sanji angehimmelt.

Frauen müssen bestimmte Körpermaße erfüllen, um dem heteronormativen Bild zu entsprechen.

Sie ist auch dafür zuständig den unnachgiebigen Typen jedes Mal aufs Neue von allen Frauen weg zu ziehen und wird dabei natürlich als Spielverderberin dargestellt. Dabei will Sanji natürlich nur Komplimente machen, es ist ja alles nur Spaß und gut gemeint. Das ist die Message.

Brook hat ebenfalls einen Running Gag, denn er fragt ausnahmslos jede Frau, ob er ihr Höschen sehen darf. Auch hier wird Nami wieder als Spielverderberin dargestellt, die Brook jedes Mal, wenn er fragt, verprügelt. Brook lernt jedoch nie dazu und fragt immer wieder nach, das ist dann der Gag.

Und dann ist da ja noch Momonosuke, der 8-Jährige. Er weckt den vermeintlichen Mutter-Instinkt in Nami und Nico Robin, also wieder ein sexistisches Klischee, das Frauen in die Rolle der Sorgearbeit verfrachtet.

Das sieht dann so aus: Ein 8-Jähriger fühlt sich zu zwei Frauen sexuell hingezogen, springt ihnen in die Brüste und schaut dabei diebisch aus der Wäsche, während genau das die anderen Männer um ihn herum bemerken und ihn dafür beneiden, dass er mit seinem Kopf in den Brüsten von zwei Hauptcharakteren stecken darf, denn Nico Robin und Nami kümmern sich ja gerne um einen kleinen, sexuell übergriffigen 8-Jährigen. Dass das noch lange nicht alles ist, sollte nicht unerwähnt bleiben.

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