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KULTUR

Obi-Wan Kenobi: Der beste Mensch der Welt

 

Eignet sich auch gut als Bettwäsche: Der Kampf zwischen Obi-Wan und Darth Vader.
[Foto: Erik Körner]

15.08.2019 14:33 - Erik Körner

Manchmal passen Schauspieler so gut zu einer Rolle, dass sie künftig untrennbar mit dieser verbunden sind. So wird beispielsweise Heath Ledger den meisten für seine Paraderolle als der Joker in The Dark Knight in Erinnerung bleiben. Ein Charakter und sein Schauspieler werden aber häufig übersehen: Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi in Star Wars Episode III: Die Rache der Sith. Eine Darstellung, die bis heute Ihresgleichen sucht.

Ein großer Teil von Obi-Wans Charmes entspringt aus seinen One-Linern. Egal, wie stressig oder gefährlich eine Situation ist: Der Jedi-Meister hat fast immer einen knackigen Spruch auf Lager. Anstatt nach einer Notlandung eines brennenden, in zwei Teile gesprengten Sternenkreuzers in Panik zu verfallen, fährt er sich gelassen durch die Haare und meint lächelnd: „Another happy landing.“

Gegen Mitte des Films wird er vom Jedirat beauftragt, General Grievous ausfindig und unschädlich zu machen. Er begibt sich zum Planeten Utapau, der vollständig von Grievous‘ Truppen besetzt ist. Ein detaillierter, ausgeklügelter Plan, um sich Grievous unbemerkt nähern, schien keine Option zu sein. Stattdessen springt er von der Decke eines mit zahllosen Truppen Grievous’ gefüllten Hangars und landet direkt hinter dem General. Er lächelt seinen Widersachern zu und äußert ein verschmitztes: „Hello there.“ Der Osterhase wäre auf solche Eier stolz.

Der Vater, der Sohn, die heilige Macht

In Star Wars Episode I: Die Dunkle Bedrohung adoptieren der Obi-Wan und sein Meister Qui-Gon Jinn den jungen Anakin Skywalker. Nachdem Jinn am Ende des Films in einem Kampf mit Sith-Lord Darth Maul starb, entschied sich Kenobi, den Skywalker fortan großzuziehen und auszubilden. Im Verlauf der drei Prequel-Filme zeigt sich, dass Anakin weit davon entfernt ist, ein Musterschüler zu sein. Viele seiner Handlungen sind durch mangelnde Überlegung, Ungeduld oder den Mangel an emotionaler Kontrolle gekennzeichnet. Trotzdem hat Obi-Wan stets zu ihm gehalten und versucht, nicht nur ein Lehrer beziehungsweise Vorbild, sondern vorallem ein Freund für ihn zu sein.

Er hat ihn immer geliebt, egal, wie irrational seine Handlungen waren.

Ihre Beziehung kam im Finale von Star Wars Episode III: Die Rache der Sith zu einem tragischen Ende. Anakin konnte den Verlockungen der dunklen Seite der Macht nicht länger widerstehen. Unterwürfig schloss er sich Sith-Lord Darth Sidious an, bekam von ihm den Titel „Darth Vader“ verliehen. Sidious leitete die Order 66 ein – ein Befehl, alle noch lebenden Jedi auszulöschen. Im Rahmen dieser Order sendete Sidious Vader auf den Planeten Mustafar. Was Vader nicht wusste war, dass er dort auf Kenobi treffen würde.

Wer nicht hören will

Der Kampf der beiden verlief ausgeglichen. Obi-Wans jahrelang Erfahrung stand in starkem Kontrast zu Anakins roher Kraft sowie seiner natürlichen Begabung mit der Macht.Nachdem sich der Meister eine erhöhte Position sichern konnte, von der aus jeder Angriff Anakins in dessen Verderben geendet hätten, versuchte der Meister seinem Schüler ein letztes Mal ins Gewissen zu reden. “It’s over Anakin, I have the high ground!” schrie er ihm, die tosende Lava übertonend, entgegen. An dieser Stelle an Kompliment an die Schreiber*innen von Die Rache der Sith. Die Zeile impliziert nicht nur eine lokale, sondern auch eine moralische Überlegenheit.

Anakin ließ sich nicht belehren und sprang wutentbrannt in Richtung Obi-Wan. Noch bevor er den Boden erreichte, trennte ihm seine Meister seinen linken Arm und beide Beine in einem Schwung ab. Sein verstümmelter Körper rollte den Abhang herunter, in Richtung des Ufers eines Lavaflusses. Obi-Wan verzichtete darauf, dem schwer verwundeten Anakin seine Niederlage reinzureiben. Stattdessen ließ er ihn wissen, dass er ihn wie einen Bruder liebte. Er hat ihn immer geliebt, egal, wie irrational seine Handlungen waren. Schweren Herzens nimmt er das Lichtschwert seines ehemaligen Schülers an sich und lässt seine verbrannten Überreste zurück.

Nicht nur die Film-, sondern auch die reale Welt braucht mehr Menschen wie Obi-Wan. Menschen, die bis zum bitteren Ende an das Gute glauben und dir zur Seite stehen, egal, was passiert. Idealerweise sollten auch alle Menschen von Ewan McGregor gespielt werden, aber das wäre vielleicht zu viel verlangt.

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