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KULTUR

Nintendos Game Boy wird 30

Wären ohne den Game Boy vielleicht nicht möglich gewesen: Spätere mobile Nintendo-Konsolen und die Pokémon-Reihe. [Foto: Erik Körner]

30.04.2019 13:21 - Erik Körner

Wir schreiben den 21. April 1989. Eine junge amerikanische Band namens Nirvana steht kurz davor, ihr erstes Album namens Bleach zu veröffentlichen. Die Berliner Mauer ist nur noch wenige Monate davon entfernt, von David Hasselhoff in Grund und Boden gesungen zu werden. Der japanische Unterhaltungskonzern Nintendo veröffentlicht den Game Boy. Die kultige mobile Konsole feierte vor Kurzem ihr dreißigjähriges Jubiläum.

Nintendo feierte Anfang der 80er Jahre mit Hilfe der simplen Game & Watch-Titel erste Erfolge im Bereich des mobilen Gamings. Noch in derselben Dekade traf das Unternehmen die Entscheidung, eine vollwertige, mobile Konsole mit wechselbaren Spielen auf den Markt zu bringen. Das stellte die Geburtsstunde des Game Boys dar. Ausschlaggebend für den Erfolg der portablen Konsolen war nicht nur ihr kompakter Formfaktor, sondern auch der selbst aus heutiger Sicht beeindruckende Spielekatalog. In erster Linie sorgten zwei Titel für den globalen Hype: Tetris und Pokémon Rote/Blaue Edition. Beide Spiele verkauften sich gemeinsam fast 70 Millionen Mal.

Das Grundkonzept von Tetris war simpel genug, sodass es von jedem*r Spieler*in schnell verstanden und verinnerlicht werden konnte. Mehr, als verschiedenförmige Blöcke möglichst effizient in vier lückenlose Reihen zu stapeln, verlangte Tetris nicht. Da es keiner Geschichte zu folgen gab und das Spiel keine hohen mechanischen Ansprüche an seine Spieler*innen stellte, eignete es sich selbst für die kürzesten Bus- und Bahnfahrten. Das Magazin Time wählte Tetris in ihrer 2016 veröffentlichten Liste „The 50 Best Video Games of All Time“ auf den ersten Platz, bei der Gaming-Website IGN reichte es für Platz sieben.

Die ersten Ableger des Pokémon-Franchises wurden sieben Jahre nach dem Start des Game Boys veröffentlicht und verhalfen der alternden Plattform zu einem zweiten Frühling. Innerhalb von drei Jahren waren Namen wie Pikachu oder Glurak nahezu jedem*r ein Begriff. Die dazugehörige TV-Serie sowie die ersten Filme halfen, die Popularität der Taschenmonster am Höhepunkt zu halten. Pokémon ist bis heute eine der mit Abstand beliebtesten Nintendo-Reihen und war während jeder Generation auf wenigstens einer Konsole vertreten.

Der unangefochtene König

Vor allem in den frühen 2000er Jahren zeigte sich die Expertise, die Nintendo mit dem Game Boy sammeln konnte. Sonys direkter Rivale, die Playstation Portable (PSP), musste vor dem Nintendo DS in die Knie gehen. Obwohl die PSP der Nintendo-Konsole technisch haushoch überlegen war, konnte sie sich nicht gegen die zwei Bildschirme des DS, von denen einer eine Touch-Funktion hatte, behaupten.

Ähnlich erging es der Playstation Vita, die Sony 2012 ins Rennen um den Thron der mobilen Konsolen zu schicken versuchte. Letzten Endes zog auch sie gegen den Nachfolger des DS, dem 3DS, den Kürzeren. Kombiniert man die Verkaufszahlen der PSP und der Vita, 82 und 15 Millionen, liegen diese immer noch hinter dem DS mit seinen 115 Millionen Einheiten. Die einzigen Konsolen, die es schafften, mehr Einheiten als der Game Boy zu verkaufen, waren die PlayStation 2, die im Alleingang den Markt der Heimkonsolen der frühen 2000er Jahre dominierte, und Nintendos eigener DS. Alles Gute zum Geburtstag und auf die nächsten dreißig Jahre.
 

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