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KULTUR

Night of light: Die Veranstaltungswirtschaft sieht rot

Rotes Licht für die Veranstaltungsbranche [Foto: Alexander Weilkes]

30.06.2020 11:40 - Alexander Weilkes

In der Nacht zum 23. Juni erstrahlten zahlreiche Veranstaltungsorte und Firmensitze in rotem Licht. Mit der Night of Light machte die Veranstaltungsbranche auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Arbeitnehmer und Arbeitgeber befürchten Insolvenz und Arbeitslosigkeit.

Um auf die angespannte Lage aufmerksam zu machen und sich mit der Bundesregierung über Hilfsmaßnahmen zu verständigen, organisierte die Marketingfirma LK-AG die Night of Light. Bei der bundesweiten Aktion, die in der Nacht zum 23. Juni stattfand, rief man Unternehmen, Eventlocations, Clubs, Theater, Konzerthäuser, Messebetreiber und andere Veranstalter dazu auf, ihre Gebäude in rotes Licht zu tauchen.

„Musikfeste, Festivals und ähnliche Kulturveranstaltungen sind bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt“. So steht es in der aktuellen Coronaschutzverordnung für das Land Nordrhein-Westfalen. Nach einem Beschluss der Länder und des Bundes soll das Verbot voraussichtlich sogar bis Ende Oktober Bestand haben. Der Festivalsommer fällt für dieses Jahr daher ins Wasser. Volksfeste sowie Konzerte finden nicht statt; Clubs und Diskotheken dürfen ihre Türen nicht für Feierwütige öffnen. Das liegt daran, dass nicht nur die reine Anzahl der Gäste für ein Verbot relevant ist. Dort, wo die Abstands- und Hygieneregeln nicht einhaltbar sind, kann kein Betrieb stattfinden. 

  • Die Börse, Wuppertal [Foto: Friedemann Köhn]

    Die Börse, Wuppertal [Foto: Friedemann Köhn]

  • Ebertbad, Oberhausen [Foto: Ebertbad]

    Ebertbad, Oberhausen [Foto: Ebertbad]

  • Gleis 3, Duisburg [Foto: Marcus Holzapfel]

    Gleis 3, Duisburg [Foto: Marcus Holzapfel]

  • Goethebunker, Essen [Foto: Constantin Wassermann]

    Goethebunker, Essen [Foto: Constantin Wassermann]

  • Jahrhunderthalle, Bochum [Foto: Bochumer Veranstaltungs-GmbH]

    Jahrhunderthalle, Bochum [Foto: Bochumer Veranstaltungs-GmbH]

  • Lohnhalle, Bochum-Wattenscheid [Foto: Mathieu Knepper]

    Lohnhalle, Bochum-Wattenscheid [Foto: Mathieu Knepper]

  • Phoenix Club, Mülheim [Foto: Thorsten Bella]

    Phoenix Club, Mülheim [Foto: Thorsten Bella]

  • Zakk, Düsseldorf [Foto: Caro Baum]

    Zakk, Düsseldorf [Foto: Caro Baum]

  • Zeche, Bochum [Foto: Zeche Bochum]

    Zeche, Bochum [Foto: Zeche Bochum]

Seit dem 10. März gelten die Veranstaltungsverbote, die zahlreiche Unternehmen treffen. Viele von ihnen machen seit Monaten keinen Einnahmen und fürchten um ihre Existenz.   Veranstaltungstechniker*innen, Messebauer*innen, Eventagenturen, Catering-Firmen, DJs, Thekenpersonal oder Eventlocations: Eine ganze Reihe von Jobs hängt an der Veranstaltungswirtschaft. Weil es sich um eine Dienstleistungsbranche handelt, sind Nachholeffekte zu einem späteren Zeitpunkt kaum zu erwarten. Zwar gab es eine einmalige Soforthilfe zwischen 9.000 bis 25.000 Euro für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige, die sich nach der Anzahl der Beschäftigten staffelt, „irgendwann ist alles aufgebraucht“, sagt zum Beispiel Tanja Franz, eine der Inhaberinnen und Geschäftsführerin des Phönix Club in Mülheim. Die Angestellten des Clubs sind Minijobber, verdienen aber seit März nichts mehr, weil die Location nicht öffnen darf. „Mir blutet das Herz“, sagt Franz.
Dem Aufruf zur Night of Light kamen viele Menschen nach. Sie teilten Fotos mit dem Hashtag #nightoflight2020 in den sozialen Medien und sorgten so für reichlich Aufmerksamkeit. 

Das vorrangige Ziel, ein breites Medienecho zu erhalten, dürften die Beteiligten der Aktion erreicht haben. „Vergesst uns nicht!“, formuliert Franz es pointiert. Ob es darüber hinaus tatsächlich Hilfe von Seiten der Politik geben wird, die sich nicht auf einen Hinweis auf verzinste Kredite beschränkt, bleibt abzuwarten. Der Rat der Stadt Mülheim hat zum Beispiel beschlossen, die Vergnügungssteuer ab dem 1. September zu halbieren. Davon profitieren können Eventlocations und Clubs jedoch nur, wenn überhaupt geöffnet werden darf und die Gäste zahlreich erscheinen. Wünschenswert wäre es. Andernfalls könnte das Freizeit- und Kulturangebot zukünftig merklich zusammenschrumpfen.

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